000 EADS Russia
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Vadim Vlasov
Die EADS und ihre Vorgängerunternehmen können seit Anfang der neunziger Jahre auf eine langjährige Tradition an Kooperationen mit der russischen Luft- und Raumfahrtindustrie verweisen. Dank permanenter Kontakte und aktueller Projekte konnten zahlreiche unterschiedliche Beziehungen zu Russland geknüpft und eine solide Basis für die Erweiterung der Zusammenarbeit in sämtlichen Bereichen der Luft- und Raumfahrt geschaffen werden.
Die OOO EADS, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS in Russland, wurde 2004 als treibende Kraft hinter allen Aktivitäten des EADS-Gruppe im Land gegründet. Die OOO EADS nimmt vornehmlich Funktionen wie Geschäftsentwicklung, industrielle und technologie-relevante Kooperationen, Regierungsbeziehungen und Marketing wahr.
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Kooperationsprojekte auf über 100 Projekte angestiegen, bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von fast 1 Mrd. $. Einige Beispiele: “Sojus in Guyana”, das gemeinsam von Russland und Europa modernisierte russische Trägersystem, das vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus Satelliten aus zahlreichen Ländern in den Orbit transportieren soll, oder Kooperationen für die Internationale Raumstation ISS. Im Rahmen von pan-europäischen Programmen wie NLG (Next Generation Launcher) werden russische Raumfahrtbehörden und Industrieunternehmen umfassend in die Kooperationsentwicklung mit eingebunden.
Die industrielle Zusammenarbeit im Luftfahrtbereich begann mit der Herstellung wesentlicher Airbus-Bauteile, für die aktuell konstant wachsende Liefermengen verzeichnet werden können. Das Engineering Centre ECAR ist mit seinen aktuell rund 150 russischen Ingenieuren das erste Airbus-Konstruktionszentrum in Europa außerhalb der Airbus-Länder Deutschland, Frankreich, England und Spanien. Von ECAR werden umfangreiche Arbeiten in den Bereichen Rumpfstruktur, Belastungstests und Systemeinbauten durchgeführt. Materiallieferungen aus Russland erstrecken sich heute von Lieferungen von Rohstoffen bis hin zu Endprodukten.
Neben der industriellen Kooperation ist der Bereich Forschung und Entwicklung ein weiteres Beispiel für die wechselseitigen Vorteile von Kooperationen. Sämtliche führenden Wissenschaftsinstitute im Bereich Luft- und Raumfahrt - einschließlich der Russischen Akademie der Wissenschaften - arbeiten mit Forschern der EADS zusammen. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Studien finden bereits bei der Entwicklung der nächsten Generation von Flugzeugen und Raumfahrzeugen Berücksichtigung.
2005 hat die EADS über ihre russische Tochtergesellschaft 10 % der Anteile am bedeutenden russischen Flugzeughersteller Irkut übernommen und ist damit das erste und einzige westliche Unternehmen, das eine derartig starke Position in der russischen Luft- und Raumfahrtindustrie einnimmt. Beide Partner unterhalten dauerhafte umfassende Kooperationen in unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise im Rahmen des Projekts Beriev-200 (Löschflugzeug zur Brandbekämpfung). Zur weltweiten Vermarktung dieses Flugzeugs wurde ein entsprechendes Joint Venture (JV) gegründet. Darüber hinaus bot sich im Rahmen des von Airbus unterstützten Zertifizierungsprogramms die erste Gelegenheit, eine echte Partnerschaft zwischen der zivilen Luftfahrtbehörde Russlands und der entsprechenden Luftfahrtbehörde der EU in die Praxis umzusetzen.