EADS (Börsenkürzel: EAD) zeigte im Jahr 2007 eine starke Geschäftsentwicklung, sah sich aber gleichzeitig mit großen Herausforderungen konfrontiert. Der Auftragseingang des Konzerns verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf einen neuen Rekordwert, und das EBIT* erreichte die Gewinnschwelle. Dies war im überarbeiteten Ausblick von EADS angekündigt worden. Für das Jahr 2008 erwartet EADS ein EBIT* in Höhe von € 1,8 Mrd.
„2007 war ein hartes Jahr und stellte uns vor große Herausforderungen. Bei deren Bewältigung hat das gesamte Unternehmen Stärke und Einsatz bewiesen. Wir sind gut vorangekommen, aber wir wollen das volle Vertrauen unserer Investoren und Kunden zurückgewinnen und dabei liegt noch viel Arbeit vor uns. Wir haben eine vereinfachte Führungsstruktur umgesetzt und stark in Forschung und Technologie investiert. Der klare Fokus auf Effizienz und auf die Veränderungen, die sich aus dem Power8-Programm ergeben, sind Voraussetzungen für weitere Investitionen in die Zukunft von EADS”, sagte der CEO von EADS, Louis Gallois. „EADS rüstet sich für zukünftige Erfolge und schafft die Voraussetzungen, um die ehrgeizigen Ziele der Vision 2020 zu erfüllen. Wir haben bereits viele Herausforderungen bewältigt und unsere Liquidität gibt uns Flexibilität angesichts der weltwirtschaftlichen Herausforderungen. So vorsichtig wir von Natur aus sind: Ich sehe EADS heute gestärkt und wieder im Tritt.”
Während mit dem Restrukturierungsprogramm Power8 erste Einsparungen erzielt wurden, meisterte Airbus den weiteren Hochlauf der Flugzeugauslieferungen, insbesondere bei der A320-Familie. Zwei Flugzeuge vom Typ A380 sind bislang bei Singapore Airlines im Dienst. Eurocopter baute die Produktion von Serienhubschraubern und das Dienstleistungsgeschäft weiter aus. EADS Astrium steigerte die Produktionsrate der Trägerrakete Ariane 5, profitierte vom Wachstum im Geschäft mit Paradigm-Dienstleistungen und konnte mit der Integration des Columbus-Weltraumlabors in die internationale Raumstation ISS einen großen technologischen Erfolg verzeichnen. Im Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit trugen sowohl Military Air Systems und Defence and Communications Systems operative Verbesserungen bei.
Der Umsatz erreichte € 39,1 Mrd. (2006: € 39,4 Mrd.), getragen vom Zuwachs bei den Airbus-Auslieferungen (453 gegenüber 434 im Vorjahr) sowie gestiegenen Geschäftsvolumina bei Eurocopter und EADS Astrium. Trotz der negativen Auswirkungen des US-Dollarkurses und der verminderten Umsatzrealisierung im A400M-Programm blieb der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahr weitgehend stabil. EADS erzielte 55 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas, dank starker Beiträge aus dem asiatisch-pazifischen Raum (23 Prozent), Nordamerika (20 Prozent) und dem Rest der Welt (12 Prozent).
Das EBIT* (vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten) für 2007 beträgt € 52 Mio., gegenüber € 399 Mio. im Jahr 2006. Es wurde erheblich belastet durch konzernweite Kosten des A400M-Programms (aufgrund von Programmverzögerungen von sechs bis zwölf Monaten), durch Kosten für das Restrukturierungsprogramm Power8 und die A350 XWB sowie den schwachen US-Dollar. Der Effekt von gegenüber dem Vorjahr weniger vorteilhaften Kurssicherungsgeschäften wurde zwar mehr als ausgeglichen durch Neubewertungen von Verbindlichkeiten. Allerdings belastete der Einfluss des US-Dollars auf Rückstellungen das EBIT* des Unternehmens zusätzlich. Dessen ungeachtet hielt die Verbesserung des Geschäfts in etablierten Programmen weiter an. Positive Beiträge leisteten vor allem die vermehrten Airbus-Auslieferungen und das starke Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft.
