Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Bundesregierung gewährt EADS Entwicklungskostendarlehen für A3XX

München, 15  November  2000

  • EADS-Chef Hertrich: Förderung ist Zukunftssicherung für Luftfahrtstandort Deutschland
  • Rückzahlbares Darlehen schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen auf dem Weltmarkt
  • A3XX bringt über 15.000 Arbeitsplätze nach Deutschland

Die EADS European Aeronautic Defence and Space Company begrüßt die am Mittwoch in Berlin bekannt gewordene Entscheidung der Bundesregierung, für die Entwicklung der A3XX ein rückzahlbares Darlehen in Höhe von annähernd zwei Milliarden DM bereitzustellen.

"Die Bundesregierung hat mit ihrer heutigen Entscheidung für Airbus eine wichtige Weichenstellung für das Flaggschiff der europäischen Integration vorgenommen," hob EADS-Chairman Dr. Manfred Bischoff hervor. "Die Regierung Schröder hat damit erneut bestätigt, dass Deutschland und Frankreich der Motor der europäischen Integration in der Luftfahrt bleiben."

EADS Co-Chief Executive Officer (CEO) Rainer Hertrich erklärte in München: "Die Förderung der A3XX-Entwicklung durch die Bundesregierung ist ein wesentlicher Beitrag zum Ausbau und zur Zukunftssicherung der deutschen Luftfahrtindustrie. Das klare Votum der deutschen Regierung ist aber auch ein großer Vertrauensbeweis für die A3XX und das gesamte Airbus-Programm. Airbus bleibt damit auf Erfolgskurs."

Mit der Darlehenszusage stellt die Bundesregierung die deutschen Standorte mit den anderen Airbus-Produktionsstätten in Frankreich, Spanien und Großbritannien gleich. In diesen Ländern haben die Regierungen entsprechende Förderzusagen bereits erteilt.

Hertrich wies darauf hin, dass das A3XX-Programm durch ein rückzahlbares Darlehen und nicht durch Subventionen unterstützt werde. "Airbus zu unterstützen hat sich für die Regierungen in Europa noch immer gelohnt. Denn wir haben ähnliche Darlehen - etwa für die A320-Familie - in der Vergangenheit aufgrund des großen wirtschaftlichen Erfolgs immer vorzeitig zurückzahlen können. Und der volkswirtschaftliche Ertrag liegt nicht nur im Zugewinn von technologischem Know-how und globaler Wettbewerbsfähigkeit. Er ist auch klar meßbar in Arbeitsplätzen."

So wird die A3XX am Standort Deutschland wertvolle Kapazitäten in Entwicklung und Produktion schaffen und sichern. Nach gutachterlich bestätigten Erfahrungswerten wird mit einer gesamten Beschäftigungswirkung durch die A3XX von rund 47.000 Arbeitsplätzen in Deutschland gerechnet. Als direkte Beschäftigungswirkung werden über 15.000 Arbeitsplätze bei der EADS und den ca. 600 Zulieferern erwartet. Allein in Hamburg werden rund 4.000 neue Stellen - davon 2.000 bei den Zulieferern - entstehen. Aufgrund der langen Laufzeit von Flugzeugprogrammen wie der A3XX dürfte der Beschäftigungseffekt rund 20 Jahre wirken.

Für EADS Co-CEO Rainer Hertrich ist "die Förderung auch eine Anerkennung der industriellen Entscheidung über die Aufteilung der Endfertigung zwischen den Standorten Hamburg und Toulouse."

Während in Hamburg die Produktion und Ausrüstung großer Rumpfsektionen, die komplette Innen-ausstattung der Kabine und des Frachtraumes sowie die Lackierung erfolgt, werden in Toulouse die komplett vormontierten Großkomponenten (Rumpf, Flügel, Seitenleitwerk) endmontiert. Die Auslieferung der A3XX wird für Kunden aus Europa und dem Nahen Osten von Hamburg aus erfolgen, alle anderen Airlines erhalten ihre A3XX aus Toulouse.

"Mit dem A3XX-Programm wollen wir insbesondere auch einen Beitrag zur Stärkung der Industrie in den neuen Bundesländern leisten," unterstrich EADS-Chef Rainer Hertrich. Die A3XX werde zur Absicherung von rund 2.300 Arbeitsplätzen an den EADS-Standorten und bei der Triebswerksindustrie in Dresden, Rostock, Ludwigsfelde und Dahlewitz beitragen. Außerdem würde die A3XX insgesamt einen Beschäftigungszuwachs von rund 2.200 Arbeitsplätzen bewirken. "Bei ersten Lieferantenforen mit Zuliefer-betrieben in den neuen Bundesländern haben wir bereits interessante Perspektiven für langfristige Geschäftskontakte zwischen Airbus und der Industrie in den neuen Ländern erkannt. In dieser Richtung werden wir unsere Aktivitäten noch verstärken," so Rainer Hertrich.

Hertrich begrüßte die Entscheidung auch als Beitrag zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs. Die Entwicklungskostendarlehen der europäischen Regierungen seien ein Ausgleich für die massive indirekte Förderung der amerikanischen Unternehmen durch Großaufträge der US-Regierung. Die Zusage der Bundesregierung schaffe Wettbewerbsgleichheit in Europa und weltweit.

Die EADS ist am 10. Juli 2000 aus der Fusion von Aerospatiale Matra S.A. (Frankreich), Construcciones Aeronáuticas S.A. (Spanien) und DaimlerChrysler Aerospace AG (Deutschland) entstanden Sie ist mit 80 Prozent der größte Partner im Airbus-Konsortium. 20 Prozent gehören der britischen BAE Systems.

Ansprechpartner:
EADS Corporate Communications
Dr. Rainer Ohler
Tel. +49 89 607 34235
www.eads.net

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