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DATE: 2009-11-20T11:38+0100

SPAD S.XX (Herbemont) Sud Est Aviation

Das zweisitzige Wettbewerbsflugzeug SPAD S.20bis entstand nach dem Krieg aus der für militärische Zwecke kurz vor Kriegsende von André Herbémont konstruierten SPAD S.XX. Das bullig wirkende aber sehr schnelle, ursprünglich als Jagdeinsitzer konstruierte Ausgangsmuster wurde beschrieben als "geschützter Einsitzer", weil ein zweites Besatzungsmitglied mit schwenkbarem MG im hinteren Cockpitbereich den Piloten schützen sollte. Entstanden war das auch Blériot-SPAD S.XX (Herbémont) genannte Muster kurz vor Kriegsende aus dem Militärflugzeug SPAD S.XVIII, die eine vergrößerte und verstärkte Version des erfolgreichen Typs SPAD S.XIII war.

Der Prototyp der SPAD S.XX flog erstmals am 7.August 1918. Nach der erfolgreichen Erprobung bestellte die Aéronautique Militaire 300 Flugzeuge pro Monat. Das Ende des Krieges unterbrach jedoch die Serienproduktion. Lediglich 100 Maschinen wurden gefertigt. Davon wurden 95 Exemplare an die französischen Streitkräften ausgeliefert. Nach Japan wurden drei und nach Bolivien ein Exemplar exportiert.

Von der S.XX wird berichtet, daß sie gut zu handhaben war und der Pilot eine gute Sicht nach vorne und hinten hatte.

Nach Kriegsende entwickelte Herbémont wieder flugsportliche Ambitionen und nutzte dazu Weiterentwicklungen ehemaliger Militärmaschinen. Die schnelle SPAD S.XX bot sich als Ausgangsmuster für eine ganze Reihe ziviler Varianten an, die von einsitzigen Rennflugzeugen bis zu mehrsitzigen Passagiermaschinen reichte.

Im Wettstreit mit Konstrukteuren bei der Firma Nieuport wurden etliche Spezialversionen für Renn- und Rekordzwecke gebaut. Unter der neuen Bezeichnung SPAD Herbemont S.20bis wurde sie schließlich in verschiedenen Varianten zu einem berühmten Rennflugzeug, das mehrfach Höhen- und Geschwindigkeitsrekorde jener Zeit durchbrach.

Um immer bessere Geschwindigkeiten zu erreichen, mußte der Luftwiderstand verringert werden. Zuerst wurde der zweite Sitz abgedeckt, strömungsgünstige Verkleidungen ausprobiert und die obere Tragfläche zu einer leichten V.Form verändert. Mit jeder neuen Variante wurde dann schrittweise die Flügelspannweite verringert und auch die Flügelform aerodynamisch weiter verbessert. Angetrieben wurden die Maschinen von einem 300-PS- starken Hispano-Suiza-Motor.

Mit einer SPAD S.20 wurde 1918 ein Weltgeschwindigkeitsrekord mit Passagier von 230 km/h aufgestellt und im Juli 1919 ein Höhenweltrekord von 8900 m. Am 2. September 1919 erreichte der Pilot Sadi Leconte mit einer SPAD 20bis-1, mit der er am Tag zuvor den Erstflug absolviert hatte, wiederum einen Geschwindigkeitsrekord von durchschnittlich 249 km/h. Im Oktober konnte Leconte diesen Rekord mit einer S.20bis-2 mit verkürzten Flügeln im Rahmen des ersten Nachkriegs-Luftsportveranstaltung in Frankreich, dem Wettbewerb um den "Prix Henry Deutsch de la Meurthe" mit 248 km/h erneuern. Bereits 5 Tage später übertrumpfte er sich selbst mit rund 252 km/h mit einer S.20bis-3 mit nochmals verkürzter Spannweite.

