Stand: 21 Juni 2007 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

LOLA: Echtzeit-Vorführungen von Laserlinks am DGA-Stand in Le Bourget

Auf der Paris Air Show laufen am Stand der französischen Beschaffungsbehörde DGA Vorführungen zu einer speziellen Form des „Blickkontakts“ zwischen einer über Südfrankreich fliegenden Mystère 20 und einem geostationären Satelliten. Dabei ermöglichen optische Verbindungen, so genannte Laserlinks, die Zweiwege-Kommunikation zwischen dem Flieger und Le Bourget. Nicht nur steht der DGA-Stand dabei permanent in Kontakt mit der Crew, auch werden gestochen scharfe Filmaufnahmen der überflogenen Gebiete und der Kabine übertragen und auf Messebildschirme projiziert, um eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, wie leistungsstark Laserlink-Systeme heute sein können.

Le Bourget, 21 Juni 2007

Vorausgegangen war diesen Laserlink-Vorführungen eine Kampagne zur Flugerprobung und Demonstration des Systems in Echtzeit vor dem französischen Generalstab am 30. Mai 2007 in Toulouse.

Im Dezember 2006 feierte Astrium eine Weltpremiere: den ersten optischen Zweiwege-Laserlink zwischen einer Mystère 20 des Flugerprobungs-Zentrums CEV der französischen Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA in Istres und dem Telekommunikationssatelliten Artemis. Anfang 2007 wurde die unter der Verantwortung von Thales Alenia Space realisierte Fernmelde-Infrastruktur in das System eingebunden. Damit konnten über den geostationären Satelliten Artemis erstmals Ton- und Bilddaten zwischen der Maschine und einer Bodenstation ausgetauscht werden. Seitdem gelang im Rahmen des Flugerprobungs-Programms mehr als fünfzig Mal ein erfolgreicher Verbindungsaufbau, ferner die Bestimmung der Ausbreitungscharakteristik des Sendesignals in der Erdatmosphäre sowie die Auswertung der Systemleistung und -verfügbarkeit in verschiedenen Flughöhen und bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen.

Diese technische Meisterleistung folgte auf die Entwicklung und Umsetzung eines optischen Terminals, das als Vorstufe künftiger UAV-Systeme konzipiert wurde. Bei LOLA kommen zahlreiche technische Innovationen zum Tragen:

  • Das optische „Herz“ des Terminals besteht aus Siliziumkarbid (SiC), um die erforderliche mechanische Stabilität zu gewährleisten.
  • Trotz des schwachen optischen Empfangssignals ortet und verfolgt ein CMOS-Sensor den Partner.
  • Ein breitbandiger, hoch präziser Hemisphären-Peilmechanismus erfasst den Partner in kürzester Zeit, um ihn dann immer im Blick zu behalten.
  • Die Signalkette beinhaltet ein Laser-Modem, eine leistungsstarke digitale Signalverarbeitung mit Fehlerkorrektur-Codes vom Typ DVB-S2 und einem Synchronisationssystem, die einen niedriges Bitfehlerverhältnis von unter 10-9 sicherstellen (weniger als ein fehlerhaftes Bit je Milliarde empfangener Bits), und dies trotz der erheblichen Signalschwankungen durch die Ausbreitung des optischen Signals durch die Erdatmosphäre.

Diese Innovationen bringen die herausragenden Leistungen des Systems beim Datenaustausch zwischen fliegenden Sende und Empfangsstationen ans Licht:

  • fehlerfreie Übertragung bei einer Bitrate von 50 Mbit/s;
  • Verbindungsaufbau in unter 1 Sek.;
  • Peilgenauigkeit von unter 1 Mikroradian (Erfassung eines Moskauer Fußgängers von Paris aus).

Über Astrium:

Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme sowie weltraumgestützte Dienstleistungen. Im Jahr 2006 erzielte Astrium einen Umsatz von 3,2 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: die beiden Business Units Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2006 lag der Umsatz bei rund 39,4 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

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