Stand: 12 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

EADS-Ergebnisse im ersten Quartal 2009 spiegeln Stärken und bleibende Herausforderungen wider

  • Auftragsbestand in Höhe von € 413 Mrd. ermöglicht aktives Management von Auslieferungen
  • Solide Nettoliquidität in Höhe von € 8,7 Mrd. entspricht Erwartungen (Jahresende 2008: € 9,2 Mrd.)
  • EBIT* vor Einmaleffekten bei € 0,4 Mrd.
  • EBIT* von € 232 Mio. vor allem belastet durch Wechselkurseffekte
  • Konzernergebnis liegt bei € 170 Mio.

Amsterdam, 12 Mai 2009

EADS (Börsenkürzel: EAD) unterstreicht mit den Ergebnissen für das erste Quartal 2009 seine anhaltend solide grundlegende Performance. Der hohe Auftragsbestand ermöglicht ein aktives Management der Auslieferungen auf dem erwarteten Niveau, der schwache Auftragseingang spiegelt dagegen die konjunkturelle Abkühlung im zivilen Geschäft wider. Aufgrund eines – verglichen mit dem Vorjahresszeitraum – unterproportionalen Auslieferungsniveaus und anderen weniger vorteilhaften Phaseneffekten betrug der Umsatz € 8,5 Mrd. Das EBIT* vor Einmaleffekten belief sich auf € 0,4 Mrd. Das EBIT* litt im ersten Quartal vor allem unter Wechselkurseffekten und Aufwendungen im A400M-Programm. Die weiterhin solide Nettoliquidität von € 8,7 Mrd. bildet eine stabile Basis für die nächsten Jahre. Wenngleich bis zum Jahresende und auch darüber hinaus nur ein eingeschränktes Lagebild vorliegt, so ist EADS angesichts der Krise doch gut aufgestellt.

Louis Gallois, der CEO von EADS, sagte: „Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen ist und bleibt EADS in guter Verfassung. Wir beobachten die Entwickung von Auftragsbestand und Auslieferungen sehr genau und optimieren gleichzeitig unsere Effizienz. Im Hinblick auf das A400M-Programm, auf welchem unser Hauptaugenmerk liegt, müssen wir eine gemeinsame Lösung für den technischen und wirtschaftlichen Vertragsrahmen finden, um die Risiken zwischen uns und unseren Kunden ausgewogen zu verteilen. Wir stehen aber auch in diesen harten Zeiten dazu, langfristig in unser zukünftiges Geschäft zu investieren. Unsere erfolgreichen Integrationsmaßnahmen führen zu echten Synergieeffekten, die weit über bloße Kosteneinsparungen hinausgehen. Konzernweit verfügen wir über ein breites Spektrum an Kompetenzen, denen wir unsere einzigartige Position als Anbieter optimaler Lösungen für die zukünftigen Bedürfnisse unserer Kunden verdanken.“

EADS hat seine Geschäftsbereichsstruktur angepasst. Der Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge wird derzeit vollständig in Airbus integriert und ist nun – unter dem Namen Airbus Military – der militärische Bereich von Airbus. Dies wird das Programm-Management stärken und den Einsatz von Ressourcen optimieren. Die neue Struktur gilt ab dem Jahr 2009.

Der Umsatz des Konzerns bezifferte sich auf € 8,5 Mrd. (Q1 2008: € 9,9 Mrd.), bedingt durch ein unterproportionales Auslieferungsniveau bei Airbus (116 Flugzeuge gegenüber 123 im ersten Quartal 2008), anderen weniger vorteilhaften Phaseneffekten, negative Wechselkurseffekte sowie eine geringere Umsatzrealisierung im A400M-Programm. Eine Steigerung ihres Umsatzes konnten dagegen Astrium (plus 20 Prozent) und Eurocopter (plus 4 Prozent) erzielen.

Das EBIT* von EADS betrug im ersten Quartal € 232 Mio. (Q1 2008: € 769 Mio.). Verantwortlich für diesen Rückgang waren in erster Linie negative Wechselkurseffekte sowie Aufwendungen im A400M-Programm. Vor Berücksichtigung dieser Einmaleffekte reduzierte sich das EBIT* von EADS auf € 0,4 Mrd. (Q1 2008: € 0,7 Mrd.) – vor allem aufgrund von Belastungen durch den Preisrückgang bei Airbus-Auslieferungen, niedrigere Volumina und einen unvorteilhaften Produkt-Mix.

