Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

MEADS ist bereit für die Entwicklungsphase

Unterschleißheim, 14  August  2003

Dies ist das Ergebnis einer erfolgreichen Demonstration der Kommunikation über die System-schnittstellen (System Level Interfaces) im Lockheed Martin Werk in Syracuse, N.Y., bei der die Fähigkeit des Medium Extended Air Defense Systems (MEADS) nachgewiesen wurde, simulierte Flugzeug- und Flugkörperziele zu erfassen, zu klassifizieren, zu verfolgen und zu zerstören.

Ziel der Nachweisführung war die Verknüpfung von Hardware, Software und durchgängiger, sogenannter "End-to-End"-Simulationen zur Validierung der "Plug-and-Fight"-Kommunikation der MEADS- Komponenten sowie zur Demonstration der Bekämpfung und Vernichtung von simulierten Bedrohungen durch luftatmende und ballistische Flugkörper.

MEADS ist ein mobiles Luftverteidigungssystem, das die Patriot-Systeme in den USA und in Deutschland sowie das Nike Hercules System in Italien ersetzen soll und die Anforderungen des auf Fähigkeitsmodulen basierenden Luftverteidigungssystems Neuer Generation in Deutschland erfüllt. MEADS integriert den erprobten "Direkttreffer (Hit-to-Kill)"-Flugkörper PAC-3 in ein System, bestehend aus Überwachungs- und Feuerleitsensoren, Gefechtsführungs-/Kom-munikationszentren und Startgeräten mit hoher Feuerkraft. Das Waffensystem vereint Überlegenheit auf dem Gefechtsfeld mit beispielloser Flexibilität und kann dadurch in der Rolle der Heimatverteidigung eingesetzt werden, als auch den Schutz von Manöverkräften vor Angriffen von taktischen ballistischen Flugkörpern, Marschflugkörpern, Drohnen (UAVs) und Flugzeugen gewährleisten.

"Das trinationale Team stellt sicher, dass das Konzept standardisierter Schnittstellen für ein vernetztes, verteiltes System tatsächlich funktioniert", sagte Brigadegeneral Thomas J. Gericke, Leiter der NAMEADSMA, der bei der Demonstration zugegen war. "Damit verfügt MEADS über Eigenschaften, die kein anderes auf dem Markt oder in Planung befindliches Flugkörper- und Luftverteidigungssystem aufweist."

Der Nachweis der erfolgreichen Integration und Kontrolle eines simulierten PAC-3-Flugkörpers mit Sensor- und Steuerungselementen in die MEADS-Architektur markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg, MEADS in die Entwicklungsphase zu überführen. Alle Systeme arbeiteten wie geplant und verifizierten das MEADS-eigene "Plug-and-Fight"-Konzept sowie die Auslegung der Kommunikations-Software.

"Nachdem wir eine Bedrohungssituation in die Simulation eingegeben hatten, erzeugte das Radar Zielmeldungen, aufgrund derer das Gefechtsführungssystem (BMC4I) entschied, ob und wann eine Bekämpfung zu erfolgen hat", sagte Klaus Riedel, Vorsitzender von MEADS International (MI). "Sobald das Startgerät den Befehl erhalten und den Flugkörper abgefeuert hatte, wurde das Ziel verfolgt und das Multifunktions-Feuerleitradar (MFCR) übernahm die erste Flugkörper-Führung. Der PAC-3-Suchkopf erfasste und zerstörte das Ziel mit seiner Hit-to-Kill-Technologie."

Ein weiteres wichtiges Ziel wurde mit dem Nachweis der technologischen Ausgereiftheit sowie der Wirtschaftlichkeit des MEADS-Programms, das nächstes Jahr in die Entwicklungsphase eintreten wird, erreicht.

