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EADS im ersten Halbjahr 2001 hoch profitabel

Amsterdam, 20  September  2001

  • Die EADS steigert Halbjahres-EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) analog zum Umsatz um 38 Prozent auf EUR 764 Mio.
  • CEOs: "Die Kernaktivitäten der EADS sind gut positioniert und die Finanzlage ist stabil. Wir sind flexibel genug, um den Herausforderungen in der zivilen Luftfahrt zu begegnen und dabei Wertsteigerung zu erreichen."

Die EADS European Aeronautic Defence and Space Company (Börsenkürzel: EAD), das weltweit zweitgröbte Unternehmen der Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie, erzielte im ersten Halbjahr 2001 erneut profitables Wachstum.

Philippe Camus und Rainer Hertrich, die CEOs (Chief Executive Officers) der EADS, sagten: "Die Luft- und Raumfahrtindustrie steht vor neuen Herausforderungen. Wir haben eine solide Grundlage und ein breites Spektrum neuer Produkte und Dienstleistungen sowohl im zivilen als auch im militärischen Geschäft. Daher sind wir überzeugt, trotz einer erheblich unsicheren Marktsituation, unser Ziel einer Umsatzrendite von zehn Prozent im Jahr 2004 beibehalten zu können. Dazu haben wir bereits gezielte Initiativen und konkrete Schritte eingeleitet."

Von links nach rechts: Christian Poppe (Corporate Communications), Rainer Hertrich (Chief Executive Officer), Philippe Camus (Chief Executive Officer) und Axel Arendt (Chief Financial Officer)

Von links nach rechts: Christian Poppe (Corporate Communications), Rainer Hertrich (Chief Executive Officer), Philippe Camus (Chief Executive Officer) und Axel Arendt (Chief Financial Officer)

© EADS

Das Halbjahresergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten) erhöhte sich um 38 Prozent auf EUR 764 Mio. (erstes Halbjahr 2000: EUR 553 Mio.). Dieser Anstieg lag knapp über dem des Umsatzwachstums (plus 33 Prozent auf EUR 14 Mrd.) und konnte trotz der erwarteten höheren Forschungs- und Entwicklungskosten insbesondere für den Airbus A380 erzielt werden. Die gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erhöhten sich von EUR 594 Mio. auf EUR 853 Mio. Die EADS veröffentlichte ihren Halbjahresbericht am Donnerstag in Amsterdam.

Starkes Gewinnwachstum in der ersten Hälfte 2001

Der Anstieg des EBIT im ersten Halbjahr 2001 ist auf die erstmalige Vollkonsolidierung von Airbus (80 Prozent vor 2001) sowie auf den Anstieg an Airbus-Auslieferungen zurückzuführen.

Axel Arendt, Chief Financial Officer der EADS, erläuterte: "Die EADS hätte in diesem Zeitraum sogar ohne die Vollkonsolidierung von Airbus ein zweistelliges Wachstum von Umsatz und EBIT erreicht, dank der Erfolge in unserem gesamten Portfolio. Das EBIT stieg in allen Divisions, mit Ausnahme von Defence and Civil Systems; hier erwarten wir im zweiten Halbjahr 2001 ein positives EBIT."

Das Net Income erreichte im ersten Halbjahr 2001 EUR 1,657 Mrd. nach einem negativen Wert von EUR -359 Mio. im Vergleichszeitraum 2000. Darin berücksichtigt sind Einmaleffekte in Höhe von insgesamt EUR 1,2 Mrd. (einschlieblich Steuereffekte) vorrangig durch die Gründung der Airbus SAS. Vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten erzielte die EADS ein Net Income von EUR 456 Mio. Der Gewinn je Aktie vor Einmaleffekten betrug EUR 0,56 (erstes Halbjahr 2000: EUR -0,14).

Lag der Free Cash Flow im ersten Halbjahr 2001 noch im Minus, so stieg er in den ersten Monaten des laufenden Jahres auf EUR 526 Mio. Dieses Ergebnis ist hauptsächlich auf eine Verbesserung des Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zurückzuführen.

