Abschließender Freiflug des Forschungs- und Technologievorhabens erfolgreich durchgeführt
Unterschleißheim, 18
November
2003
Im Oktober 2003 flog ein Hyperschallflugkörper der EADS/LFK erstmals über 7 Mach in Bodennähe - das ist eine Geschwindigkeit von etwa 2,3 Kilometer pro Sekunde. Damit überschritt der Flugkörper den bei einem ähnlichen Versuch im letzten Jahr aufgestellten Geschwindigkeitsweltrekord von 6,6 Mach. Der erfolgreiche Versuch fand mit dem Erprobungsträger HFK E1 auf dem Versuchsgelände der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 91 in Meppen statt.
"Mit dem Vordringen in Geschwindigkeitsbereiche, die vorher noch nicht erreicht wurden, haben unsere Ingenieure die technologische Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit dem Hyperschallversuchsträger können wir eine breite Palette von technisch-physikalischen Phänomenen im Hochgeschwindigkeitsbereich untersuchen, die zukünftigen Anwendungen zugute kommen" kommentiert Werner Kaltenegger, Leiter der EADS/LFK, die Forschungsarbeiten.
Die Ziele des Versuchs konnten voll erreicht werden: die Steigerung der Geschwindigkeit auf über 7 Mach, Untersuchungen von thermodynamischen und aerodynamischen Phänomenen, Erkenntnisse über Effekte in der Strukturmechanik sowie das Testen von Komponenten und Werkstoffproben. Das konisch ausgeführte Hochleistungstriebwerk, das von der Bayern-Chemie konzipiert wurde, bestätigte auch bei diesem Freiflug seine einzigartigen Eigenschaften. Im Gegensatz zum Test des Jahres 2002 kamen diesmal anstelle von Gitterrudern speziell für extrem hohe Geschwindigkeiten ausgelegte Planarflossen zum Einsatz.
Durch das einwandfreie Funktionieren der Telemetrie stehen der EADS/LFK nun sämtliche Messergebnisse - in der hauptsächlich interessierenden Beschleunigungsphase bis zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit - zur Verfügung. "Dies bedeutet für die EADS/LFK einen entscheidenden Fortschritt. Wir versprechen uns auch durch den Vergleich der neuen Messdaten mit den Daten vom Flugversuch des HFK E0 im vergangenen Jahr wichtige weiterführende Erkenntnisse", erläutert Peter Gleich, Programmverantwortlicher bei der EADS/LFK. "Damit werden wir unseren internationalen Know-How-Vorsprung weiter ausbauen."
Ingesamt wurden im Rahmen des nationalen Forschungs- und Technologievorhabens vier Flüge mit Hyperschallflugkörpern durchgeführt. Die Flüge mit den Hyperschallflugkörpern E0 und E1 fanden dabei unter der alleinigen Verantwortung der EADS/LFK statt.
Das Thema Hyperschallflugkörper hat weltweit an Bedeutung gewonnen. Auf der Grundlage der technologischen Erkenntnisse aus den Hyperschallstudien und Tests sollen zukünftige Hochgeschwindigkeits-Lenkflugkörpersysteme in den Bereichen Flugabwehr/Luftverteidigung und Bodenzielbekämpfung entwickelt werden.
Die EADS/LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH ist eine Geschäftseinheit der EADS.
Die EADS ist das zweitgrößte Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen der Welt mit einem Umsatz von € 29,9 Milliarden im Jahr 2002 und über 100.000 Mitarbeitern. Sie gehört in fast allen Ihren Sparten zu den Marktführern. Als Systemintegrator ist die EADS weltweit eines der wenigen Unternehmen mit der Fähigkeit, unterschiedliche Produkte und Technologien zu Gesamtsystemen zusammenzuführen und auch die dazugehörigen Dienstleistungen anzubieten. Zur EADS gehören der Flugzeughersteller Airbus, das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter, und das Joint-Venture MBDA, der zweitgrößte Lenkflugkörperproduzent der Welt. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium, Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane, entwickelt das militärische Transportflugzeug A400M und ist größter industrieller Partner für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Das Unternehmen verfügt über mehr als 70 Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Es ist weltweit tätig, unter anderem auch in Amerika, Russland und Asien.
Wolfram Lautner
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