Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Energie aus dem Weltraum

Bremen, 23  September  2003

  • Meilenstein für künftige solare Versorgungsysteme direkt aus dem All
  • EADS SPACE Transportation demonstriert präzise Energieübertragung mittels Laser
  • Präsentation anläßlich des Weltraumkongresses IAC in Bremen

EADS Space Transportation hat mit der Entwicklung einer punktgenauen Steuerung für die Übertragung von Energie per Laser einen ersten Meilenstein für künftige solare Energieversorgungssysteme direkt aus dem All erreicht. Mit dem dafür entwickelten Algorithmus ist es jetzt erstmals möglich, sowohl Energie als auch Daten präzise auf ein Objekt zu übertragen. Das teilte EADS SPACE Transportation am Dienstag anläßlich einer Pressekonferenz in Bremen mit.

Mit einer Bodensimulation belegten die Ingenieure und Forscher, dass mittels der neuen Technologie der energieübertragende Laser und der Empfänger - in diesem Fall ein fahrender Micro-Rover, der in größerem Maßstab auch bei zukünftigen Raumfahrtmissionen Verwendung finden soll - selbstätig und exakt miteinander Verbindung halten können. Dazu Frank Steinsiek, zuständiger Leiter des Projekt Solar Power Infrastructure (SPI): "Damit wird zum einen die zielsichere Übertragung von Energie durch freifliegende orbitale Strukturen zum Empfänger auf der Erde möglich; zum anderen können bemannte wie unbemannte Missionen durch Übertragung mittels Laser im All auch dort mit Energie versorgt werden, wo Solarzellen keinen Strom produzieren und liefern können. Wir erschließen für die Raumfahrt als auch für das Leben auf der Erde gleichermaßen ein riesiges Potenzial."

In einem nächsten Schritt schlägt EADS SPACE Transportation die Anbringung einer Lasereinheit für die Energieübertragung an der Internationalen Raumstation vor. Doch die Visionen reichen weit darüber hinaus. "Weitere Schritte führen über freifliegende Laserplattformen in verschiedenen Umlaufbahnen bis hin zur Errichtung eines Kraftwerks im Gigawatt-Bereich in 36.000 Kilometern Höhe. Gleichzeitig können wir uns vorstellen, dass Raumschiffe der Zukunft auf eigene Antriebe verzichten können. Stattdessen sollen sie von Laserstationen im Weltraum ebenso mit Sonnenenergie versorgt werden wie Roboter und Rover auf Mond und Mars", sagte Hartmut Müller, bei EADS SPACE Transportation zuständig für Zukunftsszenarien.

Die bisherige Kosten für die Entwicklung der SPI-Technologie beziffert Müller auf über 600.000 Euro. Zwei Drittel davon trägt EADS SPACE Transportation selbst, ein Drittel wurde bereits im Rahmen des BEOS-Vorhabens zum Aufbau eines Betriebs- und Nutzungszentrums für die Internationale Raumstation von der Freien Hansestadt Bremen übernommen.

Im Rahmen des 54. International Astronautical Congress IAC (29. September bis 3. Oktober in Bremen) wird dieses Projekt dann auch erstmals einem breiten Fachpublikum zugänglich gemacht werden. EADS SPACE Transportation wurde im Juni 2003 gegründet und ist aus dem Zusammenschluss der deutschen Astrium Raumfahrt-Infrastruktur und der französischen EADS Launch Vehicles hervorgegangen. EADS SPACE Transportation ist der europäische Spezialist für Raumtransporte, bemannte Raumfahrt und ballistische Trägerraketen für Frankreichs Streitkräfte. Das Unternehmen erwirtschaftete mit 5.000 Mitarbeitern im Jahr 2002 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro und ist an den Standorten Bremen, Friedrichshafen, Ottobrunn und Lampoldshausen sowie in Les Mureaux bei Paris, in St-Médard-en-Jalles bei Bordeaux und in Kourou (Französisch-Guayana) angesiedelt.

Achtung Redaktionen: Der Text dieser Pressemitteilung sowie Hintergrundinformationen stehen zum Download bereit unter: http://cs.space.eads.net/pr/

Bremen, 23. September 2003

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