London, 13
September
2005
Die von EADS Defence Electronics für die türkische Luftraumüberwachung entwickelte und an Bord der „Peace Eagle”-Frühwarnflugzeuge installierte Sensorfusions-Software hat erfolgreich die Abnahmetests absolviert. Wie das Unternehmen auf der internationalen Verteidigungs- und Ausrüstungsmesse DSEi (Defence Systems & Equipment International) in London mitteilte, hat Boeing als Generalunternehmer des Peace Eagle-Programms nach zwei intensiven Testwochen mit rund 160 Einzeltests die Multi-Sensor-Integration (MSI)-Software abgenommen. Die MSI-Software wird bereits an Bord der NATO AWACS-Flugzeuge eingesetzt ebenso wie im australischen Wedgetail-Programm.
Mit der MSI-Software von EADS Defence Electronics sind die vier von Boeing entwickelten Frühwarnflugzeuge des Typs 737 AEW&C (Airborne Early Warning & Control) der türkischen Luftwaffe ausgerüstet. Sie ermöglicht es, durch Verarbeitung einer Vielzahl von Aufklärungsdaten, ein Lagebild in Echtzeit zu erstellen und Ziele automatisch zu identifizieren und zu verfolgen.
Auf der Grundlage des vorhandenen Know-hows sowie der im Rahmen verschiedener Programme gesammelten Erfahrungen konnte die EADS auch eine fortschrifttliche Lösung für das britische „Eagle“-Programm anbieten. Dabei ist die Multi-Sensor-Integration das zentrale Element bei diesem Projekt zur Modernisierung der luftgestützten Überwachungsfähigkeit der Frühwarnflugzeuge des Typs E-3 „Sentry” der britischen Luftwaffe.
Die Multi-Sensor-Integration gewährleistet in vernetzten Operationen eine deutliche Verbesserung der automatischen Zielverfolgung und -identifizierung“, erklärte Bernhard Gerwert, Leiter von EADS Defence Electronics, in London. „Damit unterstützt unsere Sensorfusions-Software den Einsatzleiter und die Soldaten bei der luftgestützten Luftraumüberwachung in beachtlichem Umfang.“
Die MSI-Software erlaubt die Identifizierung der Bewegungsbahnen von Luft-, See- und Bodenzielen. Identifizierungsdaten, wie beispielsweise die Übereinstimmung der erfassten Flugbahnen mit Flugplänen, werden zusammengeführt und daraus größtmöglicher Nutzen aus den verfügbaren Datenquellen gezogen. Im Falle von widersprüchlichen Daten tritt ein Konfliktlösungsautomatismus in Kraft, dessen Funktionen ausschließlich mit Hilfe künstlicher Intelligenz gesteuert wird.
Die für das türkische Peace Eagle-Projekt erarbeitete MSI-Software basiert auf der MSI-Version, die EADS Defence Electronics für die AWACS-Frühwarnsysteme der NATO und das ähnlich strukturierte Wedgetail-Programm der australischen Luftwaffe, jeweils mit kundenspezifischen Schwerpunkten, entwickelt hat. Im Wedgetail-Projekt entschied sich die australische Luftwaffe als erster Kunde für die neue AEW&C-Plattform. Der Erstflug fand im Mai 2004 statt. Derzeit unterstützt die EADS die Firma Boeing bei der Integration der Software. Daran schließt sich die Unterstützung während der Flugtests an.
EADS Defence Electronics ist das Sensor-, Avionik- und EW-Haus des EADS-Konzerns und ein integrierter Geschäftsbereich der EADS-Division Defence & Security Systems (DS). Mit einem Umsatz von rund € 5,4 Milliarden im Jahr 2004 und etwa 23.000 Mitarbeitern in zehn Ländern bündelt DS die wesentlichen Verteidigungs- und Sicherheitsaktivitäten der EADS. Die Division bietet integrierte Systemlösungen für die neuen Herausforderungen der Streitkräfte und Sicherheitskräfte an. Sie ist in den Bereichen Militärflugzeuge, Lenkflugkörper, Aufklärung und Überwachung (ISR) mit bemannten und unbemannten Flugzeugen (UAVs), Gefechtsführungssysteme, Verteidigungselektronik, Sensorik und Avionik sowie den dazugehörigen Dienstleistungen tätig.
Die EADS ist ein weltweit führender Anbieter von Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungstechnologien sowie der dazu gehörenden Dienstleistungen, mit einem Umsatz von € 31,8 Milliarden im Jahr 2004 und rund 110.000 Mitarbeitern.