EADS Defence Electronics hat erste Bodenversuche mit ihrem Flugkörperwarnsensor MILDS (Missile Launch Detection System) an Bord einer F-16 der königlich dänischen Luftwaffe erfolgreich durchgeführt.
Wie die EADS am Mittwoch mitteilte, bestand das Ziel der Tests darin, nachzuweisen, dass MILDS in das elektronische Kampfführungssystem der F-16 integriert werden kann und in der Lage ist, die für eine Anpassung der MILDS-Software an die Umgebung der F-16 erforderlichen Daten zu sammeln. Die Tests lieferten sowohl für die Ruhestellung als auch für die Rollbewegung des Flugzeugs erfolgreiche Ergebnisse. Eine Stimulation der Sensoren löste eine entsprechende Anzeige auf dem Advanced Threat Display im Cockpit des Testflugzeugs aus. Der nächste Meilenstein des Projekts besteht in den für die erste Jahreshälfte vorgesehenen Flugtests an Bord des F-16-Testflugzeugs.
Die königlich dänische Luftwaffe hatte EADS Defence Electronics (DE) im Juli 2004 mit der Lieferung von 30 Einheiten des MILDS-F-Systems AN/AAR-60 (V) 2 zur Integration in die dänische F-16-Flotte beauftragt. MILDS-F soll besonders den Schutz gegen elektrooptisch gelenkte Boden-Luft-Flugkörper bieten, die vom Radarwarnsystem der F-16 nicht erfasst werden können.
„MILDS stellt mit seiner extrem niedrigen Falschalarmrate und seiner großen Detektionsgeschwindigkeit zusammen mit der automatischen Auslösung von Gegenmaßnahmen eine Entlastung des Piloten in zeitkritischen Situationen dar und gewährleistet die sichere Rückkehr der Besatzung mit ihrem Flugzeug”, erklärte Bernhard Gerwert, CEO und President von EADS Defence Electronics.
MILDS-F ist ein passives abbildendes Sensorsystem, das die UV-Strahlensignatur anfliegender Flugkörper erfasst. Die extrem hohe Auflösung ermöglicht in Verbindung mit einer schnellen Datenverarbeitung eine überaus zuverlässige Identifizierung und schließt praktisch Falschalarme aus. Eine Reihe von Sensoren, die mit einem so genannten Countermeasure Signal Processor verlinkt sind, gewährleistet eine Rundumabdeckung und eine kurze Reaktionszeit. Das System ist im Hinblick auf seine Installation in den Pylonen oder im Rumpf von Kampfflugzeugen optimiert. MILDS-F basiert auf dem MILDS-Sensor, der sich bereits an Bord einer Vielzahl an Drehflüglern und Großraumflugzeugen (z.B. Tiger, NH90, CH-47 und C-130) bewährt hat.
In dem dänischen Programm wird das Selbstschutzsystem von EADS DE in das Pylonsystem PIDS+ (Pylon Integrated Defence System) von TERMA A/S integriert und mit dem elektronischen Kampfführungssystem der F-16 gekoppelt. EADS DE und TERMA haben vereinbart, den F-16-Markt weltweit gemeinsam anzugehen.
EADS Defence Electronics ist eine integrierte Business Unit der EADS-Division Defence and Security Systems (DS) und ein bedeutender Anbieter von Radar-, Avionik- und Selbstschutzsystemen. DS erzielte 2003 mit 24.000 Mitarbeitern in neun Ländern einen Umsatz in Höhe von 5,2 Milliarden Euro und bildet den Bereich der Verteidigungssysteme innerhalb des EADS-Konzerns. Sie liefert integrierte Systemlösungen für die neuen Herausforde-rungen, mit denen sich die Streitkräfte und Heimatschutzeinheiten konfrontiert sehen. Ihre Geschäftsaktivitäten umfassen Militärflugzeuge, Flugkörpersysteme, ISR-Systeme (Intelligence, Surveillance, Reconnaissan-ce) mit bemannten und unbemannten Flugzeugen, Gefechtsfeldmanage-mentsysteme, Verteidigungselektronik, Sensoren und Avionik sowie die dazu gehörenden Dienstleistungen.
Die EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie. Im Jahre 2003 erwirtschaftete der Konzern mit über 109.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von mehr als 30 Milliarden Euro.