EADS Airbus schafft 1500 neue ArbeitsplätzeHamburg, 26 März 2001
Die EADS Airbus GmbH wird in ihren sieben Werken in Nord- und Süddeutschland über 1.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Das hat das Unternehmen zusammen mit der IG Metall Küste und Nordmetall in einem neuen Zusatztarifvertrag vereinbart. Zu der Vereinbarung sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der EADS Airbus, Hans-Joachim Gante, am Montag auf einer Pressekonferenz: "Der Personalaufbau und die Maßnahmen zur Flexibilisierung sind notwendig, um den hohen Auftragsbestand und den geplanten Hochlauf in unserer Produktion personell bewältigen zu können." Bei den Single-Aisle-Flugzeugen (A318, A319, A320, A321) würden die Produktionsraten von gegenwärtig 23 Jets (davon 13 in Hamburg) pro Monat auf monatlich 30 Jets (davon bis zu 18 in Hamburg) bis Ende 2002 gesteigert. Vor Journalisten kündigte Gante an, dass die Stamm-Belegschaft des Unternehmens von 14.942 Mitarbeitern im November 2000 um 1.574 auf 16.516 Stamm-Mitarbeiter bis Ende 2001 erhöht werde. Davon seien seit November vergangenen Jahres bereits 471 Stellen aufgebaut worden. Gante sagte: "Der Airbus ist weiter im kräftigen Aufwind. Wir sind stolz darauf, mit diesem erneuten Personalaufbau unseren Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland leisten zu können." Auch der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Peter Zimmermann, betonte die beschäftigungspolitische Bedeutung der Vereinbarung: "Bei dem Zusatztarifvertrag haben wir alle an einem Strang gezogen und sind froh, dass Airbus wieder in der Lage ist, neue Arbeitsplätze zu schaffen." Insbesondere die A380 werde sich in den nächsten Jahren zu einer Job-Maschine entwickeln. Die Neueinstellungen seien aufgrund der hohen Anspannung in der Belegschaft unbedingt erforderlich. Zimmermann: "Unsere Belegschaft braucht dringend Verstärkung. Deshalb werden wir die neuen Mitarbeiter mit offenen Armen empfangen." Außer dem Personalaufbau sind im Zusatztarifvertrag zahlreiche Maßnahmen zur Flexibilisierung vereinbart, um auf kurz- und mittelfristige Schwankungen in der Auslastung reagieren zu können. Dazu Airbus-Chef Gante: "Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit sind im internationalen Wettbewerb entscheidende Erfolgsfaktoren. Aus diesem Grund sind sie für uns unverzichtbar." Folgende Flexibilisierungsmaßnahmen sind vorgesehen: Die Anzahl der 40-Stunden-Verträge wird aufgrund der besonderen Situation am Standort Hamburg bis zum 30. September 2001 auf maximal 1540 Verträge gebracht. Für Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb wird keine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit vereinbart. Befristete Arbeitsverträge können bei bestimmten Anlässen bis zu 18 Monate abgeschlossen werden. Befristete Verträge mit einer Dauer von mehr als 18 Monaten sind bei Aufgaben möglich, die im Rahmen der Werkserweiterung nur eine vorübergehende Zeit in Anspruch nehmen. Temporäre Schwankungen in der Auslastung können besonders im kurzfristigen Bereich durch gleitende Arbeitszeit überbrückt werden. Auf Mehrarbeit soll in erster Linie bei der Überbrückung von kurzfristigen Kapazitätsengpässen zurückgegriffen werden. Grundlage für die Vereinbarung über Langzeitkonten sind die vor zwei Jahren getroffenen Regelungen für das Werk Nordenham. Fremdarbeitskräfte können zur kurzfristigen Überbrückung bis zu sechs Monate in Bereichen mit kurzer Anlernzeit und Aushilfstätigkeit eingesetzt werden. Fremdvergabe kann zur Begrenzung der Betriebsgröße sinnvoll sein, wenn dadurch die Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Standorte nicht beeinträchtigt wird. Die EADS Airbus hat sich in dem Zusatztarifvertrag außerdem bereit erklärt, in den Jahren 2001 und 2002 jeweils mindestens 270 Ausbildungsverträge anzubieten. Ausgebildete erhalten grundsätzlich das Angebot, fest übernommen zu werden. Dazu erklärte Airbus-Chef Gante: "Wir freuen uns darauf, die Zahl unserer Auszubildenden erhöhen zu können. Gerade für junge Menschen ist es wichtig, mit einer vernünftigen Perspektive ins Berufsleben zu starten. Als attraktiver Arbeitgeber können wir dem Nachwuchs mit unseren Jets faszinierende Produkte und vielfältige Aufstiegschancen bieten." Personalentwicklung der Stammbelegschaft EADS Airbus GmbH
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