EADS hebt Profitabilitätsziel für 2004 von acht auf zehn Prozent anAmsterdam, 19 März 2001
Die EADS European Aeronautic Defence and Space Company (Börsensymbol: EAD) hat ihr Profitabilitätsziel für das Jahr 2004 von acht auf zehn Prozent angehoben. Die Kosten für Forschung und Entwicklung des Airbus A380 sind in dieser geplanten EBIT-Marge bereits berücksichtigt. Die erwarteten Verbesserungen des Ergebnisses vor Zinsaufwand und Steuern (EBIT, vor Goodwill und Einmaleffekten) resultieren aus größerem Wachstum, den positiven Auswirkungen des EADS-Zusammenschlusses sowie dem stärkeren US-Dollarkurs. Die Ertragskraft der EADS ist im Jahr 2000 gestiegen. Bei der Bilanzpressekonferenz am 19. März in Amsterdam gab das Unternehmen ein Pro-forma-EBIT von EUR 1,4 Mrd. für das Jahr 2000 bekannt. Dies entspricht einer Steigerung von elf Prozent gegenüber dem Pro-forma-Ergebnis 1999 von EUR 1,26 Mrd., wobei dieser Wert um den Gewinn von EUR 182 Mio. aus der Veräußerung der Beteiligung an Sextant bereinigt wurde. Im EBIT des Jahres 2000 sind bereits Kosten in Höhe von EUR 152 Mio. für die Restrukturierung der Divisionen Defence and Civil Systems und Space sowie der EADS-Zentrale enthalten. Seit der Fusion im Juli 2000 sind die Zentralfunktionen der drei Gründungsunternehmen zusammengelegt worden. In einem ersten Schritt wurden Arbeitsabläufe und Systeme des neuen Unternehmens integriert und vereinheitlicht. Nachdem dieser erste Schritt vollzogen und die Unternehmensorganisation etabliert ist, wird die Zahl der Beschäftigten in der Zentrale verringert. Gleichzeitig werden Aufgaben und Funktionen gestrafft. Durch die deutliche Reduzierung der Mitarbeiterzahl wird vor allem die Effizienz der Zentrale gesteigert. Die Umstrukturierung wird dadurch erreicht, daß Funktionen zu den Geschäftseinheiten verlagert, ausgegliedert oder abgebaut werden. Die Umsetzung soll sofort begonnen und im Jahr 2002 abgeschlossen werden. Das Board of Directors der EADS schlägt den Aktionären eine Dividende von EUR 0,50 pro Aktie für das Geschäftsjahr 2000 vor. Die Hauptversammlung am 10. Mai 2001 in Amsterdam wird über diesen Vorschlag abstimmen. Philippe Camus, CEO der EADS, sagte: "Die heute vorgelegten Zahlen zeigen, daß die EADS ihre Gewinnziele für das erste Geschäftsjahr nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen hat. Dies beweist, daß unsere Fusion bereits jetzt ein Erfolg ist. Der Rekord beim Auftragsbestand verschafft uns eine außerordentlich hohe Planungssicherheit. 2001 werden wir 100 Prozent der Airbus Integrated Company konsolidieren, und wir erwarten für dieses Jahr, unseren Weg des profitablen Wachstums mit einer Steigerung von EBIT und Umsatz um 15 Prozent weiter fortzusetzen. Mit dem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung sollen unsere Aktionäre an unserem Erfolg teilhaben." Rainer Hertrich, CEO der EADS, erläuterte die Perspektiven des Unternehmens: "Die EADS hat sich ganz klar als eines der weltweit führenden Unternehmen ihrer Branche etabliert. Wir sind die treibende Kraft bei der Konsolidierung der europäischen Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie. Wir werden diesen Weg mit der Airbus Integrated Company, der European Military Aircraft Company, mit MBDA und weiteren Schritten fortsetzen, um so unsere Marktposition weiter zu verbessern und noch erfolgreicher zu werden. Nach der Umstrukturierung der Divisionen Space und Defence and Civil Systems werden wir in beiden Bereichen expandieren, sowohl durch Umsatzwachstum als auch durch weitere Übernahmen." EADS-Finanzchef Axel Arendt kommentierte die Positionierung des Unternehmens in den Finanzmärkten: "Wir sind sehr zufrieden damit, daß wir mit unseren Ergebnissen die Erwartungen der Finanzwelt voll erfüllen konnten. Wir haben unsere Ziele trotz der hohen Restrukturierungskosten im Jahr 2000 erreicht. Auf der Grundlage dieser Umstrukturierungen werden wir unsere Profitabilität steigern können." Der Finanzchef weiter: "EADS erfüllt seine Prognosen. Wir sind erfreut darüber, daß diese Tatsache von den Finanzmärkten honoriert wird. Dies spiegelt sich eindrucksvoll in unserem Aktienkurs wider, der sich besser entwickelt hat als die Börsen-Indizes." Auftragsbestand sichert Beschäftigung für mehr als fünf JahreWie bereits gemeldet, stieg der Pro-forma-Umsatz im Jahr 2000 um 7,3 Prozent auf EUR 24,2 Mrd. (1999: EUR 22,6 Mrd.). Der Auftagseingang 2000 von EUR 49,1 Mrd. ist ein Rekord; mit einem Zuwachs um 50 Prozent belegt er den außerordentlichen Erfolg des Unternehmens. Zum Jahresende 2000 verzeichnete EADS einen Auftragsbestand von EUR 132 Mrd. - ebenfalls ein Rekord und verglichen mit den Pro-forma-Zahlen für 1999 eine Steigerung um 29 Prozent. Dieser Auftragsbestand sichert mehr als fünf Jahre Beschäftigung. Aus den selben