Beim Konzernergebnis verzeichnete EADS einen Verlust von € -446 Mio. (Konzernergebnis 2006: € 99 Mio.), oder € 0,56 je Aktie (Gewinn je Aktie 2006: € 0,12). Im Berichtszeitraum erhöhten sich die Aufwendungen für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung (F&E) auf € 2.608 Mio. (2006: € 2.458 Mio.). Dies spiegelt anhaltende Aufwendungen für Entwicklungsprogramme bei Airbus wider, insbesondere für die A350 XWB.
Der Free Cash Flow vor Kundenfinanzierungen stieg auf € 3.426 Mio. (2006: € 869 Mio.). Gründe dafür sind der gestiegene Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft und – dank strikterer Kriterien bei Investitionsentscheidungen – die verminderten Investitionen in Sachanlagen. Der operative Cash Flow verbesserte sich vor allem aufgrund mehr erhaltener Kundenanzahlungen (einschließlich eines Refinanzierungsschritts in Höhe von € 1,1 Mrd. im Paradigm-Programm), die nur teilweise durch Vorratsaufbau aufgezehrt wurden. Der Free Cash Flow einschließlich Kundenfinanzierungen verbesserte sich auf € 3.487 Mio. (2006: € 2.029 Mio.); die oben beschriebenen positiven Auswirkungen wurden weitgehend durch einen geringeren Nettobeitrag aus der Veräußerung von Kundenfinanzierungs-forderungen ausgeglichen. Im Verlauf des Jahres 2007 stieg die Nettoliquidität auf € 7,0 Mrd. (Jahresende 2006: € 4,2 Mrd.).
Die Verkaufserfolge und die Finanzkraft des Unternehmens sowie die ermutigenden operativen Leistungen in etablierten Programmen spiegeln sich in der Dividende wider. Das Board of Directors schlägt der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von € 0,12 je Aktie vor (Dividende je Aktie 2006: € 0,12).
„Eine Dividende auszuschütten – wenn auch in begrenztem Maße und trotz eines Verlustes – ist mehr als eine Geste der Anerkennung für die Loyalität der Aktionäre: Es ist ein deutliches Zeichen der Zuversicht für die kommenden Jahre – trotz aller vor uns liegenden Herausforderungen”, sagte der CFO von EADS, Hans Peter Ring.
EADS verdoppelte im Jahr 2007 den Auftragseingang trotz eines schwächeren US-Dollars und erzielte einen Rekordwert in Höhe von € 136,8 Mrd. (2006: € 69,0 Mrd.). Wichtigste Ursachen dieses Anstiegs waren der Aufschwung bei Airbus (plus 120 Prozent) und das deutliche Wachstum bei Verteidigung und Sicherheit (plus 45 Prozent) sowie bei Eurocopter (plus 35 Prozent). In einem günstigen Marktumfeld profitierte das Unternehmen sowohl von der robusten Nachfrage als auch von seinem attraktiven Produktangebot.
Zum Jahresende erreichte der Auftragsbestand von EADS mit € 339,5 Mrd. einen neuen Rekordstand – ein Wachstum von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (Jahresende 2006: € 262,8 Mrd.) – und dies trotz einer Wertanpassung um € -19,9 Mrd. aufgrund des schwächeren US-Dollars zum Jahresende. Die Bestände des Verkehrsflugzeug-Geschäfts basieren auf Listenpreisen. Den Auftragsbestand für Verteidigungsgeschäfte baute das Unternehmen dank neuer Aufträge für Eurocopter, EADS Astrium sowie Verteidigung und Sicherheit weiter aus. Zum Jahresende stand er bei € 54,5 Mrd. (Jahresende 2006: € 52,9 Mrd.). Ende Dezember beschäftigte EADS 116.493 Mitarbeiter (Jahresende 2006: 116.805).
„Fortschritte auf ganzer Linie und unser jüngster Erfolg auf dem US-Verteidigungsmarkt stehen beispielhaft für unseren vielversprechenden Start ins Jahr 2008. EADS beschleunigt und gewinnt an Höhe. Kurzfristig ist unser Augenmerk nun darauf gerichtet, das Programmmanagement weiter zu verbessern und die anstehenden Produktionssteigerungen zu bewältigen”, sagte der CEO von EADS, Louis Gallois. „Neben wirtschaftlichen Kennzahlen und dem Streben nach einer Balance im Portfolio steht unsere Haltung bei Umweltfragen im Mittelpunkt unserer langfristigen Strategie. Sich der ökologischen Herausforderung anzunehmen ist nicht allein eine Frage von Verantwortung: Es ist eine reelle Chance für das Geschäft.”