EADS erzielte ein Konzernergebnis von € 170 Mio. (Q1 2008: € 285 Mio.). Dies entspricht einem Gewinn je Aktie in Höhe von € 0,21 (Q1 2008: € 0,35 Gewinn je Aktie). Aufgrund laufender Entwicklungsprogramme bei Airbus und Eurocopter stiegen die Aufwendungen für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung leicht auf € 562 Mio. (Q1 2008: € 534 Mio.).

Der Free Cash Flow vor Kundenfinanzierungen betrug € -600 Mio. (Q1 2008: € 1,022 Mrd.). Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahresquartal, als der Free Cash Flow von überaus vorteilhaften saisonalen Effekten profitierte, bildet den rückläufigen Brutto-Zahlungsmittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit ab. Dieser wiederum resultierte aus dem niedrigeren Quartalsgewinn und der Verschlechterung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital). Diese folgt aus dem Vorratsaufbau bei Airbus, bedingt durch das Ungleichgewicht zwischen aktuellen Produktionsraten und unterproportionalen Auslieferungszahlen im Vergleich zur Gesamtjahresprognose. Trotz der derzeit widrigen Marktumstände musste EADS im ersten Quartal netto keinerlei Kunden unterstützen. Deshalb liegt der Free Cash Flow einschließlich Kundenfinanzierungen bei € -585 Mio. (Q1 2008: € 1,079 Mrd.).

Die Nettoliquidität des Konzerns blieb mit € 8,7 Mrd. (Jahresende 2008: € 9,2 Mrd.) auf hohem Niveau, womit EADS in diesen wirtschaftlich unvorhersehbaren Zeiten über eine solide Liquiditätsbasis verfügt.

Die Saisonalität des institutionellen und des Verteidigungsgeschäfts von EADS lässt darauf schließen, dass sich Umsatz, Ergebnis und Cash-Performance gegen Jahresende tendenziell stärker entwickeln.

Der Auftragseingang erreichte einen Wert von € 9,3 Mrd. (Q1 2008: € 39,3 Mrd.), und spiegelt damit deutlich die rückläufigen zivilen Flugzeug- und Hubschrauberbestellungen bei Airbus und Eurocopter wider. Allerdings stützten die Bestellung von 35 Ariane 5 im Wert von über € 4 Mrd. und der im ersten Quartal 2009 verbuchte Auftrag Frankreichs über 22 NH90-Hubschrauber den Auftragseingang. Ende März 2009 erreichte der Auftragsbestand von EADS mit € 412,6 Mrd. (Jahresende 2008: € 400,2 Mrd.) einen neuen Rekordwert, getrieben von einem US-Dollareffekt in Höhe von € 13 Mrd. Die Bestände des Verkehrsflugzeug-Geschäfts basieren auf Listenpreisen. Im Verteidigungsgeschäft sorgten solide Auftragseingänge für einen stabilen Bestand im Wert von € 54,9 Mrd. (Jahresende 2008: € 54,9 Mrd.). Ende März 2009 beschäftigte EADS 117.198 Mitarbeiter (Jahresende 2008: 118.349).

Im A400M-Programm macht die erste Maschine Fortschritte auf dem Weg zum Erstflug. Sie durchläuft gegenwärtig Systemtests; das zweite Flugzeug ist fertiggestellt und wird demnächst ebenfalls mit den Systemtests beginnen. Die Triebwerk-Tests auf dem fliegenden Prüfstand erbringen zufriedenstellende Ergebnisse; bislang fanden acht Testflüge mit insgesamt mehr als 21 Flugstunden statt. Die statischen Tests des Fahrwerks sind abgeschlossen und die Ermüdungstests des Flugzeugs in vollem Gang.

Wie der Kunde OCCAR kürzlich bekannt gab, haben sich die sieben Erstkunden-Nationen auf ein dreimonatiges Moratorium bis Ende Juni 2009 verständigt. Damit haben alle Programmpartner nun die Möglichkeit, das weitere Vorgehen in einer Reihe offener Themen abzustimmen. Auch besteht so die Chance zur Neuausrichtung des Vertrags zu akzeptablen Konditionen für alle Beteiligten. In der Zwischenzeit wird EADS mit Zulieferern und Partnern die Erstellung eines verlässlichen Zeitplans, der auch ein Datum für den Erstflug vorsieht, vorantreiben.

