Europas Weltraumlabor Columbus ist im Weltall: Das Space-Shuttle Atlantis startete am Donnerstagabend (7. Februar 2008, 20:45 Uhr MEZ) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ins All und bringt nun das Columbus-Labor zur Internationalen Raumstation ISS. Das von Astrium für die Europäische Weltraumorganisation ESA entwickelte und gebaute Modul soll am Samstag die ISS erreichen.
Cape Canaveral, le 07
février
2008
"Columbus stellt einen Meilenstein dar, denn dank der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird Europa jetzt eine wichtige Rolle in der bemannten Raumfahrt spielen. Der nächste Schritt wird der Einsatz des ATV (Automated Transfer Vehicle) sein, für das Astrium ebenfalls die industrielle Führung hat. ATV ist unverzichtbar für die Versorgung der ISS und für die notwendigen Korrekturen ihrer Umlaufbahn", so Alain Charmeau, CEO der Astrium Space Transportation.
"Der erfolgreiche Start des Space-Shuttle mit Columbus an Bord ist ein verheißungsvoller Auftakt für eine neue Dimension von Forschung im Weltall. Nach der Inbetriebnahme von Columbus in wenigen Tagen wird Forschergruppen aus allen Teilen der Welt ein einzigartiges Laboratorium für ihre Experimente zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Raumfahrtbereichs haben hier nicht nur ein technisches Meisterstück abgeliefert, sondern sie werden auch beim jetzt anlaufenden Betrieb des Weltraumlabors in vielfältiger Weise eingebunden sein und mit ihrer Expertise auch der Nutzung von Columbus zum Erfolg verhelfen", so Dr. Michael Menking, Senior Vice President "Orbitale Systeme" der Astrium.
Atlantis wird voraussichtlich am 3. Missionstag (Samstag) an die ISS andocken und einen Tag später wird Columbus aus der Ladebucht gehievt und an die Station angedockt werden. Die beiden ESA-Astronauten Hans Schlegel (Deutschland) und Léopold Eyharts (Frankreich) werden Columbus mit der Station verkabeln und in Betrieb nehmen.
Columbus, neben dem Raumtransporter ATV zentraler Beitrag Europas zur ISS, ist ein Mehrzwecklabor von acht Metern Länge und viereinhalb Metern Durchmesser und wiegt knapp 13 Tonnen. Es verfügt über ein eigenes Lebenserhaltungssystem und bietet drei Wissenschafts-Astronauten Platz, die Experimente und Aufgaben in unterschiedlichen Disziplinen der Grundlagenforschung durchführen werden. Das Raumlabor wird fester Teil der ISS und ist für eine Betriebsdauer von mindestens zehn Jahren ausgelegt. Astrium hat als Hauptauftragnehmer der ESA im Verlauf des Programms 41 Subunternehmer aus 14 Ländern erfolgreich koordiniert.
Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2006 erreichte Astrium einen Umsatz von 3,2 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.
EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2006 lag der Umsatz bei rund 39,4 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.