EADS und Russische Luft- und Raumfahrtagentur Rosaviakosmos vereinbaren strategische PartnerschaftMoskau, 02 Juli 2001 EADS European Aeronautic Defence and Space Company und die russische Luft- und Raumfahrtagentur Rosaviakosmos haben am Montag in Moskau ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Danach wird die EADS ab sofort direkte Vertragsverhand-lungen mit russischen Geschäftspartnern aufnehmen. Ziel sei es, durch verschiedene Partner Investitionen in die russische Luft- und Raumfahrtindustrie zu erreichen, erklärten Philippe Camus, Chief Executive Officer der EADS, und Juri Koptev, General Director der Russian Aviation and Space Agency, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. EADS und Russland werden gemeinsame Firmen gründen, um die Kooperations-programme abzuwickeln. "Uns geht es um eine langfristige Partnerschaft. Sie soll einige tausend hochqualifizierter Arbeitsplätze in der russischen Luft- und Raumfahrtindustrie schaffen und rund 2,1 Milliarden Euro Umsatz in den ersten zehn Jahren erwirtschaften," sagte Juri Koptev. "Es wird viel Arbeit für russische Ingenieure geben," fügte Philippe Camus hinzu. "Der Produktionsplan sieht im Bereich zivile Luftfahrt unter anderen folgende Projekte vor: ein Flugzeugbauteil für die A320 pro Woche, ein Rumpfteil für die A330/A340 pro Monat und 150 Rumpfteile für die A320 pro Jahr umfassen. Und diese Zahlen können, wenn das Programm erfolgreich ist, auch noch gesteigert werden." Die (west-)europäischen Partner haben den Weltmarkt erobert, indem sie sich zusammengeschlossen und ihre Märkte füreinander geöffnet haben, erklärte Camus. "Die neue russisch-europäische Partnerschaft wird es beiden Partnern erlauben, durch die Bündelung der Fähigkeiten, Erfahrungen und des Marktzuganges auf dem Weltmarkt noch erfolgreicher zu werden." Das Partnerschaftsprogramm umfasst die Bereiche Zivile Luftfahrt, Militärische Transportflugzeuge, Hubschrauber, Kampfflugzeuge und Raumfahrt. "Hier geht es nicht um vage Hoffnungen für die Zukunft. Hier geht es um konkrete Arbeit", sagte Camus. Die russische Industrie wird sich sowohl an bereits erfolgreich laufenden Programmen, wie die A320 Familie, als auch an zukünftigen Programmen, wie dem Superjumbo A380, dem Satelliten Navigationssystem Galileo oder dem Militärtransportflugzeug A400M beteiligen. "Unsere Partnerschaft gibt Russland die Möglichkeit, mit uns in vielen Bereichen zusammen zu arbeiten. Kein Markt ist für russische Produkte verschlossen," sagte Philippe Camus. "Wir sind sehr interessiert an sowohl strategischen Partnerschaften mit der russischen Luft- und Raumfahrt-industrie, als auch an strategischen Allianzen mit russischen Fluggesellschaften, insbesondere der Aeroflot." Im Bereich der zivilen Luftfahrt soll Russland Entwicklungs- und Fertigungsarbeiten von bestimmten Komponenten übernehmen. Russische Fabriken werden als Zulieferfirmen für Airbus zertifiziert. Russische Forschungsinstitute sollen in den Bereichen Aerodynamik, Kalkulation, Wind-Kanal-Tests arbeiten. Auch eine Beteiligung am A380-Programm sowohl der Passagier- wie der Frachtversion ist vorgesehen. Airbus wird ein Wartungs-Zentrum in Russland aufbauen, welches 150 russische Ingenieure beschäftigen soll. Für das A400M-Programm wird Russland angeboten, Fahrwerke, Rumpfteile, Treibwerksaufhängungen und Metallteile für die Höhenflosse zu entwickeln und zu produzieren. Im Bereich der Kampfflugzeuge wird die Kooperation bezüglich des MiG-29 Upgrades weiter fortgesetzt. Die EADS Tochtergesellschaft Eurocopter wird eine Machbarkeits-Studie zur Nutzlast und eine Marktstudie für den schweren Hubschrauber Mi 38 durchführen. Ein Prototyp soll gemeinsam entwickelt werden. Die Zusammenarbeit in der Raumfahrt umfasst die bereits existierenden Trägerraketen-Unternehmen Starsem und Eurockot, die Forschung und Entwicklung von Antriebs- und Wiedereintrittstechnologien, sowie die russische Beteiligung am europäischen Navigationssystem Galileo. EADS unterstützt die russische Idee, Sojus-Trägerrakten vom Weltraumbahnhof Kourou im französischen Guayana starten zu lassen. Die Schulung der russischen Manager soll vor allem auf den Feldern der Führungskräfteausbildung, der internatio-nalen Kooperation, sowie der Zertifizierung und Qualitätskontrolle stattfinden. Praxisbezug erfahren die angehenden Manager beim "Training-on-the-Job" an verschiedenen EADS Standorten. Die vereinbarten Programme werden sofort nach Unterzeichnung des Vertrages zwischen der EADS und den russischen Geschäftspartnern beginnen. "Das heißt: die russischen Spezialisten können - nicht erst in zehn Jahren, sondern bereits morgen - mit der Entwicklung und Herstellung weltweit absetzbarer Flugzeugbauteile beginnen," sagte Philippe Camus. "Dies bedeutet auch einen sofortigen Geldfluss für unsere russischen Partner. Und es heißt weiter, dass das Know-how in Russland bleibt und der Ingenieur-Nachwuchs in diesem Berufsfeld eine Perspektive hat. Freier Zugang für russische Produkte auf dem europäischen und dem weltweiten Markt wird eine Fortsetzung der großen Tradition der Luft- und Raumfahrt Russlands erlauben." EADS und Russland können bereits auf zehn Jahre erfolgreiche Kooperations-Erfahrung zurückgreifen. Start-Dienste von Starsem und Eurockot, Upgrade der MiG-29 Flugzeuge, oder Forschung im Bereich Wasserstoffbetriebene Flugzeuge sind nur einige Beispiele. Und auch der DMS-R Computer, den die EADS für das "Zvezda"-Modul der Internationalen Raumstation geliefert hat, funktioniert perfekt. "Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wir zusammen sehr erfolgreich sein können," sagte Koptev. |
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