Stand: 11 Juli 2007 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

EADS und Irkut wollen strategische Partnerschaft ausbauen

  • EADS will bis zu 10% des Aktienkapitals von Irkut erwerben
  • Joint Venture EADS/Irkut für Be 200 betriebsbereit

Moskau, 16  August  2005

Von links nach rechts: Oleg Demchenko, President of Irkut, Stefan Zoller Member of EADS Executive Committee and CEO of Defence and Security Systems Division of EADS, Alexey Fedorov, President of Irkut und Vadim Vlasov, CEO of OOO EADS

Von links nach rechts: Oleg Demchenko, President of Irkut, Stefan Zoller Member of EADS Executive Committee and CEO of Defence and Security Systems Division of EADS, Alexey Fedorov, President of Irkut und Vadim Vlasov, CEO of OOO EADS

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© EADS

EADS und die russische Flugzeugbaufirma Irkut haben auf der Luftfahrtschau MAKS bei Moskau Dokumente unterzeichnet, die die Zusammenarbeit beider Unternehmen weiter vertiefen. Stefan Zoller, CEO Defence and Security Systems Division und Mitglied des Executive Committee der EADS, und Oleg Demtschenko, Präsident von Irkut, haben am Dienstag eine Erklärung unterzeichnet, in der sie die Absicht einer strategischen Investition beim russischen Flugzeugbauer durch den Erwerb neu ausgegebener Aktien bekräftigen. Diese Investition kann bis zu zehn Prozent des ausstehenden Kapitals von Irkut ausmachen. Die Parteien gehen davon aus, dass die Transaktion bis Ende 2005 abgeschlossen ist. „Es gehört zur globalen Strategie der EADS, Partnerschaften mit der russischen Industrie einzugehen. Russische Luft- und Raumfahrt-Unternehmen bereiten sich derzeit auf eine Konsolidierung der Industrie und künftigen Markterfolg vor – und wir wollen daran teilhaben“, sagte Stefan Zoller. „Irkut ist zweifellos eines der dynamischsten Unternehmen in der russischen Luft- und Raumfahrtindustrie, und daher ein geeigneter Partner für die EADS .“

Ferner unterzeichneten Demtschenko und Zoller die Dokumente zur Gründung eines Joint Venture zwischen EADS und Irkut. Diese neue Gesellschaft, EADS IRKUT Seaplane, wird dem gemeinsamen Vermarktung des Amphibienflugzeugs Be-200 Auftrieb geben. Das Unternehmen wird zuständig sein für Vertrieb, Marketing und Produktbetreuung des Be-200 Programms auf dem Weltmarkt und für das Management des internationalen Zertifizierungsprozesses des Flugzeugs. Irkut wird mit 70% an EADS IRKUT Seaplane SAS beteiligt sein, EADS mit 30%. Die Zertifizierung der Be-200 außerhalb von Russland wird von Irkut ausgeführt und von der EADS mit seinen Konzerngesellschaften, einschließlich Airbus, unterstützt. Die Be-200 wird derzeit von dem russischen Ministerium für Katastrophenschutz und bei der italienischen Protezione Civile eingesetzt. Auch andere Auftraggeber in den Mittelmeerländern, Südostasien und den USA haben bereits ihr Interesse an dem Luftfahrzeug bekundet.

„Die Be-200 ist ein wahrlich einzigartiges Luftfahrzeug“, sagte Stefan Zoller. „Kein anderes Brandbekämpfungsflugzeug kommt an die Leistung der Be-200 heran, was Fluggeschwindigkeit, Ladevermögen und Wasseraufnahmekapazität angeht.“ Indem man Interessenten das weltweite Servicenetzwerk der EADS anbietet, erhöht sich ihr Marktpotenzial beträchtlich.

Die Be-200 ist ein Mehrzweck-Luftfahrzeug, das für eine ganze Palette an Aufgaben eingesetzt werden kann: Such- und Rettungseinsätze (SAR), Passagier- und Frachttransporte, Seeüberwachung und anders. Momentan sehen Experten die besten Chancen auf dem Weltmarkt für die Brandbekämpfungsversion. Das Flugzeug kann im Wasser starten und landen und bis zu 12 Tonnen Wasser in 17 Sekunden laden.

Manager der EADS IRKUT Seaplane wird Johannes Falke sein. Falke hat in seiner früheren Funktion als Geschäftsführer der MAPS, einem Joint Venture zwischen EADS, RSK MiG und Rosoboronexport, umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit russischen Partnern gesammelt. Die Firma MAPS war mit der Modernisierung und Anpassung der russischen Flugzeuge des Typs MiG-29 betraut, die bis 2004 bei der deutschen Luftwaffe im Einsatz war.

„Das strategische Kooperationsabkommen, das wir 2001 mit Russland unterzeichnet haben, hat bereits beeindruckende Ergebnisse geliefert“, sagte Jean-Paul Gut, Chief Operating Officer (COO) der EADS. „Unsere erfolgreichen Kooperationsprogramme in Russland umfassen Zulieferungen für Airbus, das Ingenieur-Zentrum ECAR und das russische Technologiebüro ein, das Kooperationsmöglichkeiten in Forschung und Technik sondiert, dazu Marketing von Nutzlasten für Kommunikationssatelliten, sowie den Start der Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou.

Der Irkut Konzern ist eine vertikal integrierte Beteiligungsgesellschaft, die militärische und zivile Luftfahrzeuge entwirft, herstellt, verkauft und betreut. Der Irkut Konzern ist einer der führenden Hersteller der erfolgreichen militärischen Kampfjetserie Suchoi. Sein Auftragsbestand beträgt 3,9 Milliarden USD. Die Produktpalette umfasst das Kampfflugzeug SU-30 MKI (Version für Indien) und MKM (für Malaysia), den Trainer Jak 130, das Amphibienflugzeug Be-200 sowie unbemannte Flugzeuge.

Die EADS ist ein weltweit führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2004 erwirtschaftete die EADS einen Umsatz von 31,8 Milliarden € und beschäftigte rund 110.000 Mitarbeiter. Zur EADS-Gruppe gehört der Flugzeughersteller Airbus, der Welt größter Hubschrauberlieferant Eurocopter und das Joint Venture MBDA, der weltweit führende Flugkörperhersteller. Die EADS ist der wichtigste Partner im Eurofighter-Konsortium, Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane, entwickelt das militärische Transportflugzeug A400M und ist größter industrieller Partner für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo.

Ihr Ansprechpartner:

Gregor v. KursellEADS
Tel.: +49 89 607 34255

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