Darüber hinaus eröffnet diese Phase den Verhandlungsprozess, in dem man sich über eine Reihe von Szenarien austauschen wird. EADS hat dabei das Ziel, jegliche weiteren potenziellen Verluste einzudämmen. Sämtliche finanziellen Konsequenzen der Verzögerungen werden jedoch erst nach Abschluss der Verhandlungen feststehen. Bis dahin wird jede Schätzung ungenau oder nicht vollständig sein.

Aus bilanztechnischer Sicht ist anzumerken, dass in den kommenden Perioden möglicherweise noch wesentliche Belastungen für das Ergebnis zu verbuchen sein werden, sobald die Kosten abschätzbar werden oder entsprechende Ereignisse die Rückkehr zur Methode der Bilanzierung unter Schätzung der Gesamtkosten bis zur Fertigstellung verlangen. Eventuelle positive Effekte aus den laufenden Verhandlungen mit Kunden könnten diese Belastungen verringern; allerdings werden sie erst dann berücksichtigt, wenn sie mit OCCAR und den Erstkundennationen vereinbart worden sind.

Wegen des anhaltend hohen Grads an Ungewissheit in diesem Programm wendet EADS weiterhin die Methode der Bilanzierung in der frühen Phase eines Auftrags an.** Die EBIT*-Belastung in Höhe von € -120 Mio. im ersten Quartal bei Airbus spiegelt keine neue Schätzung der Kosten bis zur Fertigstellung wider. Sobald EADS die Mehrkosten zuverlässiger absehen kann, wird sie zur Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad („cost-at-completion method”) zurückkehren.

Ausblick

Die zu Jahresbeginn beschriebenen Tendenzen haben sich im ersten Quartal 2009 bestätigt. Wenngleich die konzernweite Bottom-up-Analyse des Auftragsbestandes für die nächsten Jahre nach wie vor Überbuchungen aufweist, so stellt die Verschlechterung der makroökonomischen und der Verkehrsindikatoren eine Herausforderung für Auftragsbestand und Überbuchungen dar. Deshalb beobachtet EADS den Markt, die Kundenbasis und die Zulieferer sehr sorgfältig und wendet weiterhin das Konzept einer „rollierenden Planung“ an. Neben dem zivilen Auftragsbestand bietet die solide Auftragslage im Verteidigungsgeschäft und im Geschäft mit institutionellen Kunden dem Konzern ein gewisses Maß an Sicherheit und Stabilität.

EADS erwartet im Jahr 2009 bei Airbus bis zu 300 neue Brutto-Bestellungen, was angesichts der gegenwärtigen Marktbedingungen herausfordernd sein wird. Ausgehend von einer stabilen Auslieferungserwartung und einem Dollarkurs von € 1 = US$ 1,39 sollte sich der EADS-Umsatz weitgehend auf dem Niveau von 2008 bewegen.

Auf der Grundlage dieser Annahmen sollte das EBIT* vor Einmaleffekten im Jahr 2009 geringer, aber deutlich positiv ausfallen und von einer robusten grundlegenden Performance getragen werden. Das EBIT* wird von steigenden Aufwendungen für Forschung & Entwicklung (F&E) wie auch von – verglichen mit dem Jahr 2008 – wesentlich schlechteren Wechselkurssicherungs-geschäften, sinkenden Preisen, höheren Kundenfinanzierungen und steigenden Unterstützungskosten belastet werden. Dies wird in Teilen durch weitere Einsparungen im Power8-Programm ausgeglichen werden. Hinsichtlich der Einmaleffekte könnten überarbeitete Zeitpläne für den Abschluss des A400M-Programms im ersten Halbjahr zu wesentlichen Aufwendungen führen, die das EBIT* belasten würden. Sollte EADS im ersten Halbjahr einen genauen Überblick über die Kosten erlangt haben, wird der Konzern zur Bilanzierung nach dem Fertigstellungsgrad ("cost-at-completion method") zurückkehren. Jedwedes positive Ergebnis der Verhandlungen mit Kunden und Zulieferern muss konkretisiert werden, ehe es berücksichtigt werden kann.

Der Free Cash Flow wird 2009 einige negative Einflüsse aus geringeren Kundenanzahlungen bei Airbus und einem gewissen Vorratsaufbau im vierten Quartal 2009 im Zusammenhang mit der reduzierten Produktionsrate für die A320-Familie widerspiegeln. Die jüngst angekündigte Reduzierung der A380-Auslieferungen wird den Free Cash Flow ebenfalls beeinträchtigen, wenngleich der weitere Vorratsaufbau durch Produktionsoptimierungen und Supply-Chain-Management abgefedert werden kann. EADS geht davon aus, im Jahr 2009 Kunden bei der Finanzierung ihrer Auslieferungen nach eigenem Ermessen und in diskreter Weise zu unterstützen. Der Cash-Verbrauch für in den vergangenen Jahren getätigte Rückstellungen wird den Cash Flow zudem belasten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und angesichts des derzeitigen Lagebilds geht EADS nicht davon aus, im Jahr 2009 mehr als rund € 1,5 Mrd. an Free Cash Flow nach Kundenfinanzierungen zu verbrauchen. Mögliche Belastungen aus dem A400M-Programm sind darin nicht berücksichtigt.

