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Als Nachfolgemuster der Nieuport 11 “Bébé“ und der fast identischen Nieuport 16 konzipiert wurde die Nieuport 17 eines der erfolgreichsten Jagdflugzeuge der Alliierten während des 1. Weltkrieges. Im Prinzip behielt Chefkonstrukteur Gustave Delange die bereits bewährte Auslegung der Vorgängermuster als Anderthalbdecker mit V-Stielen bei. Während der Konstruktion der Nieuport 17 legte Delange aufgrund bisheriger Erfahrungen besonderen Wert auf eine im Vergleich zur “Bébé“ strukturell wesentlich festeren Zelle. Zudem sah er einen leistungsfähigeren Motor und eine größere Flügelfläche vor. Die neue Maschine bildete zugleich den Endpunkt einer Entwicklungsreihe, denn Gustave Delage erschien das Konzept des V-stieligen Anderthalbdeckers mit der Nieuport 17 ausgereizt zu sein. Er wandte sich in der Folgezeit konventioneller ausgelegten Doppeldeckern zu.
Die Nieuport 17 war bei ihrem ersten Auftauchen an der Westfront im März 1916 den damaligen deutschen Jagflugzeugen deutlich überlegen. Sie war schneller, wendiger und erheblich steigfreudiger als ihre Gegner. Der großflächige Einsatz der Nieuport 17 half mit, die erste Phase deutscher Luftüberlegenheit auf dem westlichen Kriegsschauplatz rasch zu beenden. Neben französischen wurden auch belgische, italienische, russische und britische Einsatzverbände in großem Umfang mit der Maschine ausgerüstet. Zudem fertigte man die Nieuport 17 bald in Italien und Russland in Lizenz. Dennoch galt die Maschine als fliegerisch anspruchsvoll - besonders bei den italienischen und britischen Piloten. Im Frühjahr 1917 neigte sich die große Zeit der Nieuport 17 über der Westfront jedoch rasch dem Ende zu, als auf deutscher Seite die Albatross D.III in Dienst gestellt werden konnte. Die französischen Einheiten rüsteten so schnell es ging auf die modernere SPAD S.VII um, die Belgier auf die Hanriot HD.I und die Briten auf die Sopwith Camel. Nach ihrem Kriegseintritt im April 1917 erwarben die USA zu Ausbildungszwecken noch insgesamt 175 Nieuport 17, die ab September des Jahres in Dienst standen. Nach Kriegsende befanden sich Nieuport 17 in unterschiedlicher Zahl noch in Chile, Kolumbien, Holland, Ungarn, Estland, Polen, Rumänien, Finnland, der Tschechoslowakei, der Ukraine und in Siam sowie nach wie vor in Russland im Einsatz, zum Teil noch bis 1925.
Auf deutscher Seite ließ man – beeindruckt von ihrem Leistungsspektrum sowie als reinen Notbehelf - die Nieuport 17 kurzerhand nachbauen. So entstand auf offizielles Geheiß bei den Siemens-Schuckert Werken die SSW D I. Sie war faktisch eine Kopie des französischen Originals und unterschied sich von diesem hauptsächlich nur durch die Verwendung eines Siemens-Halske Motors. Die Maschine zeigte die erwartet guten Flugleistungen. Die Serienfertigung begann im November 1916, kam jedoch nur schleppend voran und lediglich 95 Flugzeuge verließen bis zum Produktionsstopp Mitte 1917 die Werkshallen. Zu diesem Zeitpunkt war die SSW D.I auch technisch schon längst wieder überholt.
Der Rumpf der Nieuport 17 war in Gemischtbauweise hergestellt, wobei der Abschnitt vor dem Cockpit in erster Linie aus einem mit Aluminiumblechen verkleidetem Stahlrohrgerüst bestand. Der Rest des Rumpfes war aus Holz gefertigt und weitgehend stoffbespannt. Nur im Bereich des Leitwerkes verwendete man eine Beplankung aus Sperrholz. Das stoffbespannte Tragwerk bestand aus einem breiten, zweiholmigen Oberflügel mit Querrudern und einem nur halb so tiefen und kürzeren V-förmigen Unterflügel ohne Steuerflächen. Bei einigen Maschinen waren zusätzlich Zelluloidfenster in den Flügelwurzeln eingebaut, die dem Flugzeugführer bessere Sichtverhältnisse erlauben sollten. Als Antrieb dienten meist Le Rhône Umlaufmotoren, lediglich die Version Nieuport 17bis hatte einen etwas stärkeren Clerget – Motor. Obwohl die 17bis eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der Grundversion aufwies, konnte sie sich gegenüber der SPAD S.VII nicht behaupten und es blieb bei nur wenigen gebauten Exemplaren. Typisch für alle Flugzeuge war die völlig geschlossene, sorgfältig angepasste Motorenverkleidung aus Aluminium. Die Bewaffnung der Nieuport 17 bestand anfänglich meist aus einem auf dem Oberflügel montiertem teilbeweglichen Lewis-MG. Es konnte vom Piloten so nach oben gerichtet werden, dass er seinen Gegner von unten aus dem toten Winkel heraus beschießen konnte. Später allerdings ersetzte man das Lewis MG durch ein zuverlässig mechanisch synchronisiertes Vickers MG, das auf dem Rumpf direkt vor dem Flugzeugführer angebracht war. Einige Maschinen erhielten an den äußeren Tragflächenverstrebungen mehrere Le-Prieur-Raketen, um damit Ballons oder Luftschiffe in Brand zu schießen.
Im Musée de l'Air et Espace in Le Bourget ist bis heute eine Nieuport 17 erhalten geblieben.
Nieuport 17 (1916)
| Typ | einsitziges Jagdflugzeug |
| Triebwerk: |
ein luftgekühlter Neunzylinder Le Rhône 9Ja Umlaufmotor mit 80,9 kW (110 PS) Leistung oder ein luftgekühlter Neunzylinder Le Rhône 9Jb Umlaufmotor mit 88,3 kW (120 PS) Leistung |
Leistung
| Höchstgeschwindigkeit: | 165 km/h bzw. 170 km/h |
| Reichweite: | ca. 250 km |
| Dienstgipfelhöhe: | 5.300 m bzw. 5.500 m |
Gewicht:
| Leermasse: | 375 kg bzw. 410 kg |
| Max. Startmasse: | 560 kg bzw. 590 kg |
Abmessungen:
| Länge: | 5,80 m bzw. 5,70 m |
| Höhe: | 2,40 m |
| Spannweite: | 8,16 m bzw. 8,20 m |
| Tragflügelfläche: | 14,75 qm bzw. 15,0 qm |
Besatzung
| Besatzung: | 1 Person |
Nieuport 17bis (1916)
| Typ | einsitziges Jagdflugzeug |
| Triebwerk: | ein luftgekühlter Neunzylinder Clerget 9b Umlaufmotor mit 95,6 kW (130 PS) Leistung |
Leistung
| Höchstgeschwindigkeit: | 190 km/h |
| Reichweite: | ca. 250 km |
| Dienstgipfelhöhe: | ca. 6.300 m |
Gewicht:
| Leermasse: | ca. 375 kg |
| Max. Startmasse: | 573 kg |
Abmessungen:
| Länge: | 6,0 m |
| Höhe: | 2,40 m |
| Spannweite: | 8,16 m |
| Tragflügelfläche: | 14,75 qm |
Besatzung
| Besatzung: | 1 Person |