Radarsatellit TerraSAR-X liefert bereits jetzt schon hervorragende Bilder für zahlreiche wissenschaftliche Anwendungen - Eine deutsche ErfolgsstoryDer erste deutsche Radarsatellit für Erdbeobachtung, TerraSAR-X, ist noch keine zwei Monate im Weltraum, noch nicht vollständig in Betrieb genommen, und dennoch liefert er schon hervorragende Bilder für zahlreiche Anwendungen. Da er zudem ein Beispiel für ein gut funktionierendes Gemeinschaftsprojekt zwischen öffentlicher Hand und Industrie ist (PPP-Projekt - public privat partnership), ist, kann man von einer deutschen Erfolgsgeschichte sprechen: "TerraSAR-X zeigt, was Forschung und Industrie in Deutschland leisten können, wenn sie an einem Strang ziehen", erklärte Prof. Johann-Dietrich Wörner, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Berlin, 09 August 2007
Wörner zeigte sich begeistert von den jetzt schon vorliegenden Bildern aus den Radardaten: "TerraSAR-X dokumentiert die führende Stellung Deutschlands in der Radarfernerkundung. Unsere Daten werden für die internationale Forschung eine wichtige Informationsquelle sein, sie werden aber auch die kommerzielle Anwendung der Erdbeobachtung weiter voran bringen. Darüber hinaus wird Deutschland - nicht zuletzt durch TerraSAR-X - eine maßgebliche Rolle im europäischen Erdbeobachtungsprogramm GMES (Global Monitoring for Environment and Security) spielen." Deutsche Erfolgsstory bereits vier Tage nach dem Start
Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X war am 15. Juni 2007 vom russischen Weltraumbahnhof in Baikonur in Kasachstan in eine erdnahe Umlaufbahn in 514 Kilometern Höhe gestartet. Bereits nach vier Tagen wurden die ersten Daten vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) in Neustrelitz aufgezeichnet. Und kurz darauf wurden sie im DLR-Oberpfaffenhofen, im Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) erfolgreich in erste Bildprodukte gewandelt: "Das ist Weltrekord - bereits vier Tage nach dem Start des Satelliten erste Aufnahmen zu haben. Das hat es bei einem System dieser Komplexität vorher noch nie gegeben", erklärte Prof. Richard Bamler, Direktor des Instituts für Methodik der Fernerkundung. TerraSAR-X auch kommerziell auf gutem Wege
Neben der wissenschaftlichen Zielsetzung, die durch das DLR vertreten und vorangetrieben wird, steht im Rahmen der TerraSAR-X-Mission auch die kommerzielle Verwertung der Daten im Vordergrund. Durch den weltweiten kommerziellen Vertrieb von TerraSAR-X-Daten und darauf basierenden Geoinformationsprodukten soll die Nachhaltigkeit der deutschen Mission TerraSAR-X langfristig gesichert werden: der Nachfolgesatellit TerraSAR-X-2 soll aus den Gewinnen der Infoterra GmbH finanziert werden. Radardaten zum besseren Verständnis für komplizierte Umwelt-Prozess
Im Vordergrund steht bei der Auswertung der neuen Informationen, die der Satellit liefern wird, insbesondere die Nutzung für ein besseres Verständnis unserer Umwelt: "Die Daten von TerraSAR-X werden uns Wissenschaftler dabei helfen, drängende Fragen zu beantworten. Insbesondere hoffen wir auf neue Erkenntnisse im Bereich des Umweltmanagements in den Megacities der Erde. Aber auch im Bereich des Katastrophenmanagements erwarten wir von TerraSAR-X wertvolle und schnelle Unterstützung", erklärte Prof. Stefan Dech, Direktor des deutschen Fernerkundungsdatenzentrums (DFD) des DLR in Oberpfaffenhofen. Über das DLR
Das DLR ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr und Energie sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Über die eigene Forschung hinaus ist das DLR als Raumfahrt-Agentur im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten sowie für die internationale Interessenswahrnehmung zuständig. Über InfoterraDie Infoterra GmbH wurde im Jahr 2001 von Europas führendem Raumfahrtkonzern Astrium eigens zum Zweck der kommerziellen Vermarktung der TerraSAR-X Daten gegründet. Die Firma ist verantwortlich für die kommerzielle Vermarktung sowohl der TerraSAR-X Daten als auch daraus entwickelter Geoinformationsprodukte und -dienstleistungen. Die Infoterra GmbH hat 30 Mitarbeiter in Friedrichshafen und ist Teil der europäischen Infoterra-Gruppe mit insgesamt 300 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro, zu der auch Firmen in Großbritannien und Frankreich gehören. Über Astrium
Astrium, eine Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme und weltraumgestützte Dienstleistungen. 2006 erzielte Astrium mit rund 11.000 Mitarbeitern in Frankreich, Deutschland Großbritannien, Spanien und den Niederlanden einen Umsatz von € 3,2 Mrd. Astriums Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: die Geschäftsbereiche Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Raumfahrt-Infrastrukturen sowie, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.
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