Astrium liefert erste europäische Forschungsanlage für die Internationale Raumstation ISSBremen, 16 Oktober 2001
Mit der Lieferung der multifunktionalen Forschungsanlage MSG (Microgravity Science Glovebox) im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA setzt Astrium einen wesentlichen Meilenstein für die Forschung auf der Internationalen Raumstation. Das "Grüne Licht" zur Auslieferung der ersten für die Raumstation bestimmten europäischen Forschungsplattform an die NASA gab am Dienstag ESA-Direktor Dr. Karl Knott bei Astrium in Bremen. "Die Bereitstellung dieser Forschungsanlage für die ISS unterstreicht die herausragende Rolle und Kompetenz Europas beim größten wissenschaftlich-technischen Vorhaben, das je in globaler Zusammenarbeit realisiert wurde," betonte Knott. Mike Fawcett, Repräsentant der NASA für das Raumstationsprogramm in Europa, wertete den heutigen Schritt als "weiteren Meilenstein der bewährten europäischamerikanischen Kooperation im All". Dr. Stefan Graul, bei Astrium Raumfahrt-Infrastruktur Direktor für Orbitalsysteme und Betrieb sagte, Astrium habe "mit der Erfüllung des ESA-Auftrages erneut seine besondere Kompetenz für Entwicklung, Bau und Betrieb von Weltraum- Forschungsanlagen unter Beweis gestellt." "Wir machen Forschung möglich", so Graul weiter, "und die MSG ist Beleg und Perspektive dafür." Mit der MSG steht zum ersten mal eine vielseitige Experimentierplattform zur Verfügung, welche die Bedürfnisse vieler Forschungsdisziplinen abdeckt. Die MSG ist mit 260 Litern Nutzungsvolumen rund viermal größer als alle ihre Vorläufer und erlaubt durch hermetische Versiegelung des Arbeitsvolumens erstmals videoüberwachte Experimente auch mit kritischen Substanzen. Die Anlage bietet den Nutzern vielfältige neuartige Betriebsoptionen vom manuellen Betrieb durch den Wissenschaftsastronauten über die Laptopsteuerung bis hin zur Vollautomatik und zur Betriebssteuerung von der Erde aus ("Telescience"). Der Datenaustausch mit den Bodenstationen ist dabei permanent gewährleistet. Im Zentrum der künftigen Forschung mit der MSG stehen materialwissenschaftliche Versuche. Neue Wege zur Herstellung von Leicht-Werkstoffen aus Metallschäumen sowie neuen Legierungen und hochleistungsfähigen Halbleitern werden mit der Anlage ebenso erforscht wie Diffusionsanalysen zur Optimierung der Rohölgewinnung oder Emulsionsprozesse zur Breitbandanwendung in Farb- und Lackindustrie, bei der Kosmetikherstellung und in der Schmierstoff-Produktion. Die MSG wird zunächst zum Kennedy Space Center der NASA in Florida transportiert. Mit Hilfe von Ingenieuren des Astrium Geschäftsbereichs Raumfahrt-Infrastruktur wird die MSG im Space Shuttle integriert und im Frühsommer 2002 vom amerikanischen Space Shuttle zur ISS transportiert. Auf die Astrium Ingenieure warten dann als Teil der Bodenmannschaft die Aufgaben der Inbetriebnahme sowie Wartung und Dauerbetrieb der MSG während der kommenden zehn Jahre. Astrium ist ein Gemeinschaftsunternehmen der EADS European Aeronautic Defence and Space Company und BAe Systems. Bremen, 16. Oktober 2001 Ihre Ansprechpartner:
Dr. Mathias Spude
Siegfried Monser |
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