EADS CEO Thomas Enders (links) und EADS CEO Louis Gallois (rechts) in der "Flugwerft Schleißheim" in der Nähe von München anlässlich der Bilanzpressekonferenz der EADS
In einem starken Geschäftsumfeld konnte die EADS (Börsenkürzel: EAD) den Umsatz in allen Geschäftsbereichen steigern. Das hohe Auslieferungsniveau führte zu einem Konzernumsatz von € 39,4 Mrd. – ein Anstieg um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2005: € 34,2 Mrd.). Im Verteidigungsgeschäft erzielte das Unternehmen erstmals einen Umsatz von € 10 Mrd. Für das Jahr 2006 weist die EADS ein EBIT* (vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten) in Höhe von € 399 Mio. (2005: € 2,9 Mrd.) aus. Die finanziellen Auswirkungen der A380, A350 und A400M sowie die sich ausweitende Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro verursachten einen Verlust bei Airbus. Dieser wurde vom starken EBIT* in den anderen EADS-Geschäftsbereichen mehr als wettgemacht.
„Der Rückblick auf das Geschäftsjahr 2006 fällt geteilt aus: Einerseits verfügt die EADS über eine enorme Dynamik, die zu bedeutenden Markterfolgen in allen Geschäftsbereichen führte. Andererseits ist es dringend notwendig, das Power8-Programm nun umzusetzen und Airbus neu aufzustellen. Dies wird einige Zeit in Anspruch nehmen, aber durch Power8 wird Airbus deutlich stärker integriert und effizienter werden“, sagten die CEOs der EADS Tom Enders und Louis Gallois. „Unsere Prioritäten für 2007 sind klar: Wir müssen uns operativ weiter verbessern, das Vertrauen in die EADS wiederherstellen und ein schlankeres, dynamischeres Unternehmen formen.“
Die Schwierigkeiten bei Airbus überschatteten einen bemerkenswert hohen Auftragseingang (Netto-Aufträge über 790 Flugzeuge), die Rekordzahl von 434 ausgelieferten Flugzeugen, den Programmstart der A350XWB und die erfolgreiche Musterzulassung der A380. Eurocopter verzeichnete ein herausragendes Geschäftsjahr und verkaufte in einem überaus vorteilhaften Marktumfeld die Rekordzahl von 615 neuen Hubschraubern. Der Auftrag über den UH-72A Lakota, einen leichten Transporthubschrauber für die US Army, markierte zugleich den strategischen Durchbruch auf dem amerikanischen Verteidigungsmarkt. Mit insgesamt 381 Hubschraubern lieferte Eurocopter mehr aus als je zuvor. EADS Astrium konnte die Rentabilität deutlich verbessern und erhielt wichtige Aufträge für Satelliten und Systeme wie beispielsweise SatComBW, ein bedeutendes deutsches Satellitenkommunikationsprojekt. Der Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit steigerte seine Performance und erzielte große Fortschritte, unter anderem im Geschäft mit sicheren Kommunikationssystemen. Damit wurde der Grundstein für weiteres langfristiges Wachstum gelegt.
Der Umsatz stieg auf € 39,4 Mrd., unterstützt vom Wachstum in allen Geschäftsbereichen und insbesondere vom hohen Auslieferungsniveau bei Airbus und Eurocopter. Der Beitrag von EADS Astrium resultierte vorwiegend aus dem Hochlauf der Ariane 5-Produktion, der Paradigm-Dienstleistungen und der Entwicklung ballistischer Raketensysteme. Im Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit trugen neben dem Eurofighter auch das Lenkflugkörper- und das Digitalfunkgeschäft zum Umsatzanstieg bei. Das Erreichen aller Meilensteine im A400M-Programm (einschließlich des aus dem Jahr 2005 verschobenen) führte zu höheren Umsätzen im Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge.
Das EBIT* der EADS belief sich 2006 auf € 399 Mio. (2005: € 2.852 Mio.).