Etliche EADS-Standorte – darunter alle Airbus-Werke – erfüllen die Anforderungen der internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001. Vor kurzem absolvierte Airbus die ersten Testflüge von Zivilflugzeugen mit alternativem Treibstoff und Brennstoffzelle. Sowohl Airbus als auch Eurocopter sind wichtige Partner des europaweiten Forschungsprogramms Clean Sky. Dessen Ziel ist es, den Luftverkehr durch umweltverträglichere Produkte nachhaltiger zu gestalten.
Ausblick
Die Ziele und der Ausblick von EADS basieren auf einem Wechselkurs von € 1 = US$ 1,45.
Auf der Grundlage von anhaltendem wirtschaftlichen Wachstum und unterstützt durch einen soliden Auftragsbestand erwartet EADS – trotz der Volatilität der Märkte – ein anhaltend starkes ziviles Flugzeuggeschäft. Die Airbus-Auslieferungen sollen in den Jahren 2011/2012 ihren Höhepunkt erreichen.
EADS erwartet für das Jahr 2008 rund 700 Flugzeugbestellungen bei Airbus.
Der Umsatz von EADS soll 2008 über € 40 Mrd. erreichen, bei rund 470 Flugzeugauslieferungen im gesamten Jahr.
EADS erwartet 2008 ein EBIT* von € 1,8 Mrd. angesichts verstärkter Zuversicht in die Fähigkeiten des Unternehmens, die Rentabilität zu steigern. Allerdings gilt es aufkommende wirtschaftliche und kostenseitige Herausforderungen zu beachten. Der genannte Wert berücksichtigt Planungsunsicherheiten gemäß dem Vorsichtsprinzip. Darüber hinaus beinhaltet er jedoch weder den möglichen Einfluss von kurzfristigen Währungsschwankungen auf Neubewertungen bestehender Rückstellungen noch Auswirkungen der möglichen Veräußerung von Werken.
Wenngleich die entscheidenden Entwicklungsprogramme nicht ganz frei von Risiken sind, erwartet EADS gegenwärtig keine wesentliche Verschlechterung derselben.
Vor Einfluss von Kundenfinanzierungen erwartet EADS für das Jahr 2008 gegenwärtig einen Free Cash Flow von € 0,5 Mrd. (dabei ist zu berücksichtigen, dass dies die volatilste zu prognostizierende Kennzahl ist).
Geschäftsbereiche: Solide Grundlagen und bedeutende Markterfolge
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Airbus blieb stabil mit € 25.216 Mio. (2006: € 25.190 Mio.). Grund dafür ist ein positiver Volumeneffekt, vor allem durch Produktionssteigerungen bei der A320-Familie. Das Wachstum wurde durch einen negativen Einfluss des US-Dollars in Höhe von € -1.080 Mio. und eine geringere Umsatzrealisierung im A400M-Programm (€ -323 Mio. entsprechend dem internen Arbeitsanteil von Airbus) fast aufgezehrt. Im Berichtsjahr lieferte Airbus 453 Flugzeuge aus (2006: 434 Flugzeuge). Das EBIT* verringerte sich auf € -881 Mio. (2006: € -572 Mio.), da es im Jahresverlauf stark durch Rückstellungen im Zusammenhang mit dem überarbeiteten A400M-Auslieferungszeitplan und der Power8-Restrukturierung sowie durch Kosten für die A350 XWB belastet wurde. Ein gegenüber dem Vorjahr aufgetretener Preisrückgang bei den ausgelieferten Flugzeugen wurde von einem starken Umsatz-Leverage-Effekt und ersten Power8-Einsparungen mehr als ausgeglichen.
