EADS-Entwicklung AUTOPOL gibt Polizeihubschraubern besseren "Durchblick" bei der Suche nach Personen und FahrzeugenMünchen, 09 November 2001 Seit dem 1. März 2001 arbeiten das Bayerische Staatsministerium des Innern, die Polizeihubschrauberstaffel Bayern und der Geschäftsbereich Militärflugzeuge der EADS European Aeronautic Defence and Space Company auf der Basis eines Kooperationsvertrages beim Projekt AUTOPOL (AUTomatische Objekterkennung für POLizeihubschrauber) zusammen. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, die von der Infrarot-Bordkamera aufgenommenen Bilder nach vorgegebenen Objekten wie Personen oder Fahrzeuge gezielt abzusuchen, zu erkennen und diese durch entsprechende Symbole zu markieren. In einer intensiven Erprobungsphase mit einem bei der Polizeihubschrauberstaffel am Münchner Flughafen installierten Demonstrator wurde die von der EADS entwickelten Software zur Objekterkennung anhand der auf Videokassetten gespeicherten Bilddaten nach dem jeweiligen Flugeinsatz am Boden getestet. Nachdem die Detektion von Wärme abstrahlenden Objekten wie Menschen, Tiere und Autos, von Hindernissen wie Masten und Stromleitungen sowie die Wiedererkennung von zuvor markierten Geländemustern bei der Erprobung des Bodendemonstrators erfolgreich akustisch oder optisch nachgewiesen werden konnte, beschlossen jetzt die AUTOPOL-Partner den Einstieg in den nächsten Programm-Abschnitt. Hierzu wurde am Freitag am Sitz der EADS Deutschland in Ottobrunn bei München ein weiteres Kooperationsabkommen geschlossen, das neben den bisherigen Partnern auch die Eurocopter Deutschland als den Hersteller des Polizeihubschraubers EC 135 umfasst. Bei der neuen Phase geht es nun um die Einrüstung und Integration der AUTOPOL-Komponenten in einen Helikopter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Rechner nebst der von EADS Militärflugzeuge entwickelten Software zur automatischen Zielerkennung (ATR/Automatic Target Recognition), eine für den Bordbetrieb entsprechend ergonomisch gestaltete Benutzerschnittstelle sowie die Vernetzung dieser Ausrüstung mit der serienmäßigen Infrarot-Bordkamera des EC 135-Hubschraubers. Da die zusätzlichen Geräte eine Konfigurationsänderung des Fluggeräts darstellen, sind vor der Aufnahme der AUTOPOL-Erprobung unter den realen Bedingungen von Polizeieinsätzen aufwändige Zulassungsverfahren erforderlich, die in Zusammenarbeit mit der Eurocopter Deutschland durchgeführt werden. Da seitens der EADS bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet worden sind, wird davon ausgegangen, daß noch in diesem Jahr die ersten Flüge mit dem AUTOPOL-Flugprototypen im Rahmen der derzeit auf sechs Monate festgesetzten Testphase erfolgen können. Die Kooperationspartner erwarten, daß AUTOPOL im Alltag der Polizeihubschrauberstaffel zu einer Reduzierung der Arbeitsbelastung der Besatzungen, der Verbesserung der Einsatzwirksamkeit durch erhöhte Erkennbarkeit von Personen oder Fahrzeugen bei Such- oder Fahndungsmissionen, zusätzliche Flugsicherheit sowie der Entwicklung von neuen Einsatzprofilen führt. Die so gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse unter den Bedingungen realer Polizeiarbeit zu unterschiedlichen Jahreszeiten, Sicht- und Wetterbedingungen sollen dann in einem Lastenheft für ein mögliches AUTOPOL-Seriengerät einfliessen. Die AUTOPOL-Technologie nebst der dazu gehörigen ATR-Software ist eine zivile Umsetzung des Know-hows, das EADS Militärflugzeuge in seinem militärischen Kerngeschäft erarbeitet hat. Mit einem Umsatz von 24,2 Mrd. Euro und 100.000 Mitarbeitern ist die EADS European Aeronautic Defence and Space Company das größte europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen und die Nummer 2 weltweit. Die EADS ist in den Bereichen zivile Luftfahrt, Hubschrauber, Raumfahrt, militärische Transport- und Kampfflugzeuge sowie Verteidigungstechnologie und Services tätig. Unter anderem hält die EADS 80 Prozent an Airbus, 75 Prozent an der Raumfahrtfirma Astrium, 100 Prozent an dem Hubschrauber-Hersteller Eurocopter, 43 Prozent am Eurofighter-Programm und 37,5 Prozent an dem Lenkflugkörper-Produzenten MBDA. Ihr Ansprechpartner:
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