Es wurde erheblich belastet durch die finanziellen Auswirkungen der A380-Verzögerungen, Kosten im Zusammenhang mit der A350, höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Verlusten bei EADS Sogerma. Zudem wurden Kurssicherungsgeschäfte zu einem weniger vorteilhaften durchschnittlichen Wechselkurs von € 1 = US$ 1,12 (2005: € 1 = US$ 1,06) fällig. Diese negativen Einflüsse wurden teilweise ausgeglichen durch deutlich gestiegene Beiträge aus der Airbus-Serienproduktion und dem Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft. In geringerem Maße positiv wirkte auch die veränderte Bilanzierungsmethode zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Das verminderte Konzernergebnis in Höhe von € 99 Mio. (2005: € 1.676 Mio.) oder € 0,12 je Aktie (2005: € 2,11) folgt im wesentlichen der EBIT*-Entwicklung.
Mit Blick auf die Zukunft investierte die EADS mehr als sechs Prozent ihres Umsatzes in F&E. Im Jahr 2006 erhöhte sie ihre eigenfinanzierte F&E auf € 2.458 Mio. (2005: € 2.075 Mio.). Gründe dafür waren vor allem laufende Entwicklungsprogramme für Flugzeuge bei Airbus und konzernweit höhere Aufwendungen für Forschung und Technologie (F&T).
Der Free Cash Flow einschließlich Kundenfinanzierungen erreichte mit € 2.029 Mio. ein erneut hohes Niveau (2005: € 2.413 Mio.). Die unvorteilhafte Entwicklung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital) konnte durch die verstärkte Veräußerung von Kundenfinanzierungsforderungen kompensiert werden. Der Free Cash Flow vor Kundenfinanzierungen betrug € 869 Mio. (2005: € 2.239 Mio.).
Die Nettoliquidität in Höhe von € 4,2 Mrd. (Jahresende 2005: € 5,5 Mrd.). spiegelt die Übernahme des 20-Prozent-Anteils von BAE Systems an Airbus (€ 2,75 Mrd.) sowie Dividendenzahlungen wider. Bereinigt um den Einmal-Effekt für den Airbus-Anteil verbesserte sie sich weiter dank starker Beiträge aus dem laufenden Geschäft.
Der Auftragseingang der EADS belief sich auf € 69,0 Mrd. (2005: € 92,6 Mrd.). Eurocopter verbuchte einen neuen Rekord (plus 39 Prozent gegenüber dem Rekordwert aus dem Jahr 2005). Airbus konnte hinsichtlich neuer Aufträge das bislang zweitbeste und EADS Astrium ein weiteres herausragendes Jahr verzeichnen.
Ende Dezember verfügte die EADS über einen Auftragsbestand von € 262,8 Mrd. (Jahresende 2005: € 253,2 Mrd.). Die Beiträge des Verkehrsflugzeug-Geschäfts basieren auf Listenpreisen. Der Anstieg gegenüber dem Jahresende 2005 erfolgte trotz einer Anpassung um € 17 Mrd. aufgrund des weniger vorteilhaften €/US$-Wechselkurses. Der Auftragsbestand im Verteidigungsgeschäft der EADS erreichte zum 31. Dezember 2006 einen Wert von € 52,9 Mrd. (Jahresende 2005: € 52,4 Mrd.). Ende 2006 beschäftigte die EADS 116.805 Mitarbeiter (Jahresende 2005: 113.210).
In seiner nächsten Sitzung wird das Board of Directors der EADS einen Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung verabschieden.
Ausblick
Auf der Grundlage der internen Planung für 2007 erwartet die EADS einen Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich, vor allem aufgrund des US-Dollar-Einflusses (basierend auf einem angenommenen Wechselkurs € 1 = US$ 1,30). Das EBIT* wird 2007 weitgehend stabil bleiben.
