Stand: 05 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Hanriot-Dupont HD.1

Dieser einsitzige Doppeldecker wurde 1916 von Pierre Dupont für die Hanriot-Werke entworfen, wobei er stark vom englischen Sopwith 1 ½ Strutter beeinflusst war, den Hanriot zuvor in Lizenz gebaut hatte. Der robuste, von einem luftgekühlten Umlaufmotor angetriebene Jagdeinsitzer stand jedoch von Anfang an in unglücklicher Konkurrenz zur SPAD S.VII. Diese war besonders wegen ihres wassergekühlten Triebwerks bei den Piloten wesentlich beliebter als jene mit Umlaufmotoren ausgerüsteten Flugzeugmuster. Während sich die Nieuport 16/17 – Reihe trotz ihres umlaufgekühlten Antriebs behaupten konnte wurde die mit den gleichen Motoren ausgerüstete HD.1 von der französischen Heeresverwaltung weitgehend ignoriert. Lediglich die Aviation Maritime stellte ab Anfang 1917 eine leicht abgewandelte, mit einem etwas stärkeren Clerget Motor ausgerüstete Version unter der Bezeichnung HD.2 in geringer Stückzahl ebenso wie der U.S. Naval Aviation Service in Dienst.

Hanriot HD.1

Hanriot HD.1

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Dennoch verließen schon bald nach dem Erstflug im Juni 1916 die ersten Serienmaschinen der HD.1 die Werkshallen, denn Belgien und Italien benötigten dringend ein modernes Jagdflugzeug und hatten sich zum großangelegten Kauf des Hanriot-Dupont Jägers entschlossen. So gelangte die HD.1 ab Anfang 1917 bis zum Kriegsende in den breiten Fronteinsatz. Der italienische Macchi-Konzern begann ab November 1916 mit der Lizenzfertigung und schließlich wurde die HD.1 sogar Mitte 1917 offiziell zum italienischen Standardjäger erklärt. Von den 18 Jagdstaffeln der italienischen Luftstreitkräfte waren 16 komplett mit HD.1 ausgestattet. Auch eine neue Einheit der italienischen Marineflieger bekam die HD.1 zugewiesen. Die letzte italienischen Maschinen des Typs blieben bis 1926 im aktiven Dienst, bevor sie an Ausbildungseinheiten abgegeben wurden. Ähnlich verhielt es sich bei den belgischen Luftstreitkräften: auch sie musterten die Maschinen erst 1926 endgültig aus.

Die HD.1 war weitgehend in Holzbauweise mit Stoffbespannung hergestellt. Lediglich das Leitwerk war eine Stahlrohrkonstruktion und der Rumpfbug bis hin zum Brandspant aus Duralblech hergestellt. Das kompakte Tragwerk hatte stark gestaffelte Flächen ungleicher Spannweite und Tiefe. Der obere Tragflügel war etwas nach vorne verschoben und wies eine leichte V-Stellung auf. Der Rumpf hatte einen oben abgerundeten rechteckigen Querschnitt und ging nach vorne übergangslos in die Metall-Verschalung des Rotationsmotors über. Die HD.1 war zwar langsamer als die meisten gegnerischen Jäger, und auch ihre Bewaffnung und die Motoren gaben oftmals Anlass zu Kritik, doch all das konnte sie durch immense Manövrierfähigkeit wieder wettmachen. Ihre Piloten schätzten die gut abgestimmte Flugsteuerung, zudem war die HD.1 sehr robust und strukturell stark belastbar.

Mit ziemlicher Sicherheit betrug die Gesamtzahl aller hergestellten Maschinen 1.145 Stück. Davon bauten die italienischen Macchi-Werke insgesamt 831 Flugzeuge. Nach dem ersten Weltkrieg erwarb die Schweiz 16 Exemplare aus italienischen Überschussbeständen. Einige wenige HD.1 gelangten in den Dienst der Luftstreitkräfte von Paraguay, die sie noch lange Zeit als Trainer benutzten.

Technische Daten

Hanriot HD.1

Typ Jagdeinsitzer
Triebwerk: ein luftgekühlter 82 kW (110 PS) Le Rhône 9 Neunzylinder Umlaufmotor bzw. ein luftgekühlter 89 kW (120 PS) Le Rhône 9b Neunzylinder Umlaufmotor

Leistung

Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h bzw. 186 km/h
Maximale Flugdauer: 2,5 Std.
Dienstgipfelhöhe: 5.900 m bzw. 6.000 m

Gewicht

Leermasse: 410 kg bzw. 400 kg
Max. Startmasse: 600 kg bzw. 605 kg

Abmessungen

Länge 5,85 m
Höhe: 2,5 m bzw. 2,94 m
Spannweite: 8,5 m bzw. 8,7 m
Tragflügelfläche: 17,5 qm bzw. 18,2 qm

Besatzung

Besatzung 1 Person

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