
Obwohl die Fokker Dr I zu den bekanntesten Jagdflugzeugen des 1. Weltkrieges gehört, war sie keineswegs eines der besten. Ihr Bau geht zurück auf die Forderung der deutschen Jagdflieger nach einem dem englischen Sopwith Triplane vergleichbaren Muster. Dieses Jagdflugzeug war erstmals im Februar 1917 über der Westfront aufgetaucht und verblüffte vor allem durch seine Wendigkeit und Steigleistung. Bei Fokker begannen die Arbeiten am ersten Dreidecker Mitte Juni des Jahres. Chefkonstrukteur Reinhold Platz ließ kurzerhand einen ursprünglich im Auftrag Österreich-Ungarns gefertigten Versuchsdoppeldecker mit der internen Bezeichnung D VI zu einem freitragenden Dreidecker mit relativ schmalen Tragflächen umbauen. Die Maschine besaß wie alle damaligen Fokker-Konstruktionen einen geschweißten Stahlrohrrumpf, der mit Stoff bespannt bzw. im vorderen Teil mit Sperrholz beplankt war. Die Tragflächen waren vollständig aus geleimtem Sperrholz gefertigt mit einem Kastenholm, einer ebenfalls mit Sperrholz verkleideten Flügelkante sowie Stoffbespannung. Die Leitwerke hingegen waren in Stahlrohrbauweise hergestellt und ebenfalls mit Stoff bespannt. Als Antrieb diente ein Oberursel Ur II Umlaufmotor, der innerhalb einer nach unten offenen Aluminiumverkleidung untergebracht war. Als Bewaffnung dienten die damals üblichen zwei MG Spandau lMG 08/15, die direkt vor dem Piloten auf der Rumpfoberseite angebracht waren.
Unmittelbar nach der Erprobung lieferte man diesen Prototyp an Österreich-Ungarn aus, doch seine Leistungen hatten die deutsche Inspektion der Fliegertruppen (Idflieg) längst beeindruckt. Allerdings waren infolge der freitragenden Bauweise Tragflächenschwingungen aufgetreten, so dass man die drei Flügel später einstielig miteinander verstrebte. Eine Verspannung war jedoch nach wie vor nicht notwendig. In der ersten Julihälfte 1917 erhielt Fokker von der Idflieg Bauaufträge über insgesamt drei dieser Maschinen, denen nur wenige Tage später ein weiterer Auftrag über 20 Dreidecker folgte. Ende August begann die erfolgreiche Fronterprobung der ersten Exemplare.
Ab dem 10. Oktober 1917 erfolgte die breite Truppeneinführung des Musters, das mittlerweile die militärische Bezeichnung Fokker Dr I trug. Doch bereits Ende des Monats gab es eine Reihe schwerer Unfälle, verursacht durch Bruch der oberen Tragfläche. Die Maschinen wurden daraufhin gesperrt und Fokker musste auf eigene Kosten Abhilfe durch eine Verstärkung der Flächen schaffen. Zusätzlich modifizierte man die Querruder und verbesserte den Konservierungsschutz des gesamten Tragwerks. Trotz dieser Maßnahmen blieben die Tragflächenprobleme mehr oder minder bestehen. Dennoch gab man Ende November den Dr I wieder für den Fronteinsatz frei. Weltbekannt wurde die Maschine dann vor allem durch ihren berühmtesten Piloten Manfred v. Richthofen und dessen Tod.
Der Fokker Dr I zeichnete sich durch eine unübertroffene Wendigkeit und Steigleistung bei niedrigen Geschwindigkeiten aus. Flugeigenschaften, die vor allem auf sein geringes Gewicht und das dicke Flügelprofil zurückzuführen waren. Da er aber im Gegenzug relativ schwach motorisiert war und zudem die drei dicht übereinander liegenden Tragflächen weit mehr Luftwiderstand verursachten als angenommen, blieben seine Geschwindigkeitsleistungen schnell hinter anderen zeitgenössischen Mustern zurück. Insgesamt bot der Dreidecker zu wenige Vorzüge und Entwicklungspotenzial, um den damals üblichen Doppeldeckern wirklich ernsthaft Konkurrenz zu machen. Dennoch errangen die deutschen Jagdflieger zahlreiche Erfolge mit diesem Muster, ehe es im Sommer 1918 aus dem Frontdienst genommen wurde. Insgesamt 320 Fokker Dr I waren bis dahin zum Einsatz gelangt.
Technische Daten:
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Typ: | einsitziges Jagdflugzeug |
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Triebwerk: | ein luftgekühlter Oberursel Ur II Neunzylinder-Umlaufmotor mit 81 kW Leistung |
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Leistung: | |
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Höchstgeschwindigkeit: | 190 km/h |
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Reichweite: | 350 km |
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Dienstgipfelhöhe: |
6.000 m |
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Masse: | 586 kg |
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Abmessungen: | |
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Lange: | 5,77 m |
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Höhe: | 2,95 m |
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Spannweite: | 7,19 m |
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Tragflügelfläche: | 18,66 m² |
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Besatzung: |
1 Person |