Gründen wie 1999 verzeichnete EADS ein negatives Net Income von EUR -909 Mio. Dies schließt eine Belastung von EUR -1,4 Mrd. ein, die aufgrund der Auswirkungen des höheren US-Dollar-Wechselkurses zum Jahresende 2000 gegenüber 1999 und der Bilanzierungsgrundsätze für Hedging-Positionen, die auf die Kurssicherungsmethoden vor der Fusion zurückgehen. Ab 2001 wird die EADS durch neue Bilanzierungsrichtlinien (International Accounting Standards / IAS 39) in der Lage sein, fast alle dieser Kurssicherungsgeschäfte den zugrunde liegenden Aufträgen zuzuordnen. Hierdurch sinkt die Volatilität des Net Income, die auf Dollarkurs-schwankungen zum Jahresende zurückzuführen ist, entscheidend. Ein weiterer starker Einfluß auf das Net Income resultiert aus dem Anstieg der Abschreibungen auf Goodwill und Verkehrswerte im Anlagevermögen und bei Vorräten, die vor Steuern von EUR 593 Mio. in 1999 auf EUR 1.088 Mrd. stiegen. Wie bereits im Jahr 1999 hat dies keine Auswirkungen auf die Liquidität des Unternehmens. Ende 2000 verfügte die EADS über eine Netto-Liquidität von mehr als EUR 2 Mrd., eine Steigerung um rund EUR 3 Mrd. gegenüber 1999. Dieser Zuwachs ist zu gleichen Teilen auf die Verbesserung des Free Cash Flow und auf die Kapitalerhöhung zurückzuführen. Ausgezeichnete Ergebnisse in den Divisionen Airbus und AeronauticsAufgrund des großen Markterfolgs und der gestiegenen Auslieferungen von Flugzeugen konnte die Airbus Division das EBIT um 53 Prozent auf EUR 1,412 Mrd. (Prof-forma 1999: EUR 925 Mio.) steigern. Diese EBIT-Zahl repräsentiert den bei EADS konsolidierten Airbus-Anteil von 80 Prozent. Wie bereits berichtet, wuchs der Umsatz um 17,5 Prozent auf EUR 14,9 Mrd. Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende EUR 104,4 Mrd., ebenfalls entsprechend dem 80-prozentigen Anteil von EADS. Der gesamte Auftragsbestand zum Jahresende 2000 umfaßte 1.626 Flugzeuge; dies entspricht einer Kapazität von mehr als fünf Jahren. Darüber hinaus liegen Airbus nunmehr 66 Festbestellungen für den Superjumbo A380 vor. Die Division Military Transport Aircraft verzeichnete einen Rückgang des EBIT von EUR -20 Mio. in 1999 auf EUR -63 Mio. Das wichtigste Zukunftsprogramm der Division, der Militärtransporter Airbus A400M, befindet sich noch in der Vorentwicklung. Weitere Investitionen sind für das C295 Programm und das Geschäft mit Flugzeugkomponenten geplant. Der Umsatz erreichte EUR 316 Mio., und der Auftragsbestand erhöhte sich auf EUR 873 Mio. Die Aeronautics Division hatte ein sehr erfolgreiches Jahr, in dem das EBIT um 47 Prozent auf EUR 296 Mio. gesteigert werden konnte (1999: EUR 202 Mio.). Besonders erfolgreich waren der Bereich Militärflugzeuge mit dem Programm zur Kampfwertsteigerung des Tornado und das zivile Hubschraubergeschäft von Eurocopter. Der Umsatz der Aeronautics Division erreichte EUR 4,7 Mrd., ein Plus von fast zehn Prozent gegenüber 1999. Der Auftragsbestand stieg zum Jahresende auf EUR 13,1 Mrd. Sonderaufwendungen in den Divisionen Space und Defence and Civil SystemsIn der Space Division sank das EBIT um 31 Prozent auf EUR 67 Mio. nach Abzug von EUR 65 Mio. Sonderaufwendungen für die Umstrukturierung der Division und des auf sie entfallenden Anteils der Wertminderung für das Satelliten-Programm Globalstar. Der anhaltende Erfolg des Ariane-Programms war die Hauptquelle für die Gewinne der Space Division. Der Umsatz erhöhte sich geringfügig auf EUR 2,5 Mrd. (+0,7 Prozent) bei einem Auftragsbestand von EUR 4,8 Mrd. zum Jahresende. Der Verlust der Division Defence and Civil Systems mit einem EBIT von EUR -110 Mio. geht vor allem auf Umstrukturierungskosten zurück. Im Vorjahr war noch ein positives EBIT von EUR 86 Mio. erzielt worden. Der Umsatz sank um 24 Prozent auf EUR 2,9 Mrd., was primär durch den Wegfall der Umsätze des Telekom-Joint Ventures mit Nortel und die fortdauernden Kürzungen der Verteidigungsbudgets in den EADS-Hauptmärkten, vor allem in Deutschland, verursacht ist. Ende des Jahres 2000 erreichte der Auftragsbestand ein Volumen von EUR 9,7 Mrd. Die bereits begonnene Restrukturierung wird die Profitabilität der Division Defence and Civil Systems verbessern, und ein solider Auftragsbestand wird die Basis dafür sein, ab 2002 wieder Wachstum und positive Ergebnisse zu erzielen. Die Gründung der EADS erfolgte am 10. Juli 2000 durch den Zusammenschluß von Aerospatiale Matra in Frankreich, DaimlerChrysler Aerospace (Dasa) in Deutschland und der spanischen CASA. Die Börseneinführung der EADS in Frankfurt, Madrid und Paris markierte den ersten gesamteuropäischen Börsengang und eine der größten Erstnotierungen im Jahr 2000. EADS ist das weltweit drittgrößte Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen. Ansprechpartner:
Eckhard Zanger |
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