Am 23. April 2009 fand zum sechsten Mal an mehreren EADS-Standorten in Deutschland der „Girls´Day“ statt. Unter dem Motto „rein in die Männerdömänen“ konnten sich Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren über technische Berufsmöglichkeiten bei EADS informieren. Ob Pilotin, Ingenieuerin, Physikerin, Informatikerin, Maschinenbauerin oder Elektrotechnikerin – EADS will mehr Frauen in der Technik, und der Girls´ Day soll eine Brücke bauen.
Die Girls’Day-Teilnehmerinnen bekommen praktische Einblicke in technische und informationstechnische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufsfelder bei EADS. Also genau in die Bereiche, in denen schon jetzt Nachwuchskräftebedarf besteht und in denen Frauen bisher noch unterrepräsentiert sind. Spannnende Aktionen in den Fertigungshallen, interessante Tests und knifflige Gruppenarbeiten erwarten die jungen Frauen.Die mussten sich im Vorfeld mittels einer Kreativbewerbung für die Veranstaltungen in Ulm, Donauwörth, Bremen und Ottobrunn „qualifizieren“ und dürfen nun im Gegenzug einen Blick in die Arbeitswelt der Erwachsenen werfen. Für Unternehmen und Institutionen bietet sich in diesem Rahmen die Möglichkeit, Kontakt zu potentiellem Nachwuchs aufzunehmen, die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten im Hause vorzustellen und so den Boden für eine zukünftige Ausbildung oder einen Job zu bereiten.
Mädchen haben im Schnitt die besseren Schulabschlüsse und Noten. Sie schöpfen aber ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Mehr als die Hälfte der weiblichen Auszubildenden entscheidet sich nach wie vor für mädchentypische Ausbildungsberufe – und die sind überwiegend nicht naturwissenschaftlich-technischer Art. In Studiengängen wie z. B. den Ingenieurwissenschaften oder der Informatik sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Gerade in den technischen und techniknahen Bereichen der Arbeitswelt fehlt jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung zunehmend der qualifizierte Nachwuchs. Damit die Anzahl der Frauen in Führungspositionen und als Unternehmerinnen weiter steigt, ist es wichtig, dass junge Mädchen ihr Berufswahlspektrum erweitern. An jedem vierten Donnerstag im April laden seit 2003 daher Unternehmen, Betriebe und Behörden, Hochschulen und Forschungszentren Schülerinnen ab der fünften Klasse ein. Am „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag“ lernen Mädchen wichtige zukunftsträchtige Bereiche des Berufsspektrums kennen, die sie bisher wenig in Betracht ziehen. Zudem können sie sich über Karriereoptionen und den Start in die Selbstständigkeit informieren. Ganz allgemein soll diese Veranstaltung dazu beitragen, den Beschäftigungsanteil von Frauen in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften anzuheben – und das gilt natürlich auch für ie technischen Berufe, die EADS anzubieten hat.
Für immer mehr ehemalige Teilnehmerinnen hat die berufliche Zukunft als Auszubildende in einem technischen Beruf schon begonnen. Fast 10% der beteiligten Unternehmen konnte aufgrund ihrer Girls’Day-Aktivitäten bereits junge Frauen für technische Berufe einstellen. Dieses Ergebnis wurde nach der Veranstaltung im letzten Jahr allerdings als zu niedrig kritisiert – insbesondere bei EADS wünscht man sich mehr junge Frauen, die eine Ausbildung als Lehrling beginnen. Grund genug, beim Girl´s Day 2009 verstärkte Anstrengungen zu unternehmen.
Eine wiederholte Teilnahme am Girls’Day hat in jedem Fall positiven Einfluss auf die Unternehmenskultur und führt zu mehr Gleichstellungsbewusstsein. Eine jährlich wachsende Zahl von Unternehmen und Organisationen beteiligt sich mit Veranstaltungen für bisher etwa 800.000 Mädchen. Über 90% der Teilnehmerinnen beurteilen den Girls’Day als gut oder sehr gut. Aktionstage nach dem Vorbild des Girls’Day in Deutschland finden mittlerweile auch in Luxemburg, Österreich, Belgien, Polen, dem Kosovo und den Niederlanden statt.
Das Projekt Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.