Herschel - das größte Weltraum-Observatorium ist im All
Bilderbuchstart am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana: Eine Ariane-5-Trägerrakete brachte heute um 15:12 Uhr (MESZ) die Wissenschaftssatelliten Herschel und Planck ins Weltall. Herschel, das größte jemals ins All gebrachte Spiegelteleskop, wird das unsichtbare Infrarotlicht ferner Galaxien aufspüren und die Geburt von Sternen und Planeten verfolgen. Der Satellit Planck blickt bis zu den äußeren Grenzen des Weltalls und erforscht die kosmische Hintergrundstrahlung. Beide Missionen sind Meilensteine der modernen Astronomie und Europas wichtigster Beitrag zum Jahr der Astronomie 2009. An beiden Vorhaben der europäischen Weltraumorganisation ESA ist der Raumfahrtkonzern Astrium entscheidend beteiligt. Kourou, 14 Mai 2009
Der Start dieser beiden Satelliten, die nun in Richtung des so genannten Lagrange-Punkts L2 (etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt) unterwegs sind, unterstreicht erneut die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Ariane 5. Sie ist der einzige kommerzieller Träger, der zwei Nutzlasten gleichzeitig starten und eine Vielzahl von Missionsprofilen - von Telekommunikationssatelliten in die geostationäre Umlaufbahn bis hin zu Wissenschaftsmissionen auf speziellen Orbits - anbieten kann. Der heutige Start ist die 30. erfolgreiche Mission der Ariane 5 in Serie. Astrium ist der industrielle Hauptauftragnehmer für die Ariane 5. Herschel - Supercooles Teleskop sucht nach der Sternenentstehung
Als Teil eines internationalen Industriekonsortiums, das unter der Führung von Thales Alenia Space stand, ist der Astrium-Standort Friedrichshafen für das Nutzlastmodul des Herschel-Satelliten verantwortlich, das aus dem Kryostaten (eine Art „Superkühlung"), der optischen Einheit mit den Instrumenten, dem Solargenerator mit Sonnenschutzschild (Astrium-Tochtergesellschaft Dutch Space) besteht. Astrium Spanien ist mit Elektronikbauteilen für das Instrument PACS, sowie einer Verkabelung mit besonders geringer Wärmeleitung beteiligt. Darüber hinaus liefert Astrium Spanien die Kohlefaserstruktur für das Service-Modul sowie mehrere Kohlefasergestänge am Herschel-Nutzlastmodul. Außerdem ist Astrium (Friedrichshafen) zuständig für Satellitenintegration und Test. Planck - dem Licht des Urknalls auf der Spur
Mit dem Forschungssatelliten Planck wollen die Wissenschaftler eine Art Zeitreise 13,8 Milliarden Jahre zurück zu den Anfängen des Alls unternehmen und das "erste Licht" des Universums aufspüren. Eine Schlüsselrolle beim Einfangen der so genannten kosmischen Hintergrundstrahlung kommt den beiden Teleskopspiegeln des Satelliten zu, die bei Astrium in Friedrichshafen entwickelt und in einer Kohlefaser-Sandwichbauweise realisiert wurden. Ankommende Mikrowellenstrahlung wird über die beiden Planck-Spiegel auf zwei hochempfindliche Instrumente fokussiert. Astrium Spanien lieferte die Struktur des Service Moduls und Elektronikkomponenten für die Planck-Kühlung und die Instrumente HFI und LFI. Astrium
Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2008 erreichte Astrium einen Umsatz von 4,3 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen. Medienkontakt:
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