Stand: 05 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Pfalz D III / D III a

Ende 1916 begannen die Arbeiten am ersten erfolgreichen Jagddoppeldecker der Pfalz Flugzeugwerke in Speyer am Rhein. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich die im Juli 1913 von den Gebrüder Eversbusch gegründete Firma vorwiegend einen Namen durch ihre Eindecker E I bis E IV gemacht, die alle sehr stark an ähnliche Muster von Morane-Saulnier angenähert waren. Der aus dem letzten dieser Baumuster entwickelte Doppeldecker D 4 kam jedoch über das Prototypenstadium nicht hinaus, und die Pfalz Flugzeugwerke bauten zunächst Roland D II und D IIa Jäger in Lizenz. Die dabei gesammelten Erfahrungen in verhalfen den verantwortlichen Konstrukteuren zu ihren eigenen Vorstellungen eines modernen Jagdflugzeuges. So begannen Ende 1916 Chefkonstrukteur Rudolph Gehringer und seine beiden Assistenten Geldmacher und Paulus mit dem Entwurf der Pfalz D III. Da auch den Pfalz-Flugzeugwerken eine erbeutete Nieuport 11 zur Verfügung gestellt wurde, blieb die Auslegung der D III, wie beispielsweise auch bei den Albatros-Werken, davon nicht unbeeinflusst. So entsprach die Maschine in Auslegung und Anordnung der Tragflächen ziemlich genau dem französischen Vorbild, ohne jedoch dessen Schwächen mit zu übernehmen. Im Gegensatz zur Albatros D III legte man bei Pfalz von Beginn an Wert auf einen möglichst stabilen Unterflügel und konstruierte diesen mit zwei Holmen und vermied zu weit nach hinten ausladende obere Tragflächenenden. Zudem wies das Flugzeug einen vollendet gestalteten Übergang vom Unterflügel zum Rumpf auf.

Im Frühjahr 1917 war der erste Prototyp der Pfalz D III fertiggestellt. Als Antrieb diente ein Daimler D III Reihenmotor mit 120 kW Leistung. Dieser Motor war möglichst weitgehend in den Sperrholzrumpf integriert, der in relativ aufwendiger Halbschalenbauweise hergestellt wurde. Die beiden Maschinengewehre waren ebenfalls nahezu vollständig im Rumpf untergebracht. Bei der kurz darauf folgenden D IIIa brachte man diese jedoch direkt vor dem Gesichtsfeld des Piloten auf dem oberen Rumpfbug an, da so vor allem die Wartung der Waffen deutlich erleichtert wurde. Zudem besaßen diese Maschinen ein etwas vergrößertes Seitenruder und teilweise einen überkomprimierten Daimler D IIIa Motor mit 132 kW Leistung.

Ende August 1917 gelangten die ersten Pfalz D III zu den Frontverbänden, wo vor allem die Bayerischen Jagdstaffeln damit ausgerüstet wurden. Diese gaben ihr auch meist den Vorzug gegenüber der Albatross D III. Die Maschinen bewährten sich gut, vor allem dank ihrer hohen Sturzgeschwindigkeit und der ausgezeichneten Sichtverhältnisse für den Piloten. Zwar gab es anfangs Festigkeitsprobleme mit den oberen Tragflächenenden, doch konnten diese schnell beseitigt werden. Alliierte Piloten waren besonders von der stabilen Verarbeitung der Pfalz D III beeindruckt, die jedoch gleichzeitig eine im Vergleich zur Albatros D III erheblich langsamere Serienfertigung verursachte. Bis zu ihrer Ablösung bei den Frontverbänden ab Sommer 1918 waren etwa 1000 Pfalz D III und D IIIa gebaut worden.

Technische Daten

Pfalz D III (1917)

Typ:
Einsitziges Jagdflugzeug
Triebwerk: Ein flüssigkeitsgekühlter Daimler D III mit 120 kW Leistung

Leistung:

Höchstgeschwindigkeit: 165 Km/h
Reichweite: 330 km
Dienstgipfelhöhe: 5.200 m

Abmessungen:

Lange: 6,95 m
Höhe: 2,67 m
Spannweite: 9,40 m
Tragflügelfläche: 22,17 m²

Besatzung

Besatzung: 1 Person

Pfalz D IIIa (1917)

Typ: einsitziges Jagdflugzeug
Triebwerk: Ein flüssigkeitsgekühlter Daimler D III mit 120 kW Leistung oder ein flüssigkeitsgekühlter Daimler D IIIa mit 132 kW Leistung

Leistung:

Höchstgeschwindigkeit: 165 Km/h
Reichweite: 330 km
Dienstgipfelhöhe: 5200 m

Abmessungen:

Lange: 7,10 m
Höhe: 2,67 m
Spannweite: 9,40 m
Tragflügelfläche: 22,17 m²

Besatzung

Besatzung: 1 Person

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