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ASL Lemwerder wird Standort von EADS Military Aircraft

Gemeinsame Pressemitteilung der Georgsmarienhütte Holding GmbH und der EADS

Amsterdam/München/Osnabrück, 20  November  2003

  • Einbindung in europäische Großprogramme Eurofighter und Tornado
  • EADS baut Verteidigungsgeschäft in Norddeutschland aus
  • Zukunftsperspektive für Luftfahrtstandort in Niedersachsen – Chance auf A400M-Beteiligung
  • Einstellung des zivilen Wartungsgeschäfts

Die Aircraft Services Lemwerder GmbH (ASL) bekommt einen neuen Mehrheitsgesellschafter. Jürgen Großmann, Geschäftsführender Gesellschafter des bisherigen ASL-Mehrheitsgesellschafters Georgsmarienhütte Holding GmbH (GMH Holding) und Rainer Hertrich, Chief Executive Officer der EADS, vereinbarten am Donnerstag in Osnabrück, dass die EADS 51 Prozent der Anteile an ASL erwerben und ab 1. Januar 2004 die Führung der Geschäfte übernehmen wird. Die Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die deutschen Kartellbehörden.

Erste Gespräche hatten die beiden Unternehmen bereits vor über einem Jahr begonnen. Sie gehen zurück auf eine Initiative von Jürgen Großmann. Er hatte Rainer Hertrich auf eine Übernahme des Unternehmens durch die EADS angesprochen.

Für Jürgen Großmann eröffnet „die Einbindung in die EADS eine neue Zukunftsperspektive für den Standort Lemwerder.“ In seiner bisherigen mittelständischen Struktur und Ausrichtung habe das Unternehmen ASL keine dauerhafte Überlebenschance. „Insbesondere das zivile Wartungsgeschäft ist seit dem dramatischen Markteinbruch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ohne rentable Erfolgsaussicht geblieben und daher bereits kurzfristig nicht mehr darstellbar,“ erklärte Großmann. „Unsere Möglichkeiten, die Zukunft allein zu gestalten, sind ausgeschöpft. Der Luftfahrtstandort Lemwerder hat jedoch dann eine Chance auf eine positive Zukunft, wenn ASL in europäische Großprogramme der Luft- und Raumfahrt über deren Zulieferer und Systemhersteller integriert wird. Das allein ist und war unser Ziel. Deshalb habe ich die EADS angesprochen.“

Für EADS-Chef Rainer Hertrich bietet „Lemwerder die Chance, die Präsenz des EADS Verteidigungsgeschäfts in Norddeutschland zu stärken. Von Anfang an war für uns klar, dass der Umbau von Lemwerder zu einem militärischen Standort und die damit verbundene Zukunftsinvestition nur dann Sinn macht, wenn wir gemeinsam mit allen Beteiligten ein wirtschaftlich vernünftiges Standortkonzept mit akzeptablen Rahmenbedingungen erarbeiten können. Die Unterstützung der bisherigen Gesellschafter ist uns sicher. Die Niedersächsische Landesregierung haben wir informiert und um Unterstützung gebeten.“

Großmann appellierte an „Betriebsrat und Belegschaft in Lemwerder, den nun anstehenden Umbau des Standortes mitzugehen und aktiv mitzugestalten, auch wenn es zu schmerzhaften Personalanpassungen am Standort kommen muss, weil das zivile Wartungsgeschäft nicht fortgesetzt werden kann.“

„Die EADS hat ein Interesse, ihr militärisches Geschäft in Norddeutschland auszubauen und besser zu vernetzen. Heute werden in Stade und Bremen bereits wichtige Arbeiten für den Eurofighter und die A400M erledigt. Ein Verbund mit Lemwerder macht deshalb technologisch und wirtschaftlich Sinn,“ erklärte Hertrich. „Eine Beteiligung am A400M Programm ist darüber hinaus ein wichtiges und lohnendes Ziel. Dazu muss der Standort so umgestaltet werden, dass er ein wettbewerbsfähiges Angebot machen kann,“ beschrieb Hertrich das Ziel für die neue Geschäftsführung von ASL.

Hertrich betonte weiter, die bisherigen Gesellschafter und die EADS hätten sich darauf verständigt, die notwendigen Personalmaßnahmen möglichst sozial verträglich zu gestalten. Deshalb habe das Zukunftskonzept folgende Eckpunkte: Die Strukturmontage der Eurofighter Sektion 3, Montagearbeiten für den vorderen Triebwerks-Einlaufbereich des Eurofighter sowie Wartungs- und Ersatzteilarbeiten für den Tornado sollen nach Lemwerder verlagert werden. Die zivile Wartung wird geschlossen. Insgesamt sollen ca. 400 Arbeitsplätze gesichert werden, davon mindestens 210 am Standort Lemwerder.

Bis zu 190 Beschäftige sollen ein Angebot zum Eintritt bei Airbus an norddeutschen Standorten bekommen. EADS und die bisherigen Anteilseigner prüfen die Gründung einer Qualifizierungsgesellschaft, die für rund 150 Mitarbeiter eine neue berufliche Perspektive eröffnen soll. Den übrigen Mitarbeitern sollen Regelungen zur Altersteilzeit und zur Frühpensionierung angeboten werden. Die Auszubildenden von ASL sollen ihre Ausbildung qualifiziert abschließen können.

Die GMH Holding hatte ASL 1994 von der damaligen Dasa übernommen. Im Geschäftsjahr 2002/2003 hatte ASL einen Umsatz von € 53,4 Mio. mit ca. 700 Mitarbeitern erzielt. Hauptumsatzträger waren zivile Flugzeugwartung, militärische Komponenten und Arbeitnehmerüberlassung – unter anderem an Airbus.

Für Rückfragen:

Georgsmarienhütte Holding GmbH
Dr. Jürgen Großmann Tel. 040 – 2840 69 12
EADS
Dr. Rainer Ohler Tel. 089 – 607 34235
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