Amsterdam/Paris, 04
November
2003
Die EADS, zweitgrößtes Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen der Welt, wird ihre Forschung- und Entwicklungstätigkeiten weiter ausbauen. In seiner Eröffnungsrede für das Technologie Forum 2003 im EADS Forschungszentrum in Suresnes bei Paris umriss Philippe Camus, CEO der EADS, die wichtige Rolle, die Innovation und F&E bei der Transformation des Unternehmens seit seiner Gründung vor drei Jahren gespielt haben. "Wir sind davon überzeugt, dass auch die besten Unternehmen nur dann Erfolg haben werden, wenn sie sich leiten lassen vom Bewusstsein für ständige und umfassende Innovation", erklärte er. "Dies erfordert viel Mut und Risikobereitschaft bei der Entwicklung modernster Technologien."
Das zweite Technologie-Seminar der EADS für internationale Medienvertreter wird in diesem Jahr von über 100 Teilnehmern, darunter 70 Wirtschafts- und Fachjournalisten aus 15 Ländern, besucht. Dabei stellt die EADS technologische Fortschritte aus allen Geschäftsbereichen der EADS von der zivilen Luftfahrt, über Hubschrauber, Militärflugzeuge, Flugkörper bis hin zur Raumfahrt- und Verteidigungselektronik vor.
Camus hob in seiner Ansprache das finanzielle Engagement der EADS hervor. In 2002 seien 17 Prozent des Gesamtumsatzes in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten investiert worden. In 2003 plane die EADS eigenfinanzierte F&E-Investitionen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro, ein neuer Rekord für das Unternehmen. Die Forschungsinvestitionen der EADS liegen damit beträchtlich über denen ihrer engsten Wettbewerber.
Der CEO der EADS erläuterte die praktischen Resultate dieser Investitionen und verwies auf das bahnbrechende A380-Programm in der zivilen Luftfahrt, das wachsende Engagement bei der Entwicklung des militärischen Transportflugzeugs A400M, auf Investitionen bei Betankungsflugzeugen und anderen Flugzeugvarianten, die Entstehung weiterentwickelter Abwehrflugkörper sowie die starke Konzentration des Unternehmens auf die Zusammenführung raumbasierter Systeme mit Bodenbefehlszentren, um den Anforderungen nach hoch entwickelten C4ISR-Fähigkeiten (C4ISR = Command Control Communications Computers Intelligence Surveillance Reconnaissance) für die moderne Kampfführung Rechnung zu tragen.
Daniel Deviller, Chief Technology Officer (CTO) der EADS, sagte in seiner Rede: "Von den für F&E in der EADS Gruppe vorgesehenen 5 Milliarden Euro werden mehr als 450 Millionen Euro in mittel- und langfristige Forschungs- und Technologieprojekte (F&T) für die Erneuerung vorhandener und in neue Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zur Effizienzsteigerung fließen. In diesem Jahr gehen davon 85 Millionen Euro in Projekte des F&T Netzwerks der EADS, das sich auf strategische Forschungsprojekte und Technologien für übergreifende Anwendungen in der Gruppe konzentriert."
Der CTO unterstrich die wichtige Aufgabe der Investitionen in Projekte, die die Rolle der EADS als Systemanbieter und -integrator stärken. Diese Investitionen seien entscheidend für die Wachstumspläne der EADS im Verteidigungsbereich und die Steigerung der Effizienz von Prozessen in der Wertschöpfungskette der EADS.
Camus forderte ein stärkeres Engagement der europäischen Regierungen bei Forschung und Entwicklung im Verteidigungsbereich als im letzten Jahrzehnt. "Was unmittelbar nach Ende des Kalten Krieges verständlich gewesen ist, kann für die Zukunft nicht mehr gelten. Die europäischen Regierungen müssen ihre Verantwortung zur angemessenen Beteiligung an Weiterentwicklungen im Rahmen der westlichen Allianz akzeptieren", stellte Camus fest. "Dies ist unerlässlich für die europäischen Anstrengungen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit sowie für Beiträge zu NATO- und EU-Missionen. Es ist außerdem eine Grundvoraussetzung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie."
Camus begrüßte außerdem die aktuellen Initiativen zur Gründung einer "European Armament Military and Research Agency" aus und machte deutlich, dass eine solche Behörde integrierte und damit effizientere Lösungen für zukünftige Forschungsprojekte ermöglichen und entscheidende Investitionen in weiterentwickelte Verteidigungstechnologien auslösen könnte: "Die Schaffung dieser Behörde ist wichtig, um einen Prozess zur Harmonisierung der europäischen Anforderungen und der Beschaffungsplanung zu etablieren. Allein ihr Bestand sollte zukünftige Großprogramme, die der Verteidigung und Sicherheit in Europa dienen, für die betroffenen Regierungen wirksamer, schneller durchführbar und kostengünstiger machen."
Er unterstrich außerdem, dass die Regierungen die stärkere industrielle Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg unterstützen sollten: "Die westlichen Verbündeten sollten ein Umfeld fördern, in dem transatlantische und andere industrielle Partnerschaften ihre Anstrengungen darauf konzentrieren können, modernste Systeme auf möglichst kostengünstige Weise zu entwickeln."
Die EADS ist ein führendes Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen und mit einem Umsatz von 29,9 Milliarden Euro im Jahr 2002 die Nummer zwei der Branche. Sie beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter und gehört zu den Marktführern bei Verteidigungs-technologie, in der zivilen Luftfahrt, bei Hubschraubern, Raumfahrt, militärischen Transport- und Kampfflug-zeugen und den dazugehörigen Dienstleistungen. Zur EADS gehören der zivile Flugzeugbauer Airbus, der weltweit größte Hubschrauber-Hersteller Eurocopter und MBDA, der zweitgrößte Lenkflugkörperhersteller der Welt. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium und führt die Entwicklung des militärischen Transportflugzeugs A400M. Das Unternehmen verfügt über mehr als 70 Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Es ist weltweit tätig, unter anderem in Amerika, Russland und Asien.
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