Geschäftsbereiche: Robustes grundlegendes Geschäft

Infolge der Entscheidung, die Organisation effizienter zu gestalten, umfasst Airbus nunmehr auch den früheren Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge, der jetzt als Airbus Military ein integraler Bestandteil von Airbus ist. Anfang 2009 haben die zwei neuen Komponentenhersteller Aerolia (Frankreich) und Premium AEROTEC (Deutschland) ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Ihre Ergebnisse werden bei Airbus konsolidiert, ebenso die von EADS EFW, die zuvor unter Übrige Aktivitäten ausgewiesen wurden.

Der konsolidierte Umsatz von Airbus verringerte sich auf € 5,883 Mrd. (Q1 2008 angepasst: € 7,430 Mrd.) – im Zuge eines unterproportionalen Auslieferungsniveaus von 116 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen gegenüber 123 im Vorjahreszeitraum und aufgrund anderer weniger vorteilhafter Phaseneffekte. Zudem litt der Umsatz unter negativen Wechselkurseffekten, einem Preisrückgang und der geringeren Umsatzrealisierung im A400M-Programm. Das EBIT* von Airbus in Höhe von € 89 Mio. (Q1 2008, angepasst: € 635 Mio.) wurde durch Wechselkurseffekte und A400M-Aufwendungen belastet. Vor diesen Einmaleffekten verringerte sich das EBIT* auf € 0,3 Mrd. (Q1 2008 angepasst: € 0,6 Mrd.). Ursachen dafür waren der Preisrückgang bei ausgelieferten Flugzeugen, das niedrigere Volumen, ein unvorteilhafter Produkt-Mix sowie steigende Unterstützungs-kosten. Airbus bekam den Gegenwind der Wirtschaftskrise deutlich zu spüren und erhielt in den ersten drei Monaten 22 Brutto-Bestellungen (8 Netto-Bestellungen) für Verkehrsflugzeuge, darunter zwei neue A380 für Korean Air (Q1 2008: 420 Brutto-Aufträge, 395 Netto-Aufträge).

Airbus hat im ersten Quartal mit den Bauarbeiten an der neuen A350-XWB-Endmontagehalle in Toulouse begonnen. Mit einer Gruppe chinesischer Partnerunternehmen hat Airbus die Gründung eines als Joint Venture geführten Fertigungszentrums für Verbundstoff-Flugzeugteile in Harbin (China) beschlossen. Der konsolidierte Auftragsbestand von Airbus zum 31. März 2009 betrug € 365,4 Mrd. (Jahresende 2008, angepasst: € 357,8 Mrd.), basierend auf Listenpreisen; er profitierte von positiven Dollareffekten. Der Auftragsbestand im Verkehrsflugzeug-Geschäft belief sich auf 3.607 Maschinen (Jahresende 2008: 3.715 Flugzeuge).

Am Gesamtumsatz von Airbus hatte Airbus Military einen Anteil in Höhe von € 456 Mio. (Q1 2008: € 636 Mio.). Dieser resultiert aus einem starken Beitrag des Tankflugzeug-Geschäfts und einem erstattungsfähigen Teil der Kosten im A400-Programm. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Umsatz noch den Power-On-Meilenstein aus dem A400M-Programm enthalten. Im Einklang mit der Umsatzentwicklung sank das EBIT* auf € -5 Mio. (Q1 2008: € -1 Mio.).

Aus Mexiko, Kolumbien und Thailand erhielt Airbus Military Neuaufträge über vier leichte und mittelschwere Transportflugzeuge. Ende März 2009 verzeichnete Airbus Military einen Auftragsbestand von € 22,0 Mrd. (Jahresende 2008: € 22,3 Mrd.).