Aber damit war die Erfolgsserie der SPAD's noch nicht beendet in jener Zeit der sich ständig überholenden Rekorde. Mit verschiedenen Versionen der SPAD S.20bis flogen die beiden Piloten Jean Casale und Bernard de Romanet innerhalb des Jahres 1920 in kurzen Abständen drei Geschwindigkeits-Weltrekorde: am 28.Februar schaffte Casale auf einer für den Prix-Deutsch ausgelegten Meßstrecke eine Rekordgeschwindigkeit von 283,464 km/h mit der SPAD S.20bis-4, die nur noch eine Flügelspannweite von 6,60 m aufwies. Am 9. Oktober übertrumpfte ihn de Romanet mit 292,682 km/h und überbot sich am 4. November dann selber mit einem erneuten Geschwindigkeits-Weltrekord von 309,012 km/h, den er mit einer SPAD S.20bis-6 flog, die von einer 320-PS-starken (235 kW) Sonderausführung des Hispano Suiza Motors angetrieben wurde. De Romanet belegte 1920 auch in dem maßgeblichen Flugzeugrennen jener Zeit, dem Gordon-Bennett-Rennen, trotz Motorproblemen mit einer SPAD S.20bis-5 den zweiten Platz hinter einer Nieuport-Maschine.

Die SPAD S. 20 war ein Doppeldecker mit einem Monocoque-Rumpf, der die 8 Zylinder des Hispano-Suiza 8 Motors unter einer gewaltigen ovalen Haube versteckte. Die Lumiére Holzluftschraube besaß einen Durchmesser von 2,40 m. Die S.XX hatte einen mit Sperrholz beplankten Rumpf, der zusätzlich mit Gewebe überzogen und mehrfach lackiert war. Die Tragflächen waren aus Holz. Die untere trug die Querruder, die im rechten Winkel zum Rumpf standen. Die obere hatte eine größere Tragfläche, die ein Pfeilung von 7° aufwies. Die beiden Tragflächen waren mit einem leicht nach vorn geneigten Stiel verbunden und gegen Rumpf und Fahrwerk verspannt. Flächen und Leitwerke waren stoffüberzogen. Das Fahrwerk lag direkt unter der Motorhaube und war zwischen den vorderen und hinteren Streben kreuzförmig verspannt. Die Räder waren durch Gummikabel abgefedert.

Technische Daten

Blériot-SPAD S.XX (Herbémont)

Typ zweisitziges Jagdflugzeug, aber vorgesehen zum einsitzigen Einsatz
Triebwerk ein Hispano-Suiza-Reihenmotor mit 300 PS (221 kW)
Baujahr 1918

Leistung

Höchstgeschwindigkeit 229 km/h in 3000 m Höhe
217 km/h in 4000 m Höhe
Dienstgipfelhöhe 8,000 m
Reichweite 400 km

Gewicht

Leermasse 867 kg
Maximale Startmasse 1,306 kg

Abmessungen

Spannweite 9.72 m
Länge 7.30 m
Höhe 2.80 m
Tragflügelfläche 30.0 qm
Besatzung 1-2 Person(en)
Nutzlast/Bewaffnung zwei synchronisierte, vorwärtsfeuernde 7,7-mm-Vickers-Maschinengewehre und ein oder zwei 7,7-mm-Lewis MG auf Ringlafette im hinteren Cockpit
Produktionszahl 100 Exemplares

Technische Daten

SPAD S.20bis 6 (Prototyp)

Typ Wettbewerbsflugzeug
Hersteller Blériot-SPAD
Triebwerk ein wassergekühlter V-8-Hispano-Suiza 8 eb-Motor mit 320 PS (235,3 kW)
Baujahr 1920

Leistung

Höchstgeschwindigkeit 309 km/h

Gewicht

Leermasse 890 kg
Maximale Startmasse 1,050 kg
Leistungsgewicht bei Vollgas 3.3 kg/PS
Flächenbelastung 75 kg/qm

Abmessungen

Spannweite 6.48
Rumpflänge 7.50 m
Surface area 2.80 m
Tragende Fläche 15.2 qm
Besatzung 1 Person