Auf der Basis eines stabilen US-Dollars wird der Umsatz bei Airbus gleich bleiben, ausgehend von 440 bis 450 Flugzeugauslieferungen und trotz geringerer Beiträge aus dem A400M-Programm. Im Jahr 2007 wird Airbus wiederum einen erheblichen Verlust verbuchen. Dieser resultiert aus Aufwendungen für die Restrukturierung im Zuge von Power8, weiteren Kosten im A380-Programm, möglichen Aufwendungen für den Programmstart der A350XWB, höheren F&E-Aufwendungen und dem Einfluss des sich verschlechternden US-Dollar-Kurses gegenüber dem Euro.
Das Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft sollte dagegen stabile Umsätze ausweisen und den Gesamtbeitrag zum EBIT* bereits im Jahr 2007 auf nahezu € 1 Mrd. erhöhen.
Der Airbus-Beitrag zum Free Cash Flow wird 2007 zu einem negativen Free Cash Flow der EADS führen. Dieser wird sich auf rund € -1 Mrd. belaufen. Gleichzeitig können aber Schwankungen im Nettoumlaufvermögen (Working Capital) erhebliche Veränderungen dieser Kennzahl bewirken.
Mittelfristig wird der Ausblick der EADS von folgenden Faktoren bestimmt:
Derzeit wird erwartet, dass die Anzahl der Flugzeugauslieferungen weiter steigt, allerdings mit geringeren Wachstumsraten. Der Umsatz von Airbus wird sehr wahrscheinlich von einem weniger vorteilhaften Flugzeug-Mix und zudem von der Preisgestaltung für die jüngsten Aufträge beeinflusst werden. Diese entstand in einem harten Wettbewerbsumfeld.
Hinsichtlich F&E-Aufwendungen ist ein schrittweiser Anstieg geplant, resultierend aus der A350XWB-Entwicklung und steigenden F&T-Aufwendungen.
Aufgrund des veränderten Airbus-Managements und der Kostenvolatilität im Zuge der aktuellen industriellen Problemen bei Flugzeugprogrammen arbeitet das Management an der Erstellung einer zufrieden stellenden langfristigen Planung für Airbus. Es konzentriert sich derzeit darauf, die Kostenbasis neu zu ordnen mit dem Ziel, eine EBIT*-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erreichen.
Für alle anderen Geschäftsbereiche werden insgesamt steigende Umsatz- und EBIT*-Beiträge für die nächsten Jahre erwartet.
Das klare Ziel des EADS-Managements ist es, die EBIT*-Margen konzernweit wieder zu stärken, wenngleich auf ein niedrigeres Niveau als 2005.
Umsatzwachstum in allen Geschäftsbereichen
Der Geschäftsbereich Airbus lieferte 2006 die Rekordzahl von 434 Flugzeugen aus (gegenüber 378 im Jahr 2005). Dadurch stieg der Umsatz auf € 25.190 Mio. und lag damit 14 Prozent über dem Vorjahresniveau (2005: € 22.179 Mio.).
Airbus erzielte ein EBIT* von € -572 Mio. (2005: € 2.307 Mio.). Die finanziellen Auswirkungen der A380 beliefen sich auf € -2,5 Mrd., von denen € -1,2 Mrd. auf Mehrkosten und Drohverluste, € -0,8 Mrd. auf außervertragliche Ausgleichszahlungen, die ursprünglich für spätere Jahre avisiert waren und € -0,5 Mrd. auf bislang nicht angekündigte Aufwendungen für die Wertminderung von Vermögenswerten für die A380-Frachtversion und auf programmbegleitende Nicht-Serienkosten entfallen. Kosten im Zusammenhang mit der A350 (€ -0,5 Mrd.), höhere F&E-Aufwendungen und weniger attraktive US-Dollarkurssicherungen trugen ebenfalls wesentlich zum Verlust bei. Das EBIT* enthält zudem eine A400M-Rückstellung in Höhe von € 352 Mio. für finanzielle Verpflichtungen im Hinblick auf Risiken und technische Herausforderungen im Arbeitsanteil von Airbus. Demgegenüber rechnen die anderen Geschäftsbereiche mit positiven Beiträgen aus dem A400M-Programm, sodass die Airbus-Rückstellung auf EADS-Ebene storniert wird. Das EBIT* des Geschäftsbereichs wurde unterstützt durch positive Volumeneffekte, einen vorteilhafteren Flugzeug-Mix und höhere Beiträge aus dem Weiterverkauf von Kundenfinanzierungsforderungen.