Der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2001 stieg deutlich auf EUR 42,8 Mrd. (Januar bis Juni 2000: EUR 24,0 Mrd.), wie bereits am 9. August mitgeteilt. Der Gesamt-Auftragsbestand erhöhte sich weiter auf EUR 185 Mrd. per Ende Juni 2001, was ein Wachstum von 56 Prozent gegenüber Juni 2000 und von neun Prozent seit März diesen Jahres bedeutet. Der Auftragsbestand der EADS entspricht mehr als sechs Jahren Beschäftigung und ist der höchste in der weltweiten Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungs-industrie.

Philippe Camus und Rainer Hertrich erklärten: "Die EADS hat die Erwartungen übertroffen. Dank unseres wertorientierten Managements, unserer Palette aktueller und höchst erfolgreicher Produkte und Dienstleistungen für den zivilen und den Verteidigungssektor sowie dank der nachhaltigen Synergien und Einsparungen werden wir auch weiterhin solide Ergebnisse erzielen." Die EADS erwartet, ihre erklärten Ziele einer EBIT-Steigerung von 15 Prozent und eines Umsatzwachstums von 20 Prozent in 2001 zu erreichen.

Die Herausforderungen annehmen

Camus und Hertrich betonten, dass sich das Unternehmen aktiv auf die angespannte internationale Lage einstellt. "Wir sind uns der Risiken der jüngsten Terroranschläge in den Vereinigten Staaten für die internationale Wirtschaft bewusst", erklärten die CEOs bei der Halbjahres-Pressekonferenz der EADS. "Es ist noch zu früh, alle zukünftigen Einflüsse abschliebend einzuschätzen, denen wir uns stellen müssen. Das Management hat dennoch bereits vorsorglich aktive Schritte eingeleitet, um weiterhin grösste Flexibilität und gesunde Renditen zu gewährleisten. Dazu zählt eine strikte Kostenkontrolle. Wir ergreifen alle angemessenen Mabnahmen, darunter das Einfrieren von Investitionen und Kapazitätsausweitungen, um weiterhin erfolgreich zu sein", sagten sie. "Andererseits mobilisieren wir quer durch den Konzern unsere Forschungskapazitäten, um auf die technologischen Herausforderungen für die Sicherheit zu reagieren."

Die CEOs weiter: "Unsere vollen Auftragsbücher und unser erstarkendes Verteidigungsgeschäft sind eine solide Basis. Hier hat die EADS die vom Markt zunehmend geforderten Produkte und Technologien, und zwar nicht nur Flugzeuge und Flugkörper, sondern auch Systeme für Überwachung und Aufklärung, Telekommunikation und Verteidigungs-elektronik."

Airbus: 320 Flugzeugauslieferungen in 2001 - Produktionshochlauf eingefroren

Airbus hat bedeutende Stärken: einen Auftragsbestand von 1.682 Festaufträgen - dies entspricht mehr als 50 Prozent des gesamten Weltmarktes für Zivilflugzeuge mit mehr als 100 Sitzen - , einen weiterhin hohen Bestand von 375 Festbestellungen für Auslieferungen in 2002, und einen in den nächsten Jahren auf 50 Prozent wachsenden Anteil an den Auslieferungen.

Die Festaufträge für Flugzeugauslieferungen in den Jahren 2002 bis 2004 sind regional breit gestreut: Je rund ein Viertel entfallen auf die Vereinigten Staaten und Europa und rund die Hälfte auf den Rest der Welt, einschliesslich Leasing-Unternehmen.

Für das laufende Jahr behält Airbus seine Auslieferungspläne auf einem Stand von rund 320 Flugzeugen bei.

Die veränderte Situation, verursacht durch die Terroranschläge in den Vereinigten Staaten, erlaubt keine genauen Vorhersagen für die Auslieferungszahlen des Jahres 2002 und darüber hinaus.

