Astrium eröffnet Fertigungszentrum für Ariane-TriebwerkeOttobrunn, 25 November 2002
Mit dem neuen Fertigungszentrum für Raketentriebwerke am Standort Ottobrunn bündelt Astrium Raumfahrt-Infrastruktur seine Kompetenz als Europas führender Hersteller von Schubkammersystemen für die Raumfahrt. Im Rahmen einer Feierstunde haben Bayerns Wirtschafts- und Technologieminister, Otto Wiesheu, und der Chief Executive Officer (CEO) der EADS, Rainer Hertrich, das „Arianezentrum“ am Montag eröffnet. Insgesamt 20 Millionen Euro hat Astrium Raumfahrt-Infrastruktur in das moderne Fertigungszentrum investiert. Auf 10.000 Quadratmetern produzieren 160 hochqualifizierte Ingenieure und Facharbeiter Triebwerke für die europäische Trägerrakete Ariane, dem weltweit erfolgreichsten Träger für den kommerziellen Satellitentransport. „In nur zwölf Monaten ist es uns gelungen, unser neues High-Tech-Fertigungszentrum für Trägerantriebe zu bauen“, so Axel Deich, Leiter Antriebe und Ausrüstung bei Astrium Raumfahrt-Infrastruktur und Bauherr des Arianezentrums. „Die Konzeption und Ausstattung des Arianezentrums ermöglicht uns, bei gleichbleibend hoher Qualität schneller und kostengünstiger zu fertigen. Damit sind wir auch für andere Hochtechnologiebereiche interessant. Schon heute machen wir mit der Produktion von Satelliten- und Flugzeugkomponenten einen Umsatz von 2,5 Millionen Euro.“ Insgesamt 20 Millionen Euro hat Astrium in das neue Arianezentrum investiert. 80 Prozent der Auftragssumme fließt als Wertschöpfung an kleine und mittelständische Unternehmen in Bayern. Über 50 Firmen waren an Planung und Bau des Arianezentrums beteiligt. „Astrium ist mit seinem Arianezentrum ein bedeutender Technologiemotor für die Raumfahrt- und Zulieferindustrie in Bayern“, so Minister Wiesheu. „Nur über die Beteiligung an europäischen Zukunftsprojekten kann Know-how erhalten und eine erfolgreiche Nutzung der kommerziellen Raumfahrt ermöglicht werden.“ Durch die Zusammenlegung aller Fertigungseinheiten unter dem Dach des Arianezentrums und die Einführung neuer Produktionsverfahren können die Durchlaufzeiten bei der Fertigung der Ariane-Triebwerke um mehr als 30 Prozent verkürzt werden. Die Optimierung der Produktionsabläufe wirkt sich mit einer Reduzierung um 35 Prozent auch positiv auf die Kostenstruktur aus – eine wichtige Voraussetzung für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Ariane. "Vergleicht man die für Raumfahrt in Europa und den USA zur Verfügung stehenden Mittel, so übersteigt die US-amerikanische Förderung die europäische um mehr als das Sechsfache", so Rainer Hertrich, CEO der EADS. "Diesen Wettbewerbsnachteil werden wir nur durch eine Erhöhung der europäischen Forschungsgelder ausgleichen können. Die Industrie wird durch eine Optimierung der Ressourcen und eine weitere Verbesserung der Kostenstruktur ihren Beitrag leisten." Im Arianezentrum werden künftig die Schubkammersysteme für die Ariane 5 gefertigt. Die Schubkammer ist das Herzstück jedes Raketen-Triebwerkes. Das leistungsstärkste Astrium-Produkt, die Schubkammer für den Hauptantrieb der Ariane 5, Vulcain 2, verfügt über einen Schub von 135 Tonnen, das entspricht vier Millionen PS. Vulcain 2 sowie die ebenfalls von Astrium Raumfahrt-Infrastruktur entwickelte Oberstufe ESC-A (Etage Supérieur Cryotechnique A) werden erstmals beim Start der Ariane 5 Ende November zum Einsatz kommen. Dann wird auch das HM-7 Triebwerk mit an Bord sein, das bereits sehr erfolgreich in der Ariane 4 eingesetzt wurde und nun der Antrieb der ersten kryogenen Oberstufe ESC-A der Ariane 5 ist. Astrium, Europas führender Raumfahrtkonzern, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der EADS (75 Prozent) und BAE SYSTEMS (25 Prozent). Astrium Raumfahrt-Infrastruktur entwickelt und betreibt Weltraumlabore und Experimentieranlagen, entwickelt Stufen und Antriebe für die Ariane-Familie sowie Antriebssysteme für Satelliten. Astrium Raumfahrt-Infrastruktur hat im Jahr 2001 mit 3.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 700 Millionen Euro erwirtschaftet. Achtung Redaktionen: Der Text dieser Pressemitteilung sowie hochauflösende Fotos stehen zum Download bereit unter: Ottobrunn, 25. November 2002 Ihre Ansprechpartner:
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