EADS Division Verteidigung und Zivile Systeme erhält grenzübergreifende StrukturAmsterdam, 21 Dezember 2000
Nur sechs Monate nach der Fusion beginnt die EADS European Aeronautic Defence and Space Company mit der Integration ihrer französischen und deutschen Unternehmenseinheiten im Verteidigungsbereich. Die EADS hat ein Konzept erarbeitet, um Verluste zu stoppen und eine Basis für profitables Wachstum im Militärgeschäft zu schaffen. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Amsterdam bekannt gab, werden nun alle Aktivitäten rasch in grenzübergreifenden Strukturen zusammengeführt. Damit entsteht die erste multinationale und vollständig integrierte industrielle Einheit in der Verteidigungsindustrie. "Unser Ziel ist es, das Verteidigungsgeschäft in seinen Wachstumsfeldern auszubauen. Langfristig kann nur ein gesunder Mix aus zivilem und militärischem Geschäft profitables Wachstum garantieren", so Philippe Camus und Rainer Hertrich, die beiden Co-CEOs der EADS. "Die neue, voll integrierte Struktur unserer Division Verteidigung und Zivile Systeme bildet zusammen mit Programmen zur Effizienzsteigerung die Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Umschwung, anhaltendes Wachstum und Wirtschaftlichkeit in der Zukunft". Thomas Enders, Leiter der Division Verteidigung und Zivile Systeme, fügte hinzu: "Die grenzüberschreitende Integration ermöglicht einen effizienteren Einsatz unserer Ressourcen. Dadurch werden wir in der Lage sein, bessere Produkte und Dienstleistungen mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können. Dies ist eine gute Nachricht für unsere Kunden und Aktionäre. Zugleich werden wir sicherstellen, dass unsere neuen Strukturen auf die Anforderungen unserer nationalen Auftraggeber in Frankreich und Deutschland zugeschnitten bleiben, insbesondere bei Programmen und Informationen, die nationale Sicherheitsinteressen betreffen." In dem breiten Portfolio der Division werden Schwerpunkte in den Bereichen Lenkflugkörper, Verteidigungselektronik, Telekommunikation und Dienstleistungen gesetzt. Alle französischen und deutschen Einheiten werden in gemeinsame Strukturen integriert. Für die noch mit Verlust arbeitenden Teile des Verteidigungsgeschäfts werden umfangreiche Programme zur wirtschaftlichen Erholung in die Wege geleitet. "Wir müssen den Turnaround möglichst schnell schaffen, um unsere Wachstumsziele und neue Ertragsstärke zu erreichen", sagte Enders. In den nächsten Wochen soll das neue Konzept im Einzelnen festgelegt und mit den Arbeitnehmervertretern erörtert werden. Zur Konzentration ihrer Geschäfte wird sich die Division von Unternehmensteilen trennen, aber auch neue Einheiten zukaufen und Partnerschaften schließen. Infolge stagnierender oder sogar schrumpfender Verteidigungsbudgets in Deutschland und Frankreich läßt sich ein Personalabbau - über die 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Bereich bereits in den letzten zwölf Monaten verlassen haben, hinaus - nicht vermeiden. Die EADS schätzt, dass rund 1.500 weitere Arbeitsplätze zur Disposition stehen, wenn sich die Lage auf dem Markt nicht bessert. Voraussichtlich sind etwa 550 Mitarbeiter in Deutschland und rund 950 Mitarbeiter in Frankreich betroffen. Zusätzlich erwägt die neue Einheit Verteidigungselektronik, zentrale Funktionen auszugliedern, was bis zu 700 Stellen entspricht. Ebenso könnten Standortschließungen notwendig werden. Für Enders ist die Ursache der jetzigen Situation der EADS Division Verteidigung und Zivile Systeme klar: "Unser Geschäft, und hier besonders die Verteidigungselektronik, hängt zu sehr von unseren nationalen Märkten in Deutschland und Frankreich ab. Die Schlussfolgerung liegt deshalb auf der Hand: Wir müssen unser internationales Geschäft erheblich ausweiten und wir werden das durch Akquisitionen, Joint Ventures und durch andere Maßnahmen erreichen." Die Säulen der grenzübergreifenden Integration innerhalb der Division Verteidigung und Zivile Systeme sind vier neue Geschäftseinheiten:
"Die neue Struktur wird uns die Möglichkeit geben, Management und Ressourcen bei Lenkflugkörpern und Verteidigungselektronik, aber auch auf das schnell wachsende Telekommunikationsgeschäft und im Dienstleistungsgeschäft zu konzentrieren", so Enders. Die Gründung der EADS erfolgte am 10. Juli 2000 mit dem Zusammenschluss der französischen Aerospatiale, der DaimlerChrysler Aerospace (Dasa) in Deutschland und der spanischen CASA. Die EADS ist mit einem Pro-Forma-Umsatz von mehr als 22,5 Milliarden EUR (1999) weltweit der drittgrößte Luft- und Raumfahrtkonzern. Die Division Verteidigung und Zivile Systeme erwirtschaftete 1999 einen Pro-Forma-Umsatz von 3,8 Milliarden EUR, was einem Anteil von 16 Prozent am Pro-Forma-Umsatz der EADS entspricht. Ansprechpartner:
Roland Sanguinetti
Miguel Sanchez
Dr. Rainer Ohler Website: www.eads.net |
|||