Erste Erfolge im Restrukturierungsprogramm Power8 zeigen, dass sich EADS weiterhin voll darauf konzentriert, die Herausforderungen des Wettbewerbs zu meistern und so langfristige Rentabilität zu gewährleisten. Die Umsetzung läuft auf allen beteiligten Ebenen nach Plan und Meilensteine wie die Einführung einer neuen integrierten und transnationalen Organisationsstruktur oder Vereinbarungen mit Sozialpartnern hinsichtlich der Reduzierung von Overhead-Kosten wurden erreicht. Mit bevorzugten Bietern (Latécoère in Frankreich, GKN in Großbritannien und MT Aerospace in Deutschland) laufen Verhandlungen über die mögliche Veräußerung von Werken; bislang wurde noch keine verbindliche Einigung erreicht.
Im täglichen Liniendienst bei Singapore Airlines hat sich die A380 seit ihrer Indienststellung im Oktober 2007 als überaus zuverlässig erwiesen. Für Airbus und die zivile Luftfahrt als Ganzes war 2007 ein besonderes Jahr. Die weltweite Nachfrage stieg – vor allem dank schnell wachsender Fluggesellschaften in Asien und im Nahen Osten – auf einen bislang unerreichten Höchststand und brachte Airbus Rekordbestellungen ein: Von 1.341 Netto-Bestellungen für Flugzeuge (Brutto-Bestellungen über 1.458 Flugzeuge) entfiel der größte Teil auf die A320-Familie (913 Flugzeuge), während im Langstreckenbereich 405 Flugzeuge verkauft werden konnten. Insbesondere die A330 erwies sich hier erneut als das erfolgreichste Verkehrsflugzeug dieser Größe und Reichweite. Für die A350 XWB konnte Airbus im Jahresverlauf von zwölf Kunden Aufträge über 290 Flugzeuge verzeichnen. Damit stieg der Auftragsbestand für die A350 XWB bis Jahresende auf insgesamt 292 Flugzeuge. Ihr Vertrauen in die A380 stellten die Kunden mit 33 neuen Brutto-Bestellungen unter Beweis. Ende Dezember verfügte Airbus über einen A380-Auftragsbestand von 188 Festbestellungen. Neben dem spürbaren Schub für die A380 und die A350 XWB gelang dem neuen Frachter vom Typ A330-200 mit Aufträgen über 66 Flugzeuge ein erfreulicher Start in den Markt. Zum 31. Dezember betrug der Auftragsbestand von Airbus € 283,8 Mrd. basierend auf Listenpreisen (Jahresende 2006: € 210,1 Mrd.). Dies entspricht 3.421 Flugzeugen (Jahresende 2006: 2.533 Flugzeuge).
Der Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge verzeichnete einen Umsatzrückgang auf € 1.140 Mio. (2006: € 2.200 Mio.). Ursache dafür ist vor allem die Verschiebung eines Meilensteins im A400M-Programm (Power-On) ins Jahr 2008. Der Umsatz des Jahres 2006 enthält dagegen einen Umsatzmeilenstein, der aus dem Jahr 2005 verschoben worden war. Das EBIT* des Geschäftsbereichs fiel auf € -155 Mio. gegenüber € 75 Mio. im Vorjahr und spiegelt damit vor allem Margenanpassungen im A400M-Programm wider. Es wurde zudem von Wertminderungen infolge einer Neubewertung langsam drehender Vorräte im Missionsflugzeugbereich belastet.
Mit der jüngsten Entscheidung für die KC-45A als neues Tankflugzeug der US-Luftwaffe – auf Basis der A330 MRTT – gelang EADS ein bedeutender Erfolg sowohl im weltweiten Tankergeschäft als auch auf dem amerikanischen Verteidigungsmarkt. Dies ist eine solide Grundlage für zukünftiges Wachstum. EADS wird in den nächsten Jahren 179 Tankflugzeuge an die amerikanischen Streitkräfte liefern. Die herausragenden Fähigkeiten dieses Tankers waren bereits zuvor unter Beweis gestellt worden: In anspruchsvollen Wettbewerben hatten sich die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien für die A330 MRTT entschieden. Nach dem Auftrag von Australien und der Auswahl der A330 MRTT seitens Großbritanniens ist das Flugzeug als leistungsfähigster Tanker auf dem Markt bestätigt worden.