Nach verkauften Flugzeugen verbuchte Airbus sein zweitstärkstes Jahr mit Brutto-Aufträgen über 824 Flugzeuge (Netto-Aufträge über 790 Flugzeuge), darunter 673 Flugzeuge der A320-Familie, 134 Flugzeuge der A330-, A340- und A350-Familie sowie 17 A380. Bislang haben zwei Kunden ihre Aufträge über insgesamt 20 A380 (Frachtversion) zurückgezogen. Von der Marktdynamik im asiatisch-pazifischen Raum zeugten Bestellungen für sämtliche Airbus-Modelle, darunter ein Auftrag über 150 Flugzeuge der A320-Familie und eine Absichtserklärung zum Kauf von 20 Airbus A350XWB aus China. Der Auftragsbestand von Airbus erreichte einen neuen Rekordstand. Zum Jahresende 2006 belief er sich auf insgesamt 2.533 Flugzeuge (Jahresende 2005: 2.177 Flugzeuge) im Gesamtwert von € 210,1 Mrd. (Jahresende 2005: € 202,0 Mrd.) basierend auf Listenpreisen.
Mit der Zustimmung des Board of Directors der EADS zum industriellen Programmstart der A350XWB wurde zudem der Grundstein gelegt für den weiteren Ausbau des Airbus-Produktportfolios. Mit diesem äußerst effizienten und überaus umweltfreundlichen Flugzeug entspricht Airbus der Marktnachfrage. Auch der Start des Frachtflugzeugs A330-200F erweiterte das Produktspektrum von Airbus. Mit der erfolgreichen Musterzulassung der A380 im Dezember 2006 wurde ihre technische Reife bestätigt. Die erste A380 wird im Oktober 2007 ausgeliefert.
Das Power8-Programm soll die Wettbewerbsfähigkeit von Airbus stärken und ab 2010 nachhaltige jährliche Kosteneinsparungen von mindestens € 2,1 Mrd. ermöglichen und von 2007 bis 2010 insgesamt Zahlungsmittel in Höhe von rund € 5 Mrd. einsparen. Darüber hinaus wird mit Hilfe von Power8 die industrielle Struktur von Airbus optimiert und die Integration vorangetrieben.
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Militärische Transportflugzeuge schnellte auf € 2.200 Mio. (2005: € 763 Mio.), das EBIT* stieg auf € 75 Mio. gegenüber € 48 Mio. im Vorjahr. Der Grund für dieses Wachstum liegt in erster Linie im Erreichen von vier für 2006 geplanten A400M-Meilensteinen und der Umsatzrealisierung für den von 2005 ins Jahr 2006 verschobenen Meilenstein. Unterstützend wirkte auch der höhere Umsatzbeitrag des australischen Tankflugzeugprogramms. Das erste Mehrzweck-Tankflugzeug vom Typ A330 MRTT (Multi Role Tanker Transport) wird 2009 in Dienst gestellt und mit dem neuen Luftbetankungssystem ARBS ausgestattet sein.
Für die Erneuerung der US-amerikanischen Tankerflotte werden die EADS und Northrop Grumman gemeinsam das modernste Tankflugzeug der Welt anbieten. Im Wettbewerb um den JCA-Auftrag (Joint Cargo Aircraft) der US-Streitkräfte ist die EADS gut positioniert und stellte im vergangenen Jahr mit der Auslieferung der ersten CN-235 für das Deepwater-Programm der US-Küstenwache überdies ihre Verlässlichkeit unter Beweis. Der Auftragsbestand für die A400M erhöhte sich durch die Bestellung Malaysias um vier auf nunmehr 192 Flugzeuge. Das Geschäft mit leichten und mittleren Transportflugzeugen konnte weiter ausgebaut werden: von den 20 neu bestellten Flugzeugen in dieser Kategorie entfielen zwölf C-295 auf Portugal (zu Seeaufklärungs- und Transportzwecken). Der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs betrug € 20,3 Mrd. (Jahresende 2005: € 21,0 Mrd.).