Der weltweit führende Hubschrauberhersteller Eurocopter steigerte seinen Umsatz um 4 Prozent auf € 758 Mio. (Q1 2008: € 732 Mio.) dank 93 Hubschrauber-Auslieferungen und einer Zunahme des Dienstleistungs-geschäfts. Das stabile EBIT* von Eurocopter in Höhe von € 38 Mio. (Q1 2008: € 37 Mio.) spiegelt den besseren Produkt-Mix und einen erhöhten Beitrag der Kundendienst-Aktivitäten wider. Diese positiven Effekte wurden durch höhere F&E-Aufwendungen, zum Beispiel für den neuen mittelschweren zivilen Hubschrauber EC175, teilweise aufgezehrt.

Im Einklang mit seiner weltweiten Expansionsstrategie beteiligte sich Eurocopter mit 80 Prozent an seinem ehemaligen japanischen Partner Euroheli. Eurocopter ist jetzt der erste ausländische Hubschrauberhersteller, der in Japan Direktvertrieb und Kundenunterstützung für sein gesamtes Hubschrauberportfolio betreiben und anbieten kann. Welche Bedeutung der asiatisch-pazifische Markt für Eurocopter hat, beweist auch die Eröffnung eines Kundendienstzentrums in Hongkong. Von hier aus sollen die Kunden in dieser Region – wo derzeit mehr als 1.200 Hubschrauber von Eurocopter in Betrieb sind – noch besser bedient werden.

Die Entwicklung des Auftragseingangs ließ im ersten Quartal 2009 eine erhebliche Konjunkturabschwächung erkennen, insbesondere bei den leichten Hubschraubern. Der Trend zur Stornierung von Aufträgen nimmt zu, doch fast alle Abbestellungen konnten anderweitig zugewiesen werden. Trotz des niedrigen Auftragseingangs im ersten Quartal bleibt der Auftragsbestand auf hohem Niveau. Der Geschäftsbereich verkaufte netto 66 Hubschrauber, gegenüber 299 im Vorjahreszeitraum. Diese Neuaufträge umfassen auch 22 NH90-Hubschrauber für die französischen Streitkräfte und fünf Mehrzweckhubschrauber vom Typ UH-72A für die US Army. Der Auftragsbestand von Eurocopter belief sich Ende März 2009 auf € 14,1 Mrd. (Ende 2008: € 13,8 Mrd.); dies entspricht 1.488 Hubschraubern.

Astrium ist erfolgreich ins Jahr 2009 gestartet und realisierte einen Umsatzanstieg um 20 Prozent auf € 904 Mio. (Q1 2008: € 751 Mio.), unterstützt von bedeutenden Beiträgen aus dem Satellitengeschäft und der Zunahme von Dienstleistungen. Dieses Wachstum im Service-Bereich und eine erhöhte Rentabilität im Satelliten- und im Raumtransportgeschäft hoben das EBIT* auf € 36 Mio. (Q1 2008: € 33 Mio.). Diese Steigerung wurde jedoch durch einen ungünstigen Effekt aus dem Kursverfall des britischen Pfunds gegenüber dem Euro im Paradigm-Programm sowie durch einen geringfügigen Anstieg der F&E-Aufwendungen teilweise wieder aufgezehrt.

Astrium erhielt von Arianespace einen Auftrag über weitere 35 Trägerraketen vom Typ Ariane 5. Dieser unterstreicht das Bekenntnis von Arianespace und der europäischen Raumfahrtindustrie zu einer langfristigen Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Konkurrenzfähigkeit der Ariane 5. Im Februar 2009 gelang der 29. erfolgreiche Ariane-5-Start in Folge. Arabsat erteilte Astrium den Zuschlag für die Herstellung und den Start zweier neuer Satelliten, die beide auf der Plattform des Eurostar E3000 basieren und mit Transpondern unterschiedlicher Frequenzbereiche bestückt sind. Astrium Services und die NavCom Technology Inc. sind eine strategische Partnerschaft zum europaweit gemeinsamen Vertrieb präziser Positionierungslösungen eingegangen. Bis Ende März 2009 stieg der Auftragsbestand auf € 15,9 Mrd. (Jahresende 2008: € 11,0 Mrd.).

Der Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit verzeichnete einen Umsatz von € 934 Mio. gegenüber € 990 Mio. im ersten Quartal 2008. Ohne Berücksichtigung der Ausgliederung der Flugzeugkomponenten-Produktion im Werk Augsburg blieb der Umsatz dabei in etwa gleich. Das Umsatzwachstum im Eurofighter-Programm und aufgrund der Konsolidierung von PlantCML wurde durch verringerte Lenkflugkörper-Exporte aufgehoben; diese waren im ersten Quartal 2008 besonders stark gewesen. Infolge der Umsatzentwicklung und eines rückläufigen Beitrages aus dem Lenkflugkörper-Geschäft verringerte sich das EBIT* auf € 21 Mio. (Q1 2008: € 33 Mio.).

