Stand: 18  August  2008 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Dritter Inmarsat-4-Satellit bereit zum Start am 19. August 2008

London, Toulouse, Baikonur, 18  August  2008

In der Nacht vom 18. auf den 19. August 2008 soll vom Weltraumbahnhof Baikonur der dritte von Astrium entwickelte und gebaute Inmarsat-4-Satellit ins All starten. Als Trägersystem wird vom Startdienstleister ILS eine Rakete der Baureihe Proton Breeze M bereitgestellt.

Die insgesamt drei hergestellten Satelliten vom Typ Inmarsat I-4 wurden für Inmarsats mobiles Broadband Global Area Network (BGAN) gebaut; das neue Breitbandnetz bietet Nutzern weltweit mobile Sprach- und Breitband-Datenkommunikation in zuvor unerreichter Qualität.

Nachdem zwei im Jahr 2005 gestartete Satelliten der Inmarsat-4-Reihe bereits in Betrieb stehen, sorgt Inmarsat mit der Aussetzung dieses dritten „Riesen-Satelliten“ auf dessen geostationärer Orbitalposition bei 98° westlicher Länge nun für die vollständige Signalabdeckung des gesamten Planeten. Die drei Satelliten sind identisch und austauschbar, ihre Abdeckung ist programmier- und im Orbit neu konfigurierbar.

Die hochmodernen Satelliten beruhen auf der Satelliten-Plattform Eurostar 3000 aus dem Hause Astrium. Seit 2004 haben bereits elf auf dieser Plattform basierende Satelliten ihren Dienst aufgenommen. Alle drei Inmarsat-4-Satelliten haben einen Plasma-Antrieb und sind mit Solargeneratoren einer Spannweite von 45 m ausgerüstet, die mehr als 14 kW elektrische Leistung liefern. Der Hauptteil der Satelliten ist sieben Meter hoch, wiegt beim Start etwa sechs Tonnen und verfügt über einen etwa 80 Quadratmeter großen, ausklappbaren Antennenreflektor.

Um im gesamten Ausleuchtbereich die für kleine Mobilterminals erforderliche hohe Signalleistung zu erzielen, ist jeder Satellit in der Lage, bis zu 228 digital geformte enge „Spotbeams" abzustrahlen. Dabei lässt sich bestimmten Beams mehr Leistung und Bandbreite zuweisen, um Auslastungsschwankungen noch flexibler auffangen zu können. Ein von Astrium entwickelter und produzierter digitaler Bord-Signalprozessor leitet die Signale gleichsam als orbitale Schaltzentrale an die verschiedenen Beams: Jedes von der Erde ausgesendete Signal (Uplink) kann zu jedem beliebigen mobilen Downlink-Beam geroutet werden, und umgekehrt. Frequenzagilität und weitreichende Mehrfach-Frequenznutzung bei allen Beams gestatten die effiziente Nutzung der vorhandenen L-Band-Kanäle und steigern somit die Kapazität des Systems.

Über Astrium:

Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2007 erreichte Astrium einen Umsatz von 3,5 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2007 lag der Umsatz bei rund 39,1 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

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