Der Geschäftsbereich Eurocopter etablierte sich erfolgreich im US-amerikanischen Verteidigungsgeschäft und bestätigte einmal mehr seine weltweite Marktführung im zivilen und öffentlichen Hubschraubergeschäft. 381 ausgelieferte Hubschrauber (2005: 334) bedeuten einen neuen Rekord für Eurocopter und ließen den Umsatz um 18 Prozent auf € 3.803 Mio. steigen (2005: € 3.211 Mio.). Das EBIT* des Geschäftsbereichs wuchs um 21 Prozent auf € 257 Mio. gegenüber € 212 Mio. im Vorjahr. Ausschlaggebend für den EBIT*-Anstieg war der positive Volumeneffekt, wenngleich gemindert durch den Einfluss des US-Dollars, höhere Vertriebsaufwendungen und Kosten im Zusammenhang mit dem NH90.
Im Dezember 2006 begann Eurocopter mit den Auslieferungen in zwei bedeutenden Hubschrauberprogrammen: die ersten drei NH90 wurden an die Bundeswehr übergeben und die US-Streitkräfte erhielten drei Monate vor dem vereinbarten Termin den ersten von bis zu 322 leichten Mehrzweckhubschraubern (UH-72A Lakota).
Mit Neuaufträgen über 615 Hubschrauber (2005: 401) erzielte Eurocopter einen neuen Rekord und übertraf das Vorjahresniveau wertmäßig um 39 Prozent. Von diesen Bestellungen stammten 71 Prozent von Kunden außerhalb Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Dies belegt den Erfolg von Eurocopter auf dem Weltmarkt. 53 Prozent des Auftragseingangs entfallen auf Militärhubschrauber, darunter 43 von Australien und Neuseeland bestellte NH90. Der Auftragsbestand stieg weiter auf € 11,0 Mrd. zum 31. Dezember 2006 (Jahresende 2005: € 10,0 Mrd.). Dies entspricht 1.074 bestellten Hubschraubern (Jahresende 2005: 840).
Unter dem neuen Namen EADS Astrium erzielte der bisherige Geschäftsbereich Raumfahrt im Jahr 2006 ein solides und gewinnträchtiges Wachstum. Dabei profitierte er von einem wieder freundlicheren Geschäftsumfeld. Während der Umsatz um 19 Prozent auf € 3.212 Mio. (2005: € 2.698 Mio.) stieg, konnte das EBIT* mehr als verdoppelt werden: € 130 Mio. gegenüber € 58 Mio. im Jahr 2005. Getragen wurde dieses Ergebnis von Fortschritten in der Ariane 5-Produktion, dem Geschäft mit ballistischen Raketensystemen, einem außergewöhnlichen Jahr für Satelliten und dem Hochlauf der Paradigm-Dienstleistungen. Weitere Faktoren waren die anhaltenden Maßnahmen zur Kostensenkung und die erfolgreiche Restrukturierung. Zu den Höhepunkten des Jahres 2006 gehörten die Auslieferung der Weltraumlabors Columbus, welches Ende 2007 zur internationalen Raumstation ISS gebracht werden soll, und der Erstflug des ballistischen Flugkörpers M51. Sowohl im Satelliten- als auch im Trägergeschäft sicherte sich EADS Astrium jeweils beträchtliche Marktanteile. Der Geschäftsbereich erhielt Aufträge für acht Telekommunikationssatelliten, zwei davon für militärische Aufgaben. Zudem wurden fünf Erdbeobachtungs- und Wissenschaftssatelliten bei EADS Astrium bestellt.
