Stand: 05 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Morane-Saulnier Typ G

Morane-Saulnier Typ G

Morane-Saulnier Typ G

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© EADS

Dieser verspannte Schulterdecker wurde 1912 aus diversen Vorläufermustern entwickelt und sollte neben dem Piloten noch eine weitere Person aufnehmen können. Die Maschinen hatten einen vollverkleideten Rumpf und waren mit einem 60 kW (80 PS) Gnome-Rotationsmotor ausgerüstet. Der Typ G erfreute sich recht schnell bei vielen Piloten großer Beliebtheit. Einzelne Exemplare wurden bald von den argentinischen, mexikanischen, spanischen sowie später noch von den schweizerischen und dänischen Streitkräften erworben. Das französische Kriegsministerium erteilte einen Auftrag über 94 Flugzeuge; die englische Firma Grahame-White in Hendon fertigte den Typ in Lizenz und das britische Royal Flying Corps (RFC) stellte zahlreiche Exemplare davon in Dienst. Daneben hatte die schwedische E. Thulins Aeroplansfabrik einige wenige Typ G in Lizenz gebaut.

Morane-Saulnier Typ G

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Doch unmittelbar nach Kriegsausbruch 1914 wurde deutlich, dass die Morane-Saulnier Typ G für den Kampfeinsatz eigentlich völlig ungeeignet war. Das Cockpit war nämlich so im zentralen Rumpfbereich angeordnet, dass es sich genau in der Mitte der Tragflächen befand und entsprechend schlecht war die Sicht der Insassen nach unten. Zudem waren beide Besatzungsmitglieder fast wie auf einem Motorrad unmittelbar hintereinander auf einer gemeinsamen Sitzgelegenheit platziert. Vernünftige Luftaufklärungsarbeit war somit kaum möglich. Die verbliebenen französischen und britischen Maschinen wurden daher schnellstens aus dem Frontdienst abgezogen und den Ausbildungseinheiten zugeteilt. Die russische Armee hatte ebenfalls eine beträchtliche Stückzahl der Maschinen in ihren Diensten. Sie kamen jedoch meist nur mit einem Mann Besatzung zum Kampfeinsatz und wurden erst ab Mitte 1915 aus dem Frontdienst genommen, um dann ebenfalls im Ausbildungsbetrieb weiter verwendet zu werden. Dafür entwickelte man den Typ sogar noch weiter und die letzten Exemplare standen bis 1923 im Dienst!

Morane-Saulnier Typ G

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1915 entwickelte Morane-Saulnier den ursprünglichen Typ G zu einem Jagdeinsitzer weiter, der einige bauliche Veränderungen - wie etwa ein neu gestaltetes Hauptfahrwerk - aufwies und als Antrieb einen Le-Rhône-Umlaufmotor mit 60 kW (80 PS) Leistung besaß. Es wurde nur in wenigen Exemplaren für die Aéronautique Militaire gebaut und hatte als damals absolute Besonderheit ein starres 8 mm Hotchkiss Maschinengewehr als Angriffsbewaffnung. Bereits seit Anfang 1914 hatte Raymond Saulnier mit den Arbeiten zu einem synchronisiert durch den Luftschraubenkreis feuernden MG begonnen. Dabei gelangte er zwar schnell zu deutlichen Fortschritten, doch dem eigentlichen Durchbruch stand in erster Linie das verwendete Hotchkiss MG im Wege. Auf Grund seiner Funktionsweise als Gasdrucklader hatte es einen sehr langen Reaktionszyklus vom Betätigen des Abzuges bis zum Abfeuern des Geschosses. Die exakte Synchronisation einer Schussfolge mit der Propellerdrehzahl war aber mit dem verwendeten technischen Ansatz nicht möglich. Immer wieder trafen einzelne Kugeln auf die Propellerblätter, welche Saulnier daraufhin mit Geschossabweisern aus Stahlblech versah. Das Verfahren war so zwar einigermaßen praktikabel, geriet jedoch zunächst wieder in Vergessenheit. Erst ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn fand es dann solange ernsthafte Verwendung; bis besser geeignete Bordwaffen in Verbindung mit zuverlässig arbeitenden Unterbrechergetrieben zur Verfügung standen. Die Morane-Saulnier Typ G Jagdeinsitzer kamen aber trotzdem nie zum Kampfeinsatz.

Morane-Saulnier Typ G

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Technische Daten

Morane-Saulnier Typ G (1912)

Triebwerk: ein luftgekühlter Gnome Umlaufmotor mit 60 kW (80 PS) Leistung

Leistung

Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Flugdauer: 2 Std.
Dienstgipfelhöhe: 2.600 m

Gewicht:

Leermasse: 314 kg
Max. Startmasse: 544 kg

Abmessungen:

Länge: 6,38 m
Höhe: 3,0 m
Spannweite: 9,63 m
Tragflügelfläche: 16,0 qm

Besatzung:

Länge: 6,38 m
Besatzung: 2 Personen

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