Der Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit erhielt von den französischen Streitkräften einen Auftrag zur Modernisierung militärischer Identifikationssysteme. Von der NATO erhielt er den Zuschlag für die Bereitstellung ihres neuen verlegefähigen Kommunikations- und Informationssystems DCIS (Deployable Communication and Information System). Kunden aus Brasilien, Bulgarien, China und Südafrika bestellten den Auf- bzw. Ausbau digitaler Kommunikationsnetze. Zur Verbesserung der Eurofighter-Einsatzfähigkeiten wurden in Spanien moderne Waffensysteme erfolgreich getestet. Auch im Radarbereich konnte der Geschäftsbereich weitere Erfolge verzeichnen, wie zum Beispiel die Auslieferung modernster Module für das transatlantische MEADS-Programm (Medium Extended Air Defense System) oder Aufträge zur Steigerung der Flugsicherheit auf den Philippinen sowie in Deutschland und Bulgarien. Im Zuge seiner Globalisierungsstrategie hat der Geschäftsbereich zudem seine Präsenz im Mittleren Osten erheblich ausgebaut: Hierzu zählen vor allem die Ansiedlung einer eigenen Geschäftseinheit in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die Gründung eines Joint Ventures mit dem Unternehmen C4 Advanced Solutions in Abu Dhabi oder die Beteiligung am Export des COBRA-Radars (COunter Battery Radar) an die VAE-Streitkräfte.

Erst kürzlich gründete der Geschäftsbereich außerdem ein Joint Venture mit dem indischen Unternehmen Larsen & Toubro (L&T), um die Fähigkeiten im Bereich Verteidigungselektronik auszubauen. Der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs Verteidigung und Sicherheit betrug Ende März € 16,0 Mrd. (Jahresende 2008: € 17,0 Mrd.).

Zentrale und Übrige Aktivitäten (ohne Zugehörigkeit zu einem EADS-Geschäftsbereich):

Anfang 2009 hat sich die Zusammensetzung der Übrigen Aktivitäten verändert. Da EADS nur noch einen Minderheitsanteil an DAHER Socata hält, wird diese Einheit in der EADS-Bilanz at equity konsolidiert. EADS EFW wird seit 2009 bei Airbus konsolidiert. Die Übrigen Aktivitäten umfassen nun ATR, EADS Sogerma und EADS North America.

Vor allem wegen des veränderten Konsolidierungskreises reduzierte sich der Umsatz der Übrigen Aktivitäten auf € 214 Mio. (Q1 2008 angepasst: € 257 Mio.). Dies wurde durch den Hochlauf des LUH-Programms (Light Utility Helicoper) bei EADS North America teilweise kompensiert. Bedingt durch einen negativen Einfluss des US-Dollars bei ATR und eine Investition in Test- und Servicesysteme in den USA verharrte das EBIT* der Übrigen Aktivitäten an der Gewinnschwelle (nachdem es im Vorjahr € 9 Mio. betragen hatte). EADS Sogerma erhielt im ersten Quartal einen Auftrag von Etihad Airways, ATR konnte mehrere neue Wartungsaufträge verbuchen. Zum 31. März 2009 belief sich der Auftragsbestand der Übrigen Aktivitäten auf € 2,3 Mrd. (Jahresende 2008 angepasst: € 3,2 Mrd.). Ursache dieses deutlichen Rückgangs ist die veränderte Konsolidierung von DAHER Socata.

*

Die EADS verwendet das EBIT vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten als Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Leistung. Der Terminus „außerordentliche Posten“ bezieht sich auf Sachverhalte, wie Aufwendungen aus Abschreibungen der aufgedeckten stillen Reserven aus der Gründung der EADS, dem Airbus-Unternehmenszusammenschluss, der Gründung der MBDA sowie in diesem Zusammenhang stehende Wertminderungen aufgrund von Werthaltigkeitstests.

**

Da das Ergebnis des A400M-Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, kann EADS derzeit nicht alle Kriterien der Bilanzierung des Auftrags nach der Gewinnrealisierungsmethode nach dem Fertigstellungsgrad erfüllen. Deshalb und in Übereinstimmung mit IAS 11 (Fertigungsaufträge) hat EADS die Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad (Meilenstein-Methode) ausgesetzt. Stattdessen wurden die bislang angefallenen Auftragskosten als Aufwand sowie Umsatzerlöse entsprechend den angefallenen Auftragskosten – insoweit diese wahrscheinlich einbringbar sind – („Frühe-Phase”-Methode) in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Zudem wurde die bestehende Rückstellung für die die gesamten Auftragserlöse übersteigenden gesamten Auftragskosten neu berechnet, jedoch nur für jene Auftragskostenbestandteile, die EADS verlässlich schätzen konnte.

EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen, mit einem Umsatz von € 43,3 Milliarden im Jahr 2008 und rund 118.000 Mitarbeitern. Zu EADS gehören Airbus, der führende Hersteller von Zivilflugzeugen und militärischen Tank- und Transportflugzeugen, zudem das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter sowie EADS Astrium, die europäische Nummer 1 im Raumfahrtgeschäft mit Programmen wie Ariane und Galileo. Die Sparte Verteidigung und Sicherheit bietet ihren Kunden umfassende Systemlösungen an, ist für EADS größter Partner im Eurofighter-Konsortium und wesentlicher Anteilseigner am Lenkflugkörperhersteller MBDA.

EADS Corporate Communications:

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  Tel.: +49 89 607 34066
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José María Palomino Tel.: +34 91 585 77 89

EADS – Ergebnisse für das erste Quartal (Q1) 2009

(Beträge in Euro)

EADS-Konzern Q1 2009 Q1 2008
Veränd.
Umsatz, in Mio.
davon Verteidigung, in Mio.
8.467
1.968
9.853
2.029
-14%
-3%
EBITDA (1), in Mio. 585 1.178 -50%
EBIT (2) , in Mio. 232 769 -70%
Forschungs- und Entwicklungskosten,
in Mio.
562 534 +5%
Konzernergebnis (Net Income) (3) , in Mio 170 285 -40%
Gewinn je Aktie (3)
0,21 0,35
- 0,14 €
Free Cash Flow (FCF) (4) , in Mio. -585 1.079
FCF vor Kundenfinanzierungen (4) , in Mio. -600 1.022
Auftragseingang (5) , in Mio. 9.328 39.270
-76%
EADS-Konzern 31. März 2009 31 Dez. 2008 Veränd.
Auftragsbestand (5) , in Mio.
davon Verteidigung, in Mio.
412.629
54.945
400.248
54.884
+3%
+0%
Nettoliquidität, in Mio. 8.745 9.193
-5%
Beschäftigte 117.198 118.349
-1%
Geschäftsbereiche Umsatz EBIT (2)
(Beträge in Millionen Euro) Q1 2009 Q1 2008
Veränd. Q1 2009 Q1 2008
Veränd.
Airbus-Segment (6)
davon Airbus Military
5.883
456
7.430
636
-21%
-28%
89
-5
635
-1
-86%
Eurocopter 758 732 +4%
38
37 +3%
Astrium
904 751
+20% 36
33
+9%
Verteidigung und Sicherheit 934 990 (8) -6% 21
33 -36%
Zentrale/
Konsolidierung
-226 -307

48 22
Übrige Aktivitäten (7)
214 257 -17%
0
9 -100%
Gesamt
8.467 9.853
-14%
232
769 -70%
Geschäftsbereiche Auftrags-
eingang (5)
Auftrags-
bestand (5)
(Beträge in Millionen Euro) Q1 2009 Q1 2008
Veränd. 31. März 2009 31. Dez. 2008

Veränd.
Airbus-Segment (6)
davon Airbus Military
1.792
164
35.286
3836
-95%
-96%
365.412
21.999
357.824
22.269
+2%
-1%
Eurocopter
1.016 1.738
-42% 14.082 13.824
+2%
Astrium
5.641 874 +545%
15.877 11.035
+44%
Verteidigung und Sicherheit 918 1.313
-30% 15.954 17.032
-6%
Zentrale/
Konsolidierung
-173 -261

-1.002 -2.636

Übrige Aktivitäten (7)
134 320 -58%
2.306 3.169
-27%
Gesamt
9.328 39.270
-76%
412.629 400.248
+3%