Die Ariane 5 ECA absolvierte 2006 fünf erfolgreiche Starts, und die Nachfrage nach Trägerkapazitäten ist weiter steigend. Nie zuvor verfügte der Geschäftsbereich über einen höheren Auftragsbestand: € 12,3 Mrd. gegenüber € 10,9 Mrd. am Jahresende 2005. Dies bestätigt die starke Position von EADS Astrium als Hauptauftragnehmer für einen Großteil der europäischen Raumfahrtaktivitäten.
Der Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit verbesserte seine operative Leistung, gleichzeitig lief die Produktion wichtiger Programme an. Der Umsatz erhöhte sich um vier Prozent auf € 5.864 Mio. (2005: € 5.636 Mio.), vor allem infolge des Eurofighter-Produktionshochlaufs, des soliden Geschäfts mit Lenkflugkörpern und neuen Digitalfunksystemen. Das EBIT* stieg auf € 348 Mio. (2005: € 201 Mio.) aufgrund eines besseren operativen Geschäfts und Einmaleffekten aus der Veräußerung von EADS/LFK an MBDA. Dadurch wurden zusätzliche Restrukturierungskosten, vor allem bei Defence and Communications Systems und Military Air Systems, und Konsolidierungskreiseffekte aufgewogen.
Zusätzlich zum Vertrag über das Digitalfunknetz für deutsche Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOSNet) erhielt der Geschäftsbereich wichtige Aufträge über sichere Kommunikationsnetze. Im Programm für das integrierte Grenzschutzsystem Rumäniens wurde ein erster Meilenstein erreicht. Zudem wurden bis Jahresende insgesamt 114 Eurofighter ausgeliefert. Der erste UAV-Technologiedemonstrator hob ab und Deutschland bestellte das UAV-System EuroHawk. Im Geschäft mit Verteidigungselektronik wurde das Produktportfolio optimiert, während bei plattformbezogener Ausrüstung Wachstum verzeichnet werden konnte. MBDA hat im Lenkflugkörpergeschäft seine Position als ein weltweit führendes Unternehmen der Branche gefestigt. 2006 bestellte Deutschland 680 Waffensysteme vom Typ PARS 3 LR und das französische Verteidigungsministerium 250 SCALP-Lenkflugkörper.
Der Geschäftsbereich baute seine Präsenz im Bereich der Küsten- und Seeraumüberwachung aus, insbesondere durch die Übernahme von Atlas Elektronik (gemeinsam mit ThyssenKrupp), und den Erwerb von Sofrelog. Zum 31. Dezember 2006 verfügte der Geschäftsbereich über einen Auftragsbestand von € 17,6 Mrd. (Jahresende 2005: € 18,5 Mrd.).
Zentrale und Übrige Aktivitäten (ohne Zugehörigkeit zu einem EADS-Geschäftsbereich):
Der Umsatz der Übrigen Aktivitäten (ATR, EADS EFW, EADS Socata und EADS Sogerma) verbesserte sich stark um neun Prozent auf € 1.257 Mio. (2005: € 1.155 Mio.). Dazu trugen alle vier Geschäftseinheiten bei. Das EBIT* belief sich auf € -288 Mio. (2005: € -171 Mio.). Die positiven Beiträge von ATR, EADS EFW und EADS Socata wurden erneut mehr als aufgezehrt von dem ausgeweiteten EBIT*-Verlust bei EADS Sogerma (€ -351 Mio.). Der Verkauf der MRO-Aktivitäten (Maintenance, Repair, Overhaul) von EADS Sogerma Services an die TAT Group wurde am 10. Januar 2007 abgeschlossen. Bei EADS Sogerma verbleiben das Geschäft mit Flugzeugsitzen und -komponenten sowie zwei Tochterunternehmen (Trieb- und Fahrwerkswartung) mit einem Umsatzvolumen von rund € 350 Mio. im Jahr 2006.
