Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Mit Ottobrunner Technologie auf Saturnmond Titan gelandet:

  • EADS untermauert Kompetenz bei Raumfahrtwissenschaft
  • Wärmeschutz - ein Schlüsselelement zum Missionserfolg
  • Rosetta besucht Kometen - Venus Express Start im Herbst 2005

München, 17  Januar  2005

ESOC Space Center, Darmstadt.

ESOC Space Center, Darmstadt.

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© ESA

Ein technischer Erfolg und ein wissenschaftlicher Erfolg - auf diese kurze Formel lässt sich die erfolgreiche Mission der europäischen Raumsonde Huygens zusammenfassen. Die Huygens-Sonde war am vergangenen Freitag (14. Januar) an einem Fallschirmsystem durch die Atmosphäre des Saturnmondes Titan gesegelt, hatte sie dabei analysiert und rund 350 Fotos zur Erde gefunkt.

Möglich geworden ist dieser Erfolg durch Raumfahrttechnologie und Ingenieurskunst "made by EADS". Insbesondere die Raumfahrtexperten der EADS Astrium in Ottobrunn sind stolz auf ihre Leistungen. Sie waren für die Integration und Tests der Sonde sowie für den Thermalschutz von Huygens verantwortlich, eines der Schlüsselelemente bei dieser anspruchvollen Mission. Andere Standorte der EADS SPACE in Frankreich und Spanien waren ebenfalls beteiligt.

Natürlich müssen bei einem so anspruchsvollen Projekt Hunderte von Bauteilen und Hunderte von Missionsparametern zusammenwirken und aufeinander abgestimmt sein. Was man auf Titan vorfinden würde, konnte seinerzeit bei Design und Konstruktion der Sonde nur vage erahnt werden und manchmal sind es dann die kleinen Bauteile, die schlussendlich den Erfolg einer Mission ausmachen. So zum Beispiel ein spezielles Drehgelenk, das das Rotieren der Sonde ermöglichte, ohne dass der Fallschirm aufgerollt wurde oder eine spezielle Abdichtung - übrigens eine Arbeitnehmer-Erfindung aus Ottobrunn - an den Instrumenten, die die Messgeräte sicher mit dem Alu-Gehäuse der Sonde verbunden hat und seine Wirkung auch noch bei knapp minus 200 Grad Celsius entfaltete.

Wichtige Elemente waren auch das von EADS SPACE Transportation in Aquitaine (F) gebaute Hitzeschutzschild, dass die Sonde perfekt vor Eintrittstemperaturen von 1.800 Grad Celsius geschützt hat oder der Wärmeschutz in der Sonde, der die Instrumente erst vor der Hitze, dann vor der Umgebungskälte bewahrte. So wurden optimale Wärmewerte an den Instrumenten von 25 Grad gemessen. "Das ist riesig, alle unsere Annahmen haben gepasst", freuten sich im Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt Hans-Joachim Hoffmann, ehemals Huygens-Projektleiter der EADS Astrium und Ernst Kulinyak, der das Abdichtungsprinzip erfunden hat.

EADS-Astrium-Geschäftsführer Evert Dudok: "Das tolle Ergebnis der Huygens-Mission unterstreicht die Kompetenz unseres Unternehmens und belegt das Know-how unserer Mitarbeiter im Bereich der wissenschaftlichen Weltraumerkundung, ganz besonders auf dem Gebiet der Planetenerkundung." Die EADS Astrium zeichne unter anderem auch für die im März vergangenen Jahres gestartete Kometensonde Rosetta verantwortlich. Ihre 11-jährige Reise werde sie zu einem Kometen führen. Auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko soll der Lander Philae niedergehen. Noch in diesem Jahr werde mit Venus Express eine weitere Mission, die unter der Führung der EADS-Raumfahrer steht, ins Weltall starten, so der Geschäftsführer. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch bei diesen Missionen den Wissenschaftlern exzellente Tools für ihre Fragestellungen und Forschungen abgeliefert haben oder noch abliefern werden."

Huygens auf Titan

20 Tage nach ihrer Abtrennung von der Muttersonde Cassini am 25. Dezember hatte Huygens nach einem Alleinflug über 4 Millionen km die äußere Atmosphäre des Titan erreicht. Um 11.13 Uhr MEZ begann sie am Freitag, 14. Januar 2005, in etwa 1270 km Höhe über Titan ihren Abstieg durch dessen dunstige Wolkendecke. In den folgenden drei Minuten musste die Sonde zunächst von 18000 auf 1400 km/h abbremsen.
Mit Hilfe einer Reihe von Fallschirmen wurde ihre Geschwindigkeit dann auf unter 300 km/h verringert. In rund 160 km Entfernung von der Oberfläche wurden die wissenschaftlichen Instrumente der Sonde aktiviert und der Atmosphäre des Titan ausgesetzt. In 120 km Höhe wurde der Hauptfallschirm abgeworfen und durch einen kleineren ersetzt, um den Abstieg fortzusetzen.
Vier Minuten nach ihrem Eintritt in die Atmosphäre hat die Sonde mit der Übertragung ihrer Daten an Cassini begonnen und dies nach ihrer Landung mindestens so lange getan, wie sich die Muttersonde über dem Horizont des Titan befand.

Die EADS Astrium ist der führende Satellitenspezialist in Europa. Die Aktivitäten reichen von kompletten Systemen für zivile und militärische Telekommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten über wissenschaftliche Raumfahrtprogramme bis hin zur Satellitennavigation sowie die dazugehörige Avionik und Ausrüstung. EADS Astrium ist eine Tochtergesellschaft der EADS SPACE, einer der weltweit führenden Anbieter von zivilen und verteidigungstechnischen Raumfahrtsystemen. Im Jahr 2003 erreichte EADS SPACE einen Umsatz von über 2,4 Milliarden EURO und beschäftigte rund 12.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien.

Der EADS-Konzern ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2003 lag der Umsatz bei 30,1 Milliarden EURO, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 100.000.

Kontakt

Mathias PIKELJEADS SPACE (GER)
Tel.: +49 (0) 7545 8 91 23
 www.space.eads.net

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