Die Testflüge des Flugzeugs werden fortgesetzt; die aerodynamischen Tests wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Das neue Betankungssystem ARBS (Air-to-air Refuelling Boom System) absolvierte seinen ersten Tankvorgang mit einem Kampfflugzeug in der Luft. Die erste A400M-Flugzeugzelle hat die Montagegestelle verlassen und Komponenten für das zweite Flugzeug sind in der Endmontagelinie eingetroffen. Das Triebwerk wurde für die anstehenden Testflüge an ein Flugzeug vom Typ C-130 montiert. Im Segment mittlerer Turboprop-Flugzeuge wurden insgesamt 11 Transporter vom Typ C-295 in Auftrag gegeben, unter anderem von den polnischen und kolumbianischen Streitkräften. Das spanische Innenministerium erwarb zwei Flugzeuge vom Typ C-235 zu Grenzschutzzwecken und die US-Küstenwache bestellte für ihr Deepwater-Programm weitere fünf Flugzeuge desselben Typs. Brasilien gab die Modernisierung eines weiteren Flugzeugs vom Typ P-3 in Auftrag. Zum Jahresende 2007 belief sich der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs Militärische Transportflugzeuge auf € 19,9 Mrd. (Jahresende 2006: € 20,3 Mrd.).
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Eurocopter wuchs weiter auf € 4.172 Mio. (2006: € 3.803 Mio.), in erster Linie aufgrund anhaltend steigender Serienhubschrauber-Auslieferungen und zunehmender Kundendienst-Aktivitäten. Im Berichtszeitraum wurden 488 Hubschrauber an Kunden übergeben – 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Das EBIT* des Geschäftsbereichs betrug € 211 Mio. (2006: € 257 Mio.), belastet durch eine Margenanpassung und eine Rückstellung im NH90-Programm. Allerdings konnte Eurocopter die Rentabilität deutlich verbessern dank höherer Volumina und eines vorteilhaften Produkt-Mix. Der Hochlauf der NH90-Produktion ist im Gange und neue Fertigungslinien wurden in Betrieb genommen. Im Jahr 2007 wurden insgesamt acht Hubschrauber vom Typ NH90 an Kunden ausgeliefert, darunter die ersten beiden NH90 für die australischen Streitkräfte. Im LUH-Programm (Light Utility Helicopter) lieferte Eurocopter bislang 18 Hubschrauber vom Typ UH-72A an die US-amerikanischen Streitkräfte – allesamt in der vereinbarten Qualität und früher als geplant.
Der Geschäftsbereich baute seine industrielle Präsenz international weiter aus und erhöhte erneut seinen Exportanteil. Dies geht einher mit einer starken Konzentration auf Wachstumsmärkte und großen Anstrengungen, das weltweite Dienstleistungsnetzwerk kontinuierlich zu optimieren. Die enorme Marktnachfrage führte zu einem neuerlichen Rekord beim Auftragseingang – wertmäßig plus 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eurocopter erhielt Aufträge über 802 neue Hubschrauber (2006: 615); der Auftragsbestand erhöhte sich damit auf insgesamt 1.388 Hubschrauber (Jahresende 2006: 1.074) in einem Gesamtwert von € 13,5 Mrd. (Jahresende 2006: € 11,0 Mrd.).
Der Geschäftsbereich EADS Astrium steigerte seinen Umsatz weiter auf € 3.550 Mio. (2006: € 3.212 Mio.). Dies resultiert hauptsächlich aus dem Hochlauf der Paradigm-Dienstleistungen, einer höheren Produktionsrate für die Ariane 5 und einem wachsenden Geschäft mit ballistischen Flugkörpern. Das EBIT* verbesserte sich um 34 Prozent auf € 174 Mio. (2006: € 130 Mio.) dank vermehrter Beiträge des Trägerraketen- und des Dienstleistungsgeschäfts.
