Oberpfaffenhofen/Friedrichshafen, 15 Juni 2007
Für den Friedrichshafener Geoinformationsdienstleister Infoterra GmbH beginnt mit dem heutigen Tage ein neuer Abschnitt der Firmengeschichte:
Mit dem erfolgreichen Start des deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X am Freitag, 15. Juni 2007, 08:14 Uhr Ortszeit (=04:14 Uhr MESZ) vom russischen Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) ist der erste bedeutende Meilenstein in der Umsetzung einer öffentlich-privatwirtschaftlichen Partnerschaft (public-private-partnership - PPP) zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Infoterra-Muttergesellschaft Astrium GmbH erreicht.
"Nun ist es an uns, den nächsten Schritt voranzutreiben", erläutert Jörg Herrmann, Geschäftsführer der Infoterra GmbH, die 2001 eigens zum Zweck der kommerziellen Vermarktung der TerraSAR-X-Daten gegründet wurde. "Wir werden in den kommenden Jahren sicherstellen, dass die TerraSAR-X Mission langfristig kommerziell erfolgreich ist. Unser Erfolg sichert dabei für alle beteiligten Partner die Nachhaltigkeit der Mission."
Infoterra hat diese Vermarktung gründlich vorbereitet: Neben einem zuverlässigen weltweiten Vertriebsnetzwerk wurde eine sichere technische Infrastruktur für den Datenvertrieb aufgebaut. Zudem konnte bereits vor dem Start des Satelliten ein kleiner aber hochwertiger Kundenstamm fest an das Unternehmen gebunden werden, man steht außerdem in viel versprechenden Verhandlungen mit zahlreichen weiteren Anwendern. Nicht zuletzt wurde ein solides Portfolio an radar-basierten Geoinformationsprodukten vorentwickelt, das jetzt operativ in den Markt gebracht wird.
"Wir haben seit Jahren darauf hingearbeitet, die Vermarktung der TerraSAR-X-Daten endlich in Angriff nehmen zu können und freuen uns darauf, Kunden und Interessenten jetzt bald mit Daten- und Geoinformationsprodukten versorgen zu können."
Infoterra rechnet damit, in etwa drei Monaten die ersten vorläufigen Datensätze ausliefern zu können, die volle Datenqualität und der volle kommerzielle Betriebsstatus des TerraSAR-X werden etwa ein halbes Jahr nach dem Start erreicht werden.
Die Infoterra GmbH wurde im Jahr 2001 eigens zum Zweck der Vermarktung der TerraSAR-X Daten gegründet und besitzt die exklusiven kommerziellen Nutzungsrechte an diesen Daten. Zudem bringt das Unternehmen daraus entwickelte Geoinformationsprodukte und -dienstleistungen in den Markt.
Darüber hinaus ist die Infoterra GmbH bereits seit mehreren Jahren führend an der Entwicklung und Erprobung von Geoinformationsdiensten im Rahmen der europäischen GMES (Global Monitoring for Environment and Security) Initiative beteilig und koordiniert umfangreiche Projekte im Bereich der GMES-Landbeobachtung.
Die Infoterra GmbH hat 40 Mitarbeiter in Friedrichshafen und ist Teil der europäischen Infoterra-Gruppe mit insgesamt 300 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 50 Mio Euro, zu der auch Firmen in Großbritannien und Frankreich gehören. Das Unternehmen ist eine einhundertprozentige Tochter der Astrium GmbH.
TerraSAR-X ist der erste deutsche Satellit, der im Rahmen einer so genannten Public Private Partnership (PPP) zwischen dem DLR und der Astrium GmbH realisiert wird: Europas führender Satellitenspezialist Astrium beteiligt sich an den Kosten für Entwicklung, Bau und Einsatz des Satelliten. Die Nutzung von TerraSAR-X-Daten für wissenschaftliche Zwecke liegt in der Zuständigkeit des DLR, während die Infoterra GmbH, eine Tochtergesellschaft von Astrium, für die kommerzielle Vermarktung verantwortlich ist. Der Satellit wird die Erde in einer Höhe von 514 Kilometern auf einer polaren Umlaufbahn umrunden und mit seiner aktiven Antenne neuartige und hochwertige X-Band-Radardaten von der gesamten Erde aufnehmen. TerraSAR-X arbeitet unabhängig von Wetterbedingungen, Wolkenbedeckung und Tageslicht und wird in der Lage sein, Radardaten mit einer Auflösung von bis zu einem Meter zu liefern.