Friedrichshafen/Unterschleißheim/Colombes, 26
Oktober
2000
Die neue Generation von IFF-Transponder-Bordsystemen von EADS Deutschland und Thomson-CSF Comsys wird die Flugsicherheit deutlich erhöhen.
Einen weitreichenden Erfolg auf dem deutsch-französischen Markt für Flugzeug-Identifizierungssysteme können die beiden Partnerfirmen EADS Deutschland GmbH und Thomson-CSF Comsys verbuchen. Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) hat einen Auftrag mit weiterer Option (Volumen 160 Mio. EUR) für die Herstellung von IFF Transponder-Bordsystemen an das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen European Identification Systems GmbH/München-Unterschleißheim erteilt. Dies teilte die EADS am Donnerstag mit. Das neue Unternehmen ist ein Joint Venture, an welchem die EADS und Thomson-CSF je zur Hälfte beteiligt sind.
Aufgrund einer Forderung der europäischen Flugsicherheit und eines dadurch iniziierten deutsch-französischen Programmes werden die Streitkräfte beider Nationen ihre Luftfahrzeuge mit einer neuen Systemgeneration zur Freund-Feind-Abfrage (IFF Transponder) ausrüsten. Dieses bilaterale Programm steht unter der Leitung des BWB. Thomson-CSF Comsys (mit Standorten in Colombes u. Laval) und EADS, vertreten durch ihre Business Unit Defence Electronics and Telecommunications mit Standorten in Friedrichshafen, Ulm und Unterschleißheim, werden gemeinsam die neue Generation der IFF Transponder-Bordsysteme herstellen.
Dr. Stefan Zoller, Vorstandsvorsitzender der Dornier GmbH und Leiter der Business Unit Defence Electronics and Telecommunications: "Mit diesem Auftrag für das bilaterale Ausrüstungsprogramm IFF-Transponder neuer Generation hat unser Bereich Bordsysteme einen ersten wesentlichen Schritt vollzogen, um sich im Markt für Flugsicherungssysteme in Europa zu positionieren. Das Auftragsvolumen teilt sich entsprechend den benötigten deutschen und französischen Stückzahlen in zwei Drittel für die EADS und ein Drittel für unseren Partner Thomson-CSF auf. Damit können wir hochqualifizierte Arbeitsplätze und Know-how festigen und weiterentwickeln."
Mit den IFF Transpondern (STR 2000 deutsche- und TSC 2000 französische Version) werden die Militärflugzeuge an den modernen Identifizierungsverfahren der zivilen Luftfahrt nach dem neuen Mode S (Mode Selectiv) angebunden. Der Mode S ist ab dem Jahre 2001 für neue Flugzeuge und ab dem Jahre 2003 für bereits im Dienst stehende Flugzeuge gesetzlich vorgeschrieben. Bei den herkömmlichen Identifizierungsverfahren fragen die Flugsicherungs-zentralen ständig rundum den gesamten Luftraum ab, was in dichten Lufträumen zu erheblichen Problemen bei der Identifizierung der einzelnen Maschinen führt. Der Mode S gestattet den Flugüberwachungszentralen im immer dichter werdenden Luftraum Europas, die einzelnen Maschinen selektiv anzusprechen, und so die Sicherheit im Flugverkehr bedeutend zu erhöhen.
Zusätzlich sind die neuen Transponder mit einer Schnittstelle für Kollisionswarnung ausgerüstet. Im modernen Luftverkehr werden sogenannte ACAS-Verfahren (Automatic Collision Avoidance System) angewandt, um kritische Situationen im Luftraum und Zusammenstöße von Flugzeugen zu verhindern. Nähern sich Flugzeuge gegenseitig an, tauschen sie über den Transponder ihre Flugdaten aus. Der ACAS-Computer wertet die übermittelten Flugdaten aus und warnt in kritischen Begegnungssituationen frühzeitig die Piloten durch akustische und optische Signale und greift notfalls in die Flugsteuerung ein.
Die Transponder sind außerdem für einen Ausbau auf Mode 5 vorbereitet. Diese neue militärische Betriebsart erlaubt eine verschlüsselte Abfrage der Militärmaschinen mit erheblich gesteigertem Informationsgehalt sowie verbesserter Stör- und Abhörsicherheit.
Die EADS ist aus der Fusion der DaimlerChrysler Aerospace AG, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen Construcciones Aeronauticas entstanden und ist eines der drei führenden Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt.
Mit 9.000 Mitarbeitern in 14 Ländern und einem Jahresumsatz von EUR 1,5 Mrd. ist Thomson-CSF Comsys innerhalb des Geschäftbereichs Verteidigung von Thomson-CSF für Informations- und Kommunikationssysteme zuständig. Nach der Übernahme von Racal ist das Unternehmen auf dem Gebiet der militärischen Kommunikationssysteme Weltmarktführer.
Friedrichshafen/Colombes, 26. Oktober 2000/03900d
Ihr Ansprechpartner:
Business Unit Defence Electronics and Telecommunications
Michael Hartwig
Phone: +49(0)7545-8-9124, Fax: -8-5888
Thomson-CSF Comsys
Laurent Zimmermann
Tel: +33 (0)1 41 30 26 11
Fax: +33 (0)1 41 30 41 88
Email: laurent.zimmermann@tcc.thomson-csf.com
www.comsys.thomson-csf.com