Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Punktlandung für Bundeswehr-Fallschirmspringer mit EADS-Navigationssystem

München/Koblenz, 19  November  2003

Punktlandung für Bundeswehr-Fallschirmspringer mit EADS-Navigationssystem

Punktlandung für Bundeswehr-Fallschirmspringer mit EADS-Navigationssystem

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© EADS

Die Bundeswehr erhält ‚ParaFinder’, ein weltweit neuartiges Navigationssystem für hochpräzise Fallschirm-Absprünge aus großen Höhen und über weite Distanzen. Wie die EADS am Mittwoch mitteilte, haben der EADS-Geschäftsbereich Militärflugzeuge und das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) einen Vertrag über die Lieferung von 118 ParaFinder unterzeichnet. Das jetzt beauftragte erste Los für die Bundeswehr-Luftlandetruppen hat einen Auftragswert von € 7,45 Millionen.

ParaFinder soll bei verschiedenen Einheiten der Bundeswehr, etwa bei der Division Spezielle Operationen (DSO), dem Kommando Spezialkräfte (KSK), Fallschirmjägern und Kampfschwimmern eingesetzt werden. Es ermöglicht die ziel- und zeitgenaue Verbringung von Soldaten aus Höhen von bis zu 10.000 Metern und über Entfernungen von über 50 Kilometern. Das von der EADS entwickelte System ist nahezu wetterunabhängig. Somit können die Transportmaschinen, etwa die Transall oder zukünftig die A400M, außerhalb der Reichweite der meisten Flugabwehrwaffen bleiben. Zudem wird die Aufklärbarkeit der Fallschirmspringer nahezu unmöglich.

Durch ParaFinder werden die damit ausgerüsteten Soldaten praktisch zu „instrumentierten Luftfahrzeugen“, erläutert der bei EADS Militärflugzeuge zuständige Programmleiter Jens Gönnemann. „ParaFinder besteht aus zwei Komponenten: einem Element zur Missionsplanung, in das beispielsweise die für den Sprungeinsatz wichtigen Windrichtungen im geplanten Höhenprofil sowie andere Wetterfaktoren eingegeben werden. Mit dem Navigationsführungsrechner als zweitem Bestandteil wird der Fallschirmspringer mittels eines Helmdisplays in die vorher definierte Landezone geführt.“

Der jetzt beauftragte ParaFinder ist wegen seiner ähnlichen Systemarchitektur und dem identischen Baustein für die Missionsplanung eng mit dem ‚ParaLander’ verwandt, einem von EADS Militärflugzeuge entwickelten selbststeuernden Gleitfallschirmsystem für schwere Lasten. Mittels des ParaLanders kann militärische wie humanitäre Ladung mit Gewichten zwischen einer und sechs Tonnen – etwa Einsatzfahrzeuge, Funktionscontainer oder Wasseraufbereitungsanlagen – punktgenau und unter nahezu allen Wetterbedingungen in die vorgegebenen Landezonen verbracht werden.

Die EADS ist das zweitgrößte Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen der Welt mit einem Umsatz von € 29,9 Milliarden im Jahr 2002 und über 100.000 Mitarbeitern. Sie gehört in fast allen Ihren Sparten zu den Marktführern. Als Systemintegrator ist die EADS weltweit eines der wenigen Unternehmen mit der Fähigkeit, unterschiedliche Produkte und Technologien zu Gesamtsystemen zusammenzuführen und auch die dazugehörigen Dienstleistungen anzubieten. Zur EADS gehören der Flugzeughersteller Airbus, das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter, und das Joint-Venture MBDA, der zweitgrößte Lenkflugkörperproduzent der Welt. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium, Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane, entwickelt das militärische Transportflugzeug A400M und ist größter industrieller Partner für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Das Unternehmen verfügt über mehr als 70 Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Es ist weltweit tätig, unter anderem auch in Amerika, Russland und Asien.

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