Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Die EADS bindet Auszubildende stärker in den Produktionsprozess ein

  • Duales Ausbildungssystem wird durch Modellversuch an sechs
    EADS-Standorten weiterentwickelt
  • Über 900 Auszubildende nehmen bis 2008 am Programm
    "Move pro Europe" teil
  • Bessere Voraussetzungen für die berufliche Mobilität in Europa

Amsterdam/Manching, 11 April 2005

Die EADS geht neue Wege in der technischen Berufsausbildung und führt die Auszubildenden näher an die Produktionsprozesse heran. In einem vierjährigen Modellversuch entwickelt die EADS das bewährte duale Berufsausbildungssystem weiter und schafft bessere Voraussetzungen für die berufliche Mobilität innerhalb Europas. Die Auszubildenden werden so früher und effektiver an die zukünftigen Anforderungen im Hochtechnologiebereich herangeführt.

Der Modellversuch "Move pro Europe" läuft seit 1. September 2004 an sechs deutschen EADS-Standorten und umfasst derzeit 226 Auszubildende der Berufe Fluggerätmechaniker und Elektroniker für Luftfahrttechnische Systeme. Bis zum Ende des Modellversuchs im Jahr 2008 werden daran über 900 Auszubildende beteiligt sein. Am 11. und 12. April stellt die EADS auf einer Fachtagung in Manching die Ziele und Schritte des Modellversuchs vor. Dazu werden über 100 interne und externe Fachleute aus der beruflichen Bildung erwartet.

Statt abseits der Produktion tief greifende handwerkliche Detailkenntnisse zu vermitteln, orientiert sich die Ausbildung zukünftig an den Arbeitsprozessen in den Fachabteilungen. Durch die Nähe zum realen Produktionsprozess sind die Auszubildenden unmittelbar in den fortschreitenden Wandel von Technologien und Werkstoffen involviert. Die verstärkte Bindung zwischen jungen Mitarbeitern und dem Produkt dient der Motivation und fördert das Verständnis für die Bedeutung der geleisteten Arbeit. Besonderes Augenmerk liegt auf der praktischen Vermittlung von Schlüsselqualifikationen wie funktionalem Denken oder der Fähigkeit, sich in der Praxis selbständig notwendiges Know-how anzueignen.

Der Modellversuch wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und vom Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen wissenschaftlich begleitet. In einem ersten Schritt ermittelte die EADS gemeinsam mit den Wissenschaftlern die beruflichen Anforderungen und betrieblichen Ausprägungen der beiden ausgewählten Ausbildungsberufe. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, welche Fähigkeiten und Kompetenzen die Auszubildenden im späteren Berufsleben als Fluggerätmechaniker oder Elektroniker für Luftfahrttechnische Systeme tatsächlich benötigen.

Mit diesem Modellversuch leistet die EADS einen wesentlichen Beitrag zu mehr Transparenz im dualen Berufsbildungssystem und ermöglicht damit die Vergleichbarkeit und Anerkennung der erworbenen beruflichen Kompetenzen in Europa. Der in diesem Versuch ebenso wissenschaftlich wie in der Praxis nachzuweisende Erwerb von Qualifikationen und Kompetenzen schafft bessere Voraussetzungen für die berufliche Mobilität der Mitarbeiter.

Das bisher praktizierte duale Ausbildungssystem wird durch den Modellversuch nicht in Frage gestellt sondern weiterentwickelt. Durch optimiertes Lernen im realen Arbeitsprozess wird es zukünftig besser möglich sein, bereits in der Ausbildung den schnellen technologischen Wandel sowie Veränderungen in Hochtechnologieberufen zu erfassen und so die Kompetenzen und Fähigkeiten des einzelnen Mitarbeiters zu stärken.

Derzeit bildet die EADS an 18 deutschen Standorten über 2.000 junge Menschen aus. 552 Auszubildende traten im September 2003 in die Berufsausbildung ein, 2004 waren es bereits 564 und zum Ausbildungsbeginn 2005 erhöht sich die Zahl noch einmal auf 579.

Die EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen, mit einem Umsatz von € 31,8 Milliarden im Jahr 2004 und rund 110.000 Mitarbeitern. Zur EADS gehören der Flugzeughersteller Airbus, das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter und das Joint-Venture MBDA, der führende internationale Lenkflugkörperproduzent der Welt. EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium, Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane, entwickelt das militärische Transportflugzeug A400M und ist größter industrieller Partner für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo.

Kontakt:

Markus Wölfle Tel.: +49 89 60 73 42 87