Um den groben Auftragsbestand und die wachsende Beschäftigung umzusetzen, hatte Airbus zunächst geplant, die Produktionskapazität in den kommenden beiden Jahren deutlich zu steigern. Angesichts der Marktabschwächung hatte sich Airbus bereits im Sommer für eine niedrigere Steigerung der Produktion entschieden. In Anbetracht der aktuellen Ereignisse wurden zusätzliche Massnahmen ergriffen. Airbus hat entschieden, den Produktionshochlauf auf dem gegenwärtigen Stand einzufrieren, der leicht über dem für 2001 anvisierten Niveau liegt. Zusätzliche Investitionen und die Einstellung neuer Mitarbeiter sind vorläufig gestoppt.

Dank der Flexibilität des Produktionssystems und der Flexibilität der Belegschaft ist Airbus in der Lage, Produktionsschwankungen in einer Bandbreite von 15 Prozent aufzufangen. Die flexible Organisation von Airbus gewährleistet Profitabilität auch unterhalb dieser Bandbreite.

Die Entwicklung des Airbus A380 wird wie geplant fortgesetzt.

Fast alle Divisions mit deutlichen Ergebnis-Steigerungen

Airbus steigerte das EBIT im ersten Halbjahr 2001 um 52 Prozent auf EUR 797 Mio.; dies entspricht ungefähr der Hälfte des für das Gesamtjahr prognostizierten Wertes. Die Division lieferte 162 Flugzeuge aus (erste Jahreshälfte 2000: 145) und verzeichnete Neuaufträge (nach Stornierungen) von 250 Maschinen (erste Jahreshälfte 2000: 234). Der Auftragsbestand belief sich Ende Juni 2001 auf insgesamt 1.714 Flugzeuge.

Die Division Military Transport Aircraft reduzierte ihre Verluste und verzeichnete ein negatives EBIT von EUR -21 Mio. Der Umsatzanstieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2000 ist vor allem auf gestiegene Auslieferungen an die spanische Luftwaffe (plus EUR 30 Mio.) und die Einbeziehung interner Umsätze der Military Aircraft Division mit andern CASA-Bereichen (plus EUR 90 Mio.) zurückzuführen, die in den Halbjahreszahlen 2000 noch keine Berücksichtigung fanden. Der Erfolg des kürzlich mit der polnischen Regierung abgeschlossenen Vertrages über die Beschaffung von acht C 295 Militärtransportern verbessert die Zukunftsaussichten weiter.

Die Divison Space verbesserte ihr EBIT um 16 Prozent auf EUR 29 Mio. und konnte das Umsatzniveau des Vorjahres halten. Nach dem aubergewöhnlich hohen Auftragseingang des Jahres 2000 sind die Aufträge wie erwartet niedriger als im Vorjahr.

Das Ergebnis der Division Defence and Civil Systems war deutlich von zusätzlichen Rückstellungen zur Verbesserung der Ergebnissituation bei der EADS/LFK sowie dem Marktrückgang im zivilen Telekommunikations-geschäft (ziviles Joint Venture mit Nortel) beeinflusst. Die EADS erwartet für das zweite Halbjahr 2001 ein positives EBIT dieser Division. Das Umsatzwachstum im ersten Halbjahr 2001 resultiert aus dem bedeutenden Auftragsbestand im Flugkörpergeschäft und der erstmaligen Einbeziehung wesentlicher Teile der EADS Telecoms (in der ersten Jahreshälfte 2000 waren lediglich die EDSN-Umsätze eines Monats enthalten). Der Auftragseingang ging aufgrund einiger Verzögerungen leicht zurück. Für das zweite Halbjahr sind allerdings bedeutende Entscheidungen zu erwarten, wie etwa zum Meteor-Auftrag. Die jüngste Übernahme der britischen COGENT ist ein zentrales strategisches Element der EADS zur Expansion auf dem wachsenden Markt für abhörsichere Telekommunikationstechnik.