Fußnoten

  1. Gewinn vor Zinsen, Steuern, Wertminderungen, Abschreibungen und außerordentlichen Posten
  2. Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten
  3. Die EADS verwendet weiterhin den Terminus Konzernergebnis. Die Bedeutung ist identisch mit dem Ergebnis, das den Gesellschaftern des Mutterunternehmens gemäß den IFRS-Regeln zusteht.
  4. Vorjahr angepasst aufgrund einer Veränderung in der Darstellung des Cash Flows
  5. Beiträge und Bestände aus dem zivilen Flugzeuggeschäft zum Auftragseingang bzw. Auftragsbestand von EADS basieren auf Listenpreisen.
  6. Im Zusammenhang mit der Integration des früheren Geschäftsbereichs Militärische Transportflugzeuge in Airbus und der Konsolidierung von EADS EFW in Airbus ab dem Jahr 2009 wurden die Airbus-Zahlen des Jahres 2008 entsprechend angepasst. Zusätzlich wird das Werk Augsburg ab 2009 bei Airbus konsolidiert.
  7. Anfang 2009 hat sich die Zusammensetzung der Übrigen Aktivitäten verändert. Da EADS nurmehr einen Minderheitsanteil an DAHER Socata hält, wird diese Einheit in der EADS-Bilanz at equity konsolidiert. EADS EFW wird seit 2009 bei Airbus konsolidiert. Die Übrigen Aktivitäten umfassen nun ATR, EADS Sogerma und EADS North America. Dies ist kein eigenständiger Geschäftsbereich. Durch den Übergang von EADS EFW in das Airbus-Segment wurden die Zahlen der Übrigen Aktivitäten von 2008 entsprechend angepasst.
  8. Der Umsatz des Werks Augsburg von 2008 ist mit € 81 Millionen im Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit enthalten. Ab 2009 ist das Werk Augsburg integraler Bestandteil von Premium AEROTEC.

Sicherheitshinweis zu den Prognosen über die Geschäftsentwicklung
(Safe Harbour Statement):

Bestimmte Aussagen dieser Pressemitteilung geben keine historischen Fakten wieder, sondern sind vorausschauende Aussagen und Erwartungen, die sich auf die Überzeugungen der Geschäftsleitung stützen. Diese Aussagen entsprechen den zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung aktuellen Ansichten und Einschätzungen der EADS. Sie unterliegen bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass tatsächliche Ergebnisse, Leistungsdaten oder Ereignisse von den in solchen Mitteilungen explizit oder implizit ausgewiesenen maßgeblich abweichen können.
In dieser Pressemitteilung sind vorausschauende Aussagen durch Formulierungen wie „rechnen mit“, „glauben“, „schätzen“, „erwarten“, „beabsichtigen“, „planen“ oder „möglicherweise“ gekennzeichnet.
Zu den Prämissen, auf denen diese vorausschauenden Angaben beruhen, zählen unter anderem, aber nicht ausschließlich: Erwartungen zur Nachfrage, zu gegenwärtigen oder künftigen Absatzmärkten für die Produkte und Dienstleistungen der EADS, zur internen Performance, zu Kundenfinanzierungen, zur Performance von Kunden, Zulieferern und Unterauftragnehmern, zu Vertragsverhandlungen oder zu den positiven Ergebnissen bestimmter laufender Vertriebskampagnen.
Vorausschauende Aussagen bergen Unsicherheiten, und die tatsächlichen Ergebnisse und Trends können deutlich von ihnen abweichen – unter anderem, jedoch nicht ausschließlich, aus folgenden Gründen: allgemeine wirtschaftliche und arbeitsmarkttechnische Umstände, wie besonders die konjunkturelle Lage in Europa, Nordamerika und Asien; rechtliche, finanzielle und zwischenstaatliche Risiken im Zusammenhang mit internationalen Geschäftsabschlüssen; die Konjunkturabhängigkeit einzelner Geschäftseinheiten der EADS; die Volatilität der Märkte für bestimmte Produkte und Dienstleistungen; Risiken im Zusammenhang mit den Leistungen unserer Produkte; Arbeitskämpfe im Rahmen von Tarifverhandlungen; Faktoren, die eine dauerhafte, signifikante Einschränkung des weltweiten Luftverkehrs bedingen; der Ausgang politischer und rechtlicher Prozesse, einschließlich der nicht gesicherten staatlichen Finanzierung bestimmter Programme; die Konsolidierung des Wettbewerbs in der Luft- und Raumfahrtindustrie; Entwicklungskosten für neue Produkte und deren Vertriebserfolg; Wechselkurs- und Zinsschwankungen zwischen Euro, US-Dollar und anderen Währungen; Rechtsstreitigkeiten sowie andere wirtschaftliche, politische und technologische Risiken und Unsicherheiten. Weiterführende Informationen zu diesen Faktoren können dem Registrierungsdokument des Unternehmens vom 22. April 2009 entnommen werden.

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