"Neben dem Erreichen aller Zielsetzungen im Rahmen der System Level Interface Demonstration hat das MI-Team seine Kompetenz bewiesen, Software von verschiedenen Firmen in Europa und den USA innerhalb kurzer Zeit in eine funktionsfähige durchgängige (End-to-End)-Simulation zu integrieren," sagte Dave Seckinger, geschäfts-führender Vice President von MI. "Wir haben kritische System-schnittstellen und Systemfunktionen überprüft und gleichzeitig einen richtungweisenden ersten Nachweis unserer robusten Gefechts-führungs- und Radarverarbeitungs-Algorithmen erbracht, die MEADS in die Lage versetzen, das gesamte Spektrum der künftigen Bedrohungen aus der Luft einschliesslich durch Flugkörper abzudecken."

Die Lektionen, die man in bezug auf Luftverteidigung aus dem vor kurzem geführten Irak-Krieg gelernt hat, bestätigen einmal mehr die MEADS-Systemforderungen, die entscheidende Verbesserungen an Gefechtsführung (BMC4I), strategische und taktische Mobilität, 360-Grad-Abdeckung, Lagekenntnis des Bedieners und Zielbestimmung, -unterscheidung und -identifizierung (CDI) fordern. Zusätzlich wird MEADS den Aufwand bei Betrieb und Unterhalt, sowie die operationellen Kosten im Vergleich zum Patriot-System erheblich senken.

Zurzeit befindet sich MEADS in der Risikominimierungsphase (RRE). Die 32 Monate dauernde und 2001 in Angriff genommene RRE-Phase vermindert technisches Risiko durch die Entwicklung von Prototypen-Hardware, Nachweisen, Tests, Leistungsbewertung und Simulationen, mit dem PAC-3-Flugkörper als integralem Bestandteil des MEADS Luftverteidigungssystems.

Zum Abschluss der RRE-Phase wird MEADS International (MI) in Italien eine umfassende Systemdemonstration mit einem Feuerleitradar (MFCR)-Prototypen durchführen. Im Rahmen dieser Demonstration werden Live-Ziele erfasst, verfolgt und simuliert bekämpft, als weiteren Beweis der MEADS-Systemreife.

MEADS International Inc. war 1999 von NAMEADSMA, einer NATO-Agentur, mit der Entwicklung von MEADS beauftragt worden. Als multinationales Joint Venture mit Sitz in Orlando, Florida, arbeitet MEADS International mit den Unternehmen MBDA Italien, EADS und LFK-Lenkflugkörpersysteme in Deutschland, und Lockheed Martin in den USA zusammen. Gemeinsam haben diese Unternehmen in Orlando ein internationales Engineering-Team zur Entwicklung von Systemen und Technologien für das MEADS-Programm etabliert, das sich als Modell für transatlantische Kooperationen im Entwick-lungsbereich bewährt hat.

Die Kosten für das MEADS-Programm werden zu 55 Prozent von den USA, zu 28 Prozent von Deutschland und zu 17 Prozent von Italien aufgebracht. Die EADS ist das zweitgrößte Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen der Welt mit einem Umsatz von € 29,9 Milliarden im Jahr 2002 und über 100.000 Mitarbeitern. Sie gehört in fast allen Ihren Sparten zu den Marktführern. Als Systemintegrator ist die EADS weltweit eines der wenigen Unternehmen mit der Fähigkeit, unterschiedliche Produkte und Technologien zu Gesamtsystemen zusammenzuführen und auch die dazugehörigen Dienstleistungen anzubieten. Zur EADS gehören der Flugzeughersteller Airbus, das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter, und das Joint-Venture MBDA, der zweitgrößte Lenkflugkörperproduzent der Welt. Die EADS ist der größte Partner im Eurofighter-Konsortium, Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane, entwickelt das militärische Transportflugzeug A400M und ist größter industrieller Partner für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Das Unternehmen verfügt über mehr als 70 Standorte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Es ist weltweit tätig, unter anderem auch in Amerika, Russland und Asien.

Ihr Ansprechpartner:

Wolfram Lautner
Tel. +49-89-3179-2549
Fax +49-89-3179-3871