Im Jahr 2006 bestätigte sich die Erholung des Marktes für Turboprop-Flugzeuge. Der Regionalflugzeughersteller ATR erhielt Aufträge über 63 neue Flugzeuge. Vor dem Hintergrund seines hohen Auftragsbestands von 116 Flugzeugen wird ATR die Auslieferungsrate in den nächsten Jahren erhöhen. EADS EFW übergab 14 umgerüstete Frachter an Kunden und baute das Geschäft mit Flugzeugkomponenten dank der erhöhten Airbus-Produktion weiter aus. Ein Kooperationsabkommen mit Irkut hinsichtlich der zukünftigen Frachterumrüstung von A320-Flugzeugen ergänzt die Internationalisierungsbestrebungen der EADS in Russland. EADS Socata verfügt über einen Auftragsbestand von 40 TBM 850. Ende 2006 belief sich der Auftragsbestand der Übrigen Aktivitäten auf € 2,3 Mrd. (Jahresende 2005: € 2,1 Mrd.).
Die EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Zur EADS gehören der Flugzeughersteller Airbus, das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter und EADS Astrium, die europäische Nummer 1 im Raumfahrtgeschäft mit Programmen wie Ariane und Galileo. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium, entwickelt das militärische Transportflugzeug A400M und ist beteiligt an MBDA, dem international führenden Lenkflugkörperhersteller.
Auftragsbestand (5) , in Mio. davon Verteidigung, in Mio.
262.810 52.933
253.235 52.363
+4% +1%
Nettoliquidität, in Mio.
4.229
5.489
-23%
Beschäftigte
116.805
113.210
+3%
Gewinn vor Zinsen, Steuern, Wertminderungen, Abschreibungen und außerordentlichen Posten
Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten
Die EADS verwendet weiterhin den Terminus Net Income. Die Bedeutung ist identisch mit dem Ergebnis, das den Gesellschaftern des Mutterunternehmens gemäß den IFRS-Regeln zusteht.
EADS veränderte im Jahr 2006 seine Bilanzierungsmethode zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen vom Korridor-Ansatz zum Eigenkapital-Ansatz, d.h. sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Bilanz als Pensionsrückstellung ausgewiesen und mindern dabei erfolgsneutral das Eigenkapital. Dies führt dazu, dass versicherungsmathematische Verluste storniert werden, die nach dem Korridor-Ansatz als Aufwendungen berücksichtigt wurden. 2006 verbessern sich dadurch EBITDA und EBIT* um € 45 Mio., das Konzernergebnis um € 25 Mio. und das Ergebnis je Aktie um € 0,03.
Beiträge aus dem zivilen Flugzeuggeschäft zum Auftragseingang bzw. Auftragsbestand der EADS basieren auf Listenpreisen.
Das EBIT* im vierten Quartal wurde beeinträchtigt durch Belastungen im Zusammenhang mit den A380-Lieferverzögerungen, den Programmstart der A350XWB sowie durch weniger vorteilhafte Hedging-Konditionen (Q4 2006: € 1 = US$ 1,13 gegenüber € 1 = US$ 1,10 im vierten Quartal 2005), höhere F&E-Aufwendungen sowie Restrukturierungskosten bei EADS Sogerma und im Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit. Diese Belastungen wurden abgemildert durch bessere operative Ergebnisse, vor allem aufgrund höherer Volumina.
Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten
Die EADS verwendet weiterhin den Terminus Net Income. Die Bedeutung ist identisch mit dem Ergebnis, das den Gesellschaftern des Mutterunternehmens gemäß den IFRS-Regeln zusteht.
EADS veränderte in 2006 seine Bilanzierungsmethode zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen vom Korridor-Ansatz zum Eigenkapital-Ansatz, d.h. sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Bilanz als Pensionsrückstellung ausgewiesen und mindern dabei erfolgsneutral das Eigenkapital. Dies führt dazu, dass versicherungsmathematische Verluste storniert werden, die nach dem Korridor-Ansatz als Aufwendungen berücksichtigt wurden. Im vierten Quartal 2006 verbessern sich dadurch EBITDA und EBIT* um € 12 Millionen, das Konzernergebnis um € 6 Millionen und das Ergebnis je Aktie um € 0,01.
umfasst Anpassungen auf Konzernebene für die A400M-Rückstellung bei Airbus
ATR, EADS EFW, EADS Socata und EADS Sogerma Services werden als Übrige Aktivitäten geführt. Dies ist kein eigenständiger EADS-Geschäftsbereich.
