Das niederländische Verteidigungsministerium hat die EADS mit der Lieferung von technischen Systemen für Future Ground Based Air Defence (FGBAD) beauftragt.
FGBAD NL ist das zukünftige Aufklärungs- und Führungssystem für die Flugabwehr des niederländischen Heeres. Es dient der Modernisierung des Luftraumüberwachungsnetzwerks und sichert die Interoperabilität und Kompatibilität der niederländischen Streitkräfte mit der Flugabwehr der NATO-Partner. Damit ist das System ein wichtiger Schritt für die Niederlande zur Erfüllung der heutigen Anforderungen im Bereich der Luftraumüberwachung. Systembestandteile werden darüber hinaus bei Krisenreaktionskräften, auch im Ausland, zum Einsatz kommen.
Die EADS konnte sich gegen starken internationalen Wettbewerb durchsetzen, weil das angebotene System die modernste derzeit verfügbare mobile Lösung zur Luftraumaufklärung und Waffenkoordination ist. „Wir freuen uns über diesen Auftrag“, so Stefan Zoller, CEO von EADS Defence and Communications Systems, „der für die Niederlande ein wesentlicher Schritt hin zu einem vernetzten Luftverteidigungssystem ist. Zusammen mit der Auswahl der EADS für die Assessment-Phase GBAD in Großbritannien ist dieses Projekt ein Beweis für die EADS-Kompetenz im Bereich Luftverteidigungslösungen.“
Der aktuelle Vertrag sieht für die Optimierung der Luftraumüberwachung die Lieferung von drei mobilen taktischen Überwachungs- und Zielerfassungsradaren des Typs TRML-3D vor. Diese bieten mit einer Abtastzeit der Antennen von zwei Sekunden eine Echtzeit-Überwachung. Die uneingeschränkte Interoperabilität mit anderen Überwachungsradaren und Leitstellen wird durch ein Kommunikationsfahrzeug mit integrierten Schnittstellen gewährleistet; zugleich erfüllen die Radarsysteme die Forderung nach Mobilität und Autonomie für Out-of-area-Einsätze.
Darüber hinaus werden für die Waffenkoordination alle Komponenten des FGBAD NL in einer drahtlosen W-LAN-Kommunikationsinfrastruktur miteinander vernetzt. Dieses moderne Kommunikationsnetz ermöglicht den sicheren Informationsaustausch in Echtzeit zwischen den Radaren, dem Führungsfahrzeug und den Waffensystemen, um Analysen über die aktuelle Luft- und Bedrohungslage zu erstellen. Damit können entsprechend der Prioritäten Flugobjekte wie z.B. Hubschrauber, Cruise Missiles und unbemannte Flugzeuge den Waffensystemen zur Bekämpfung zugewiesen werden. Die Zusammenarbeit mit NATO-Partnern erfolgt über eine Standard-NATO-Datenlink-Verbindung.
Defence and Communications Systems (DCS) ist das Systemhaus der EADS und eine Business Unit der EADS-Division Defence and Security Systems (DS), die mit einem Umsatz von über 5,2 Milliarden Euro (2003) und rund 24.000 Mitarbeitern in neun Ländern den Verteidigungspool innerhalb der EADS bildet. DS liefert integrierte Systemlösungen für die neuen Herausforderungen der Streitkräfte und Sicherheitskräfte. Ihre Aktivitäten umfassen die Bereiche Militärflugzeuge, Lenkflugkörper, Aufklärung und Überwachung (ISR) mit bemannten und unbemannten Flugzeugen (UAVs), Gefechtsführungssysteme, Verteidigungselektronik, Sensorik und Avionik sowie die dazu gehörenden Dienstleistungen.