Das EBIT der Division Aeronautics erhöhte sich um 60 Prozent auf EUR 85 Mio. bei einem Umsatzwachstum von vier Prozent. Hierbei schlug die Auslieferung von 130 Eurocopter-Hubschraubern im ersten Halbjahr 2001 positiv zu Buche (erste Jahreshälfte 2000: 105 Hubschrauber). Dank neuer Vertragsabschlüsse des Kompetenzzentrums für Flugzeugumrüstungen EFW (Elbe Flugzeugwerke), bei der Business Unit Military Aircraft und bei Eurocopter erreichte der Auftragseingang EUR 2,3 Mrd.

Die EADS European Aeronautic Defence and Space Company ist mit einem jährlichen Umsatz von 24,2 Mrd. Euro und rund 100.000 Mitarbeitern das gröbte europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen und die Nummer 2 weltweit. Die EADS ist in den Bereichen zivile Luftfahrt, Hubschrauber, Raumfahrt, militärische Transport- und Kampfflugzeuge sowie Verteidigungstechnologie und Services tätig. Unter anderem hält die EADS 80 Prozent an Airbus, 75 Prozent an der Raumfahrtfirma Astrium, 100 Prozent an dem Hubschrauber-Hersteller Eurocopter, 43 Prozent am Eurofighter-Programm und zukünftig 37,5 Prozent an dem Lenkflugkörper-Produzenten MBDA (in formation). Die EADS ist an den Börsen von Frankfurt, Madrid und Paris notiert.

Kontakt:

Eckhard Zanger
EADS Communications Finance
Tel.: +49 89 607 27961

EADS Halbjahres-Ergebnisse 2001

EBIT * (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) in Millionen EUR Januar-Juni 2001 Januar-Juni 2000 (proforma) Veränderung
Airbus ** 797 524 + 52 %
Military Transport Aircraft - 21 - 35 + 40 %
Space 29 25 + 16 %
Defence and Civil Systems - 128 - 50 - 156 %
Aeronautics 85 53 + 60 %
Eliminierungen und Zentrale + 2 +36 - 94 %
Gesamt 764 553 + 38 %
Net Income
in Millionen EUR
1.657 - 359 + 2.016
vor Einmaleffekten 456 - 115 + 571
Gewinn je Aktie
vor Einmaleffekten
EUR 0,56 EUR - 0,14 EUR + 0.70
Umsatz
in Millionen EUR
Airbus ** 9.982 6.821 + 46 %
Military Transport Aircraft 195 74 + 164 %
Space 1.054 1.084 - 3 %
Defence and Civil Systems 1.358 1.068 + 27 %
Aeronautics 2.020 1.951 + 4 %
Eliminierungen und Zentrale -566 -413
Gesamt 14.043 10.585 + 33 %
Auftragseingang
in Millionen EUR
Airbus ** 38.769 15.529 + 150 %
Military Transport Aircraft 132 129 + 2 %
Space 651 1.467 - 56 %
Defence and Civil Systems 1.267 1.288 - 2 %
Aeronautics 2.334 5.575 - 58 %
Gesamt*** 42.811 23.988 + 78 %
Auftragsbestand
in Millionen EUR
30. Juni 2001 30. Juni 2000 (proforma) Veränderung
Airbus ** 157.746 91.462 + 72 %
Military Transport Aircraft 830 730 + 14 %
Space 4.469 4.798 - 7 %
Defence and Civil Systems 9.435 9.021 + 5 %
Aeronautics 13.434 12.709 + 6 %
Gesamt*** 185.137 118.720 + 56 %

*vor Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten.
**Airbus ab 2001 zu 100 Prozent konsolidiert. Im Jahr 2000 war nur der Anteil von 80 Prozent von EADS an Airbus konsolidiert. Auftragseingang und Auftragsbestand auf der Grundlage von Listenpreisen.
*** inkl. Eliminierungen und Zentrale.

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