Kontakt
Michael Hauger
EADS
Tel.: +49 89 60 73 42 35
Isabelle Desmet
EADS
Tel.: +33 1 42 24 20 63
Miguel Sanchez
EADS
Tel.: +34 91 5 85 77 89
* EBIT
Die EADS verwendet das EBIT vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten als Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Leistung. Der Terminus „außerordentliche Posten“ bezieht sich auf Sachverhalte, wie Aufwendungen aus Abschreibungen der aufgedeckten stillen Reserven aus der Gründung der EADS, dem Airbus-Unternehmenszusammenschluss, der Gründung der MBDA sowie in diesem Zusammenhang stehende Abschreibungen aufgrund von Werthaltigkeitstests.
Sicherheitshinweis zu den Prognosen über die Geschäftsentwicklung (Safe Harbour Statement):
Bestimmte Aussagen dieser Pressemitteilung geben keine historischen Fakten wieder, sondern sind vorausschauende Aussagen und Erwartungen, die sich auf die Überzeugungen der Geschäftsleitung stützen. Diese Aussagen entsprechen den zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung aktuellen Ansichten und Einschätzungen der EADS. Sie unterliegen bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass tatsächliche Ergebnisse, Leistungsdaten oder Ereignisse von den in solchen Mitteilungen explizit oder implizit ausgewiesenen maßgeblich abweichen können.
In dieser Pressemitteilung sind vorausschauende Aussagen durch Formulierungen wie „rechnen mit“, „glauben“, „schätzen“, „erwarten“, „beabsichtigen“, „planen“ oder „möglicherweise“ gekennzeichnet.
Zu den Prämissen, auf denen diese vorausschauenden Angaben beruhen, zählen unter anderem, aber nicht ausschließlich: Erwartungen zur Nachfrage, zu gegenwärtigen oder künftigen Absatzmärkten für die Produkte und Dienstleistungen der EADS, zur internen Performance, zu Kundenfinanzierungen, zur Performance von Kunden, Zulieferern und Unterauftragnehmern, zu Vertragsverhandlungen oder zu den positiven Ergebnissen bestimmter laufender Vertriebskampagnen.
Vorausschauende Aussagen bergen Unsicherheiten, und die tatsächlichen Ergebnisse und Trends können deutlich von ihnen abweichen – unter anderem, jedoch nicht ausschließlich, aus folgenden Gründen: allgemeine wirtschaftliche und arbeitsmarkttechnische Umstände, wie besonders die konjunkturelle Lage in Europa, Nordamerika und Asien; rechtliche, finanzielle und zwischenstaatliche Risiken im Zusammenhang mit internationalen Geschäftsabschlüssen; die Konjunkturabhängigkeit einzelner Geschäftseinheiten der EADS; die Volatilität der Märkte für bestimmte Produkte und Dienstleistungen; Risiken im Zusammenhang mit den Leistungen unserer Produkte; Arbeitskämpfe im Rahmen von Tarifverhandlungen; Faktoren, die eine dauerhafte, signifikante Einschränkung des weltweiten Luftverkehrs bedingen; der Ausgang politischer und rechtlicher Prozesse, einschließlich der nicht gesicherten staatlichen Finanzierung bestimmter Programme; die Konsolidierung des Wettbewerbs in der Luft- und Raumfahrtindustrie; Entwicklungskosten für neue Produkte und deren Vertriebserfolg; Wechselkurs- und Zinsschwankungen zwischen Euro, US-Dollar und anderen Währungen; Rechtsstreitigkeiten sowie andere wirtschaftliche, politische und technologische Risiken und Unsicherheiten.
Weiterführende Informationen zu diesen Faktoren können dem Registrierungsdokument des Unternehmens vom 26. April 2006 entnommen werden.
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