Im Jahresverlauf 2007 erhöhte EADS Astrium die Produktionsrate der Ariane 5 auf sechs Starts pro Jahr. Als Bestätigung der Verlässlichkeit dieser Trägerrakete erhielt EADS Astrium einen vorläufigen Auftrag über 35 Ariane 5 ECA; sie sollen ab 2010 ausgeliefert werden. Anfang des Jahres 2008 erreichten zwei bedeutende europäische Raumfahrtprogramme im Zusammenhang mit der internationalen Raumstation ISS wichtige Meilensteine: das Weltraumlabor Columbus nahm seinen Betrieb auf und der unbemannte Raumtransporter ATV startete ins All. Im Verlauf des Jahres 2007 erhielt der Geschäftsbereich Aufträge über acht Telekommunikations-satelliten – der Auftragsbestand enthält damit 18 Satelliten. EADS Astrium wird auch die Sonde BepiColombo für die europäische Merkurmission liefern. Der Vertrag mit der europäischen Weltraumagentur ESA wurde vor kurzem unterzeichnet. Zum Jahresende 2007 belief sich der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs auf € 12,9 Mrd (Jahresende 2006: € 12,3 Mrd.).
Der Geschäftsbereich Verteidigung und Sicherheit erreichte einen Umsatz in Höhe von € 5.465 Mio., gegenüber € 5.864 Mio. im Jahr 2006. Auf vergleichbarer Basis und unter Berücksichtung einer Veränderung der MBDA-Konsolidierung von 50 Prozent im Jahr 2006 auf 37,5 Prozent im Jahr 2007 blieb der Umsatz stabil (vergleichbarer Umsatz für das Jahr 2006: € 5.446 Mio.). Das Wachstum bei Eurofighter und im Sicherheitsgeschäft wurde von einem geringeren Umsatz im Lenkflugkörpergeschäft aufgezehrt. Auf vergleichbarer Basis übertraf das EBIT* des Geschäftsbereichs mit € 340 Mio. das Niveau des Vorjahres (2006: € 348 Mio.; vergleichbares EBIT* für das Jahr 2006: € 318 Mio.) nach Anpassungen für Einmaleffekte und dank verbesserter operativer Leistung und geringeren Strukturkosten.
Der Auftragseingang des Geschäftsbereichs profitierte 2007 sowohl vom Verteidigungs- als auch vom Sicherheitsgeschäft. Darin enthalten sind der EADS-Anteil am Eurofighter-Vertrag mit Saudi-Arabien, Eurofighter-Weiterentwicklungen, EuroHawk sowie Avionik- und Sicherheitsaktivitäten. Der Geschäftsbereich schloss neue Verträge für sichere Kommunikationsnetzwerke ab und erzielte Erfolge im Geschäftsfeld Global Security, unter anderem mit dem britischen FiReControl-System oder dem Grenzschutzsystem für Katar. Darüber hinaus gelangen Fortschritte im Geschäft mit unbemannten Luftfahrzeugen (Unmanned Aerial Vehicle, UAV): Der Geschäftsbereich wurde gemeinsam von der deutschen, der französischen und der spanischen Regierung mit einer Studie zur Risikominimierung beauftragt. Der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs stieg auf Vergleichsbasis um € 2 Mrd. unter Berücksichtigung der veränderten MBDA-Konsolidierung und betrug Ende Dezember € 17,9 Mrd. (Jahresende 2006: € 17,6 Mrd.; vergleichbarer Auftragsbestand zum Jahresende 2006: € 15,9 Mrd.).
Zentrale und Übrige Aktivitäten (ohne Zugehörigkeit zu einem EADS-Geschäftsbereich):
Die Übrigen Aktivitäten (ATR, EADS EFW, EADS Socata und EADS Sogerma) erzielten einen Umsatz von € 1.269 Mio. (2006: € 1.257 Mio.). Dies resultiert im Wesentlichen aus dem starken Umsatz bei ATR, EADS EFW und EADS Socata, der die Veräußerung von Wartungsaktivitäten von EADS Sogerma an die TAT Group im Jahr 2006 mehr als ausglich. Die Rückkehr von EADS Sogerma in die Gewinnzone ermöglichte 2007 ein EBIT* der Übrigen Aktivitäten in Höhe von € 94 Mio. (2006: € -288 Mio.). Alle vier Geschäftseinheiten erzielten ein positives EBIT*. Das EBIT* der Zentrale/Konsolidierung enthält auf Konzernebene Anpassungen im Zusammenhang mit der Situation im A400M-Programm (2007: € -169 Mio.; 2006: € 286 Mio.).
