Polyphem-Flugkörper weist Funktionsfähigkeit neuester Technologien durch Probeschüsse nachMünchen, 15 September 2000 München - Das lichtwellenleitergelenkte Flugkörpersystem Polyphem hat mit mehreren Testschüssen und Versuchen die Funktionsfähigkeit aller eingesetzten neuen Technologien nachgewiesen und damit eine wichtige Etappe der Entwicklungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen. Die Polyphem-Familie erlaubt in Anwendung eines modularen Konzeptes kostensparend vielseitige Einsatzmöglichkeiten für die Aufgaben der Marine und des Heeres. Wie die zur European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) gehörende LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH (LFK) am Freitag in München mitteilte, wurden bei den Testschüssen auf dem Bundeswehrtestgelände in Meppen und am LFK-Standort Schrobenhausen bei Ingolstadt die Erwartungen an das aerodynamische Verhalten, die Glasfaserverbindung zwischen Flugkörper und Starteinheit, die neu entwickelten Klappflügel, das Starttriebwerk, das Selbstzerlegesystem und den Multifunktionssprengkopf erfüllt. Getestet wurden bei mehreren Starts Komponenten, die seit dem letzten Freiflug 1997 verbessert wurden. Dazu gehören:
In Schrobenhausen wurde die Wirksamkeit des neuen Mehrzweckgefechtskopfes gegen Seeziele, gegen gehär-tete Betonziele sowie gegen Stahl nachgewiesen. "Die gelungenen Tests bestätigen die technologische Kompetenz und Leistungsfähigkeit der LFK in der Zusammenarbeit mit ihren europäischen Partnern. An der Funktionsfähigkeit des weltweit einzigartigen Flugkörperkonzepts gibt es keine Zweifel mehr" bewertete LFK-Geschäftsführer Peter Ibbeken die erfolgreichen Nachweise. Im nächsten Jahr werden die Qualifikationsversuche fortgesetzt, wobei zwei Freiflugversuche über lange Strecken vorgesehen sind. Die Serienreife ist in wenigen Jahren erreichbar. Die Heeresvariante von Polyphem wird im Programm Trifom (Trilateral Fibre-Optic Missile) von den drei Industriepartnern LFK, Aerospatiale Matra Missiles und Italmissile gemeinsam entwickelt. Darüber hinaus kann das Flugkörpersystem sowohl auf Schiffen, Unterseebooten und Hubschraubern, als auch für den landgestützten Küstenschutz eingerüstet werden. Polyphem ist Tag und Nacht gegen bewegliche (auch fliegende) wie unbewegliche Ziele einsetzbar. Der Bediener kann aus geschützter Position in großer Entfernung jederzeit in die Steuerung des Flugkörpers eingreifen und die automatisch ausgewählten und identifizierten Ziele ändern oder auch den Einsatz abbrechen. Neben seiner großen Reichweite (bis zu 6o Kilometer) zeichnet sich Polyphem durch eine hohe Treffsicherheit und ausgezeichnete Bildverarbeitung aus, wodurch unbeabsichtigte Schäden vermieden werden. Die Deutsche Marine plant, ihre neuen Korvetten der Klasse K 130 mit diesem leichten Flugkörpersystem auszurüsten.
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