Der Regionalflugzeughersteller ATR profitierte weiterhin vom Aufschwung auf dem Turboprop-Markt, verdoppelte seine Auslieferungen (44 Flugzeuge gegenüber 22 Flugzeugen im Vorjahr) und sieht für 2008 einen weiteren Hochlauf vor. Im Jahresverlauf 2007 verkaufte ATR 123 Flugzeuge und verfügte damit zum Jahresende über einen Auftragsbestand von 195 Flugzeugen. EADS EFW übergab 18 umgerüstete Frachter an Kunden und steigerte die Produktion von Flugzeugkomponenten im Zuge der erhöhten Airbus-Produktion. In Deutschland und Russland kommt der Aufbau von Zentren für die Umrüstung von Flugzeugen der A320-Familie zu Frachtern voran. EADS Socata lieferte im vergangenen Jahr 47 Flugzeuge aus. Im selben Zeitraum gingen Aufträge über 71 schnelle einmotorige Turboprop-Flugzeuge vom Typ TBM 850 ein – 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Auftragsbestand für die TBM 850 belief sich auf 65 Flugzeuge. Zum 31. Dezember 2007 verfügten die Übrigen Aktivitäten über einen Auftragsbestand von € 2,4 Mrd. (Jahresende 2006: € 2,3 Mrd.).
EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen, mit einem Umsatz von € 39,1 Milliarden im Jahr 2007 und rund 116.000 Mitarbeitern. Zu EADS gehören der Flugzeughersteller Airbus, das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen Eurocopter und EADS Astrium, die europäische Nummer 1 im Raumfahrtgeschäft mit Programmen wie Ariane und Galileo. Die Sparte Verteidigung und Sicherheit bietet ihren Kunden umfassende Systemlösungen an, ist für EADS größter Partner im Eurofighter-Konsortium und wesentlicher Anteilseigner am Lenkflugkörperhersteller MBDA. Die Sparte Militärische Transportflugzeuge entwickelt die A400M.
EBIT
Die EADS verwendet das EBIT vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten als Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Leistung. Der Terminus „außerordentliche Posten“ bezieht sich auf Sachverhalte, wie Aufwendungen aus Abschreibungen der aufgedeckten stillen Reserven aus der Gründung der EADS, dem Airbus-Unternehmenszusammenschluss, der Gründung der MBDA sowie in diesem Zusammenhang stehende Wertminderungen aufgrund von Werthaltigkeitstests.
Das EBIT* des vierten Quartals wurde durch Kosten für die A350 XWB und einen Preisrückgang für ausgelieferte Airbus-Flugzeuge belastet. Demgegenüber fielen im Vergleich zum Vorjahresquartal weniger Kosten für die A380 und für EADS Sogerma an. Weniger vorteilhafte Hedging-Konditionen wirkten sich nachteilig aus (Q4 2007: € 1 = US$ 1,20; Q4 2006: € 1 = US$ 1,13). Die Veränderung bei Eurocopter ergibt sich aus höheren F&E-Aufwendungen und Strukturkosten sowie einer verringerten Marge im Zuge der Anpassung der zu erwartenden Gesamtkosten (Cost at Completion) im NH90-Programm.
MBDA wurde 2007 zu 37,5 Prozent konsolidiert, gegenüber 50 Prozent im Jahr 2006; die Zahlen für 2006 wurden nicht angepasst; um eine vergleichbare Basis zu schaffen, müssen folgende Einflüsse berücksichtigt werden: € -418 Mio. beim Umsatz 2006, € -30 Mio. beim EBIT* 2006, € -249 Mio. bei der Nettoliquidität 2006, € -329 Mio. beim Auftragseingang 2006, € -1.691 Mio. beim Auftragsbestand 2006, € -168 Mio. beim Umsatz im vierten Quartal 2006, € -19 Mio. beim EBIT* im vierten Quartal 2006
Gewinn vor Zinsen, Steuern, Wertminderungen, Abschreibungen und außerordentlichen Posten
Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten
Die EADS verwendet weiterhin den Terminus Konzernergebnis. Die Bedeutung ist identisch mit dem Ergebnis, das den Gesellschaftern des Mutterunternehmens gemäß den IFRS-Regeln zusteht.
wird der EADS-Hauptversammlung vorgeschlagen
Beiträge und Bestände aus dem zivilen Flugzeuggeschäft zum Auftragseingang bzw. Auftragsbestand der EADS basieren auf Listenpreisen.
Das EBIT* der Zentrale/Konsolidierung spiegelt den Gewinn aus der Veräußerung des EADS-Anteils an Embraer, dem Verkauf von Gebäuden in Velizy, dem Verkauf der Standorte in Neuaubing und Nabern sowie positive Ergebnisbeiträge von Dassault wider. Es enthält zudem auf Konzernebene angefallene Anpassungen im Zusammenhang mit der Situation im A400M-Programm (2007: € -169 Mio.; 2006: € 286 Mio.).
ATR, EADS EFW, EADS Socata und EADS Sogerma werden als Übrige Aktivitäten geführt. Dies ist kein eigenständiger EADS-Geschäftsbereich.
Sicherheitshinweis zu den Prognosen über die Geschäftsentwicklung (Safe Harbour Statement)
Bestimmte Aussagen dieser Pressemitteilung geben keine historischen Fakten wieder, sondern sind vorausschauende Aussagen und Erwartungen, die sich auf die Überzeugungen der Geschäftsleitung stützen. Diese Aussagen entsprechen den zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung aktuellen Ansichten und Einschätzungen der EADS. Sie unterliegen bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass tatsächliche Ergebnisse, Leistungsdaten oder Ereignisse von den in solchen Mitteilungen explizit oder implizit ausgewiesenen maßgeblich abweichen können.
In dieser Pressemitteilung sind vorausschauende Aussagen durch Formulierungen wie „rechnen mit“, „glauben“, „schätzen“, „erwarten“, „beabsichtigen“, „planen“ oder „möglicherweise“ gekennzeichnet.
Zu den Prämissen, auf denen diese vorausschauenden Angaben beruhen, zählen unter anderem, aber nicht ausschließlich: Erwartungen zur Nachfrage, zu gegenwärtigen oder künftigen Absatzmärkten für die Produkte und Dienstleistungen der EADS, zur internen Performance, zu Kundenfinanzierungen, zur Performance von Kunden, Zulieferern und Unterauftragnehmern, zu Vertragsverhandlungen oder zu den positiven Ergebnissen bestimmter laufender Vertriebskampagnen.
Vorausschauende Aussagen bergen Unsicherheiten, und die tatsächlichen Ergebnisse und Trends können deutlich von ihnen abweichen – unter anderem, jedoch nicht ausschließlich, aus folgenden Gründen: allgemeine wirtschaftliche und arbeitsmarkttechnische Umstände, wie besonders die konjunkturelle Lage in Europa, Nordamerika und Asien; rechtliche, finanzielle und zwischenstaatliche Risiken im Zusammenhang mit internationalen Geschäftsabschlüssen; die Konjunkturabhängigkeit einzelner Geschäftseinheiten der EADS; die Volatilität der Märkte für bestimmte Produkte und Dienstleistungen; Risiken im Zusammenhang mit den Leistungen unserer Produkte; Arbeitskämpfe im Rahmen von Tarifverhandlungen; Faktoren, die eine dauerhafte, signifikante Einschränkung des weltweiten Luftverkehrs bedingen; der Ausgang politischer und rechtlicher Prozesse, einschließlich der nicht gesicherten staatlichen Finanzierung bestimmter Programme; die Konsolidierung des Wettbewerbs in der Luft- und Raumfahrtindustrie; Entwicklungskosten für neue Produkte und deren Vertriebserfolg; Wechselkurs- und Zinsschwankungen zwischen Euro, US-Dollar und anderen Währungen; Rechtsstreitigkeiten sowie andere wirtschaftliche, politische und technologische Risiken und Unsicherheiten.
Weiterführende Informationen zu diesen Faktoren können dem Registrierungsdokument des Unternehmens vom 25. April 2007 entnommen werden.
European Aeronautic Defence and Space Company EADS N.V. Le Carré · Beechavenue 130-132 · 1119 PR Schiphol Rijk · Niederlande
EADS Deutschland GmbH · 81663 München · Deutschland EADS France S.A.S. · 37, boulevard de Montmorency · 75781 Paris Cedex 16 · Frankreich EADS CASA · Ava. de Aragón